Bevor ich über unsere praktische Arbeit im und für den Wald berichte noch ein kurzes Vorwort in eigener Sache:

Schon in der Jugend habe ich mich für die Natur interessiert, auch weil mein Großvater mich mit in den Wald nahm und weil wir als Jugendliche sehr oft durch die heimatliche Natur und unsere Wälder streiften. Die Ornithologie wurde mein Interessengebiet.
Zu DDR Zeiten war man organisiert im Kulturbund - Ornithologie. Vogelzählungen, Vogelberingung und Anbringen von Nisthilfen und Futterstellen wurden durchgeführt.

Durch meine fotografischen Beobachtungen aber vor allem durch die langen und intensiven Gespräche ab 2015 mit Roland im Pleßgarten wurde mir klar das es besonders wichtig ist, wenn sich ein gesunder Wald mit einem gesunden Baumbestand entwickeln kann. Mein Sichtfeld auf unsere Natur vergrößerte sich. Wieso hörte ich im Wald keine Goldhähnchen mehr, warum sah ich den Kleiber kaum noch im Wald. Wieso blieben die heimischen Waldvogelarten aus?
Ich begriff, dass die sich verändernde Waldsituation damit zu tun haben könnte. Es wird Zeit, sich mit dem Wald genauer zu beschäftigen.



Sehr enttäuscht war ich allerdings darüber, wie sich "Naturschützer" des NABU in der Region zu unserer Arbeit für den Wald  artikulieren.
Anstatt mit zu überlegen, warum in unserer Region der Wald im Sterben liegt, wurde man als "BÜTTEL DER HOLZINDUSTRIE" diffamiert.

ACHTSAM zu sein - das bedeutet auch keine Bewertung von Aussagen zu kommentieren.
Das überlasse ich Ihnen!! 

Eine IDEE wird in die PRAXIS umgesetzt ...

... oder wie sich Gedanken materialisieren

Wie ich auf der Seite "IDEE" schon berichtet habe, begann unsere praktische Arbeit für den Wald nach dieser Winterwanderung 2017 zur Weißtanne im Steinseetal in der beginnenden Thüringischen Rhön.

 

Hier begann mein genaues HINSCHAUEN in unserem Wald. Er zeigte mir die jungen "Sternchen" der Weißtanne und erklärte mir auch, warum hier eigentlich Bäume in Mannshöhe stehen müssten.

Das Erkennen von "Wildverbiss" war bis dahin kein Thema bei meinen Waldspaziergängen. Das sollte sich ab jetzt verändern.

Doch Roland hatte sich für "unsere" alte Weißtanne schon etwas ausgedacht und wir unterhielten uns darüber.

FRÜHER ...
haben Forstleute besonders alte Bäume, die man "Methusalem" nannte, besonders gekennzeichnet. Sehr häufig bekamen sie Namen von Persönlichkeiten nicht nur aus dem Forstwesen. Und sie durften stehenbleiben, bis zu ihrem Lebensende.

Genau so eine Idee hatte Roland auch für unsere Tanne. Dazu fuhr er ins Forstamt nach Schmalkalden, wo er vom damaligen Forstamtsleiter auch die Genehmigung bekam, ein Schild vor die Tanne zu platzieren.

Auch ein Name für die Tanne war schnell gefunden, denn nur ca. 12 Kilometer Luftlinie entfernt ist der Geburtsort des wohl bekanntesten deutschen Forstwissenschaftler HEINRICH COTTA.

Am 03.April 2017 war es dann soweit. Wie stellten das Schild vor der Weißtanne auf, so dass jeder Wanderer, Spaziergänger, Radfahrer, Läufer, Jäger oder Forstmann, der hier vorbeikam, von der Tanne Notiz nehmen kann.

Es kam auch gleich zu einem Gespräch mit dem hier zuständigen Jäger, der uns erzählte, dass die Tanne mit einem roten Strich versehen war was bedeutete, dass sie gefällt werden sollte. Er, der Jäger habe damals den roten Strich mit grüner Farbe überpinselt, so dass der Baum stehen blieb.Wer genau hinschaut kann die Farbe noch erkennen!

Natürlich habe ich den Ablauf der gesamten Arbeiten dokumentiert und im Video festgehalten. Man wird erkennen das es professionelles Arbeiten ist, was ich an Roland auch immer geschätzt habe, kein "Stückwerk" sondern durchdachte und gute Handarbeit. Genau wie er es auch in seinem Pleßgarten macht.

Und da steht es nun für alle sichtbar:

Seit dieser Zeit ...
ist es für uns wichtig, sich um den Tannennachwuchs zu kümmern. Schon im Winter 2017 haben wir begonnen, an 3 Stellen im Pleßwald (Thüringische Rhön) den Tannennachwuchs vor Verbiss zu schützen. Dafür gibt es verschiedenste Möglichkeiten, vom einfachen Abdecken mit Reisig bis hin zum Schutz des Terminaltriebes mit Schafwolle oder aber das Weitersetzen der Verbissschutzmanschette vom Forst.