KLEINE ZILLBACH

Der Geburtsort von Heinrich Cotta

Der "Cottawald"

... im "Cottawald" - Wasungen - Thüringische Rhön

Das Waldgebiet
welches wir "Cottawald" nennen, liegt kurz vor Schwarzbach in der Thüringischen Rhön. An der höchsten Stelle des Stellberges befindet sich der Geburtsort von HEINRICH COTTA.

Johann Heinrich Cotta (*30. Oktober 1763 im Forsthaus Kleine Zillbach zwischen Zillbach und Wasungen; †25. Oktober 1844 in Tharandt) war ein deutscher Forstwissenschaftler. Als einer der Begründer dieses Wissenschaftszweiges hat er Weltgeltung erhalten.

Dieser Wald um den Stellberg ist Privatwald im Besitz der Familie von Rotenhann aus dem fränkischen Rentweinsdorf

Die Rotenhans zählen zu den Pionieren des naturgemäßen Waldbaus in Deutschland

Sebastian von Rotenhan war von 1989 bis 2001 Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW)

Am 13.Juni 2017 ...


... war ich das erste mal in diesem Wald. Roland ist hier jagdlich tätig und hier haben wir mit Genehmigung des Revierförsters auch unsere ersten Erfahrungen beim Waldumbau gesammelt. Nur noch mal als Hinweis, wir sind keine Forstleute sondern "nur "WALDINTERESSIERTE BÜRGER"!

Nehmen wir an das es für dieses Waldgebiet eine gute Jagdstrategie gibt, und so kann man unter der alten Weißtanne den Jungwuchs aufwachsen sehen und das ohne irgendwelche Schutzmaßnahmen.

Natürlich gibt es auch Schäden durch den Hirsch aber das hält sich im Rahmen und schädigt insgesamt den Wald kaum.

Am 14. September 2017 ...


... begannen die professionellen waldbaulichen Maßnahmen im Eingangsbereich des Forstreviers. 

Es musste trotz der eigestzten Technik behutsam gearbeitet werden, denn hier im Eingangsbereich des Waldes, direkt am Forstweg standen einige besondere Exemplare von Nadelbäumen.

Man erkennt:

  • Weymothkiefern

  • Douglastannen

  • Nordmanntannen

  • Coloradotannen und

  • 2 Exemplare des Urweltmammutbaumes

Diese Bäume stammen aus der DDR Zeit, als hier in diesem Waldgebiet von der Forstlichen Hochschule Tharant Versuche mit verschiedensten Nadelbaumarten, vor allen Douglasienarten durchgeführt wurden.
Naja wir sind ja auch im "Cottawald"!!

Am 28. September 2017 ...


... begannen wir mit unserer ersten Pflanzaktion im "Cottawald". 
 

Im Arboretum des Pleßgartens steht eine Eibe, die Roland ausgesucht hat um sie im Kreuzungsbereich des Cottawaldes einzupflanzen.

 

In Thüringen wurde die Eibe 1934 generell unter Schutz gestellt. Es gibt nur noch sechs Waldgebiete in Thüringen, wo sie sporadisch vorkommt.


Gebiete mit bedeutenden Eibenvorkommen wurden in den folgenden Jahren, bis in die Gegenwart, als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Wie wir heute wissen, ist ihre Situation durch die bloße Unterschutzstellung nicht besser geworden, denn der Rückgang hält weiter an. Im Gegenteil, durch den absoluten Schutz sind teilweise Bedingungen entstanden, die ihr Überleben immer schwieriger gestalten.

Ja und wenn sie nicht gestohlen wird wie die kleinere Eibe, (im kleinen Bild noch zu erkennen) die Roland noch dazugepflanzt hatte, so kann sie ruhig 1000 Jahre alt werden!

Am 06. Oktober 2017 ...


... begannen wir mit den Vorbereitungsarbeiten für den Saat- und Pflanzgarten 
 

Mit Zustimmung des Revierförsters wollen wir noch eine Idee umsetzen und ein Saat-und Pflanzgarten errichten, wo bestimmte Baumarten gesät aber auch verpflanzt werden sollen.

Dazu bedarf es aber einiger Vorbereitungen, denn für das Scherengatter brauchen wir noch Fichtenstangen, die wir in der Mitte spalten wollen.

Saat-und Pflanzgarten
"Heinrich Cotta"

Am 09. Oktober 2017 ...


... wurde das Gatter errichtet
 

Mit Hilfe des Revierförsters haben wir nun das Gatter errichtet. Durch das Scherengatter besteht die Möglichkeit, wenn das Holz am Boden abfault es immer wieder aufzustellen. Somit kann man viele Jahre dieses Gatter benutzen.

... und am 16. Oktober 2017 ...


... wurde dann auch gleich gesät.
 

Weißtannensamen von einem Bekannten aber auch selbst gezogen von den Samen der Weißtanne im Pleßgarten.

Das Experiment mit dem Saatgut konnte beginnen.

Am 27.November sowie am 07. Dezember 2017 ...


... haben wir jeweils noch weitere Pflanzaktionen durchgeführt
 

Es wurden Laubbaumarten wie ESCHEN, HAINBUCHEN sowie SPITZAHORN gepflanzt, die aus dem Pleßgarten stammen und dort verschult waren. Zum Schutz vor dem Wild wurden sich dicht an den Fichtenanflug eingepflanzt.

05. März 2018 ...


... der Märzsturm trifft auch auf den Cottawald
 

genau da, wo im September 2017 mit dem Auslichten der Fichten und dem Waldumbau begonnen wurde, sind nach dem Sturmereignis doch auch einige Fichten umgefallen.

Was wir auch erkennen mussten war, dass wir unsere Laubbäume, die noch gepflanzt werden sollen, doch besser mit einem Schutz versehen, damit es ihnen nicht so ergeht wie der LINDE. Da waren wir doch zu blauäugig was Wildverbiss und Schälung angeht.

09. April 2018 ...


... Tannenlieferung für den Cottawald
 

der Revierförster hatte Weißtannen bekommen und etwa hundert Tännchen haben wir dann auch gleich eingepflanzt.

Nach dem Prinzip des "Weidaer Modells" haben wir die Tännchen in den Fichtenanflug hineingepflanzt. Das dient zum Schutz der Tannen vor Verbiss und später auch dem Fegen. Da die Tanne Schatten verträgt ist dieses Prinzip eine effiziente Art der Pflanzung von Weißtanne. 

02. Mai 2018 ...


... Kontrollgang Cottawald

Die Sturmschäden waren von den Forstleuten beseitigt worden.


Natürlich sind wir neugierig, ob die Saat aufgeht, die wir im Herbst letzten Jahres gesät hatten. Aber auch sonst waren wir neugierig, ob sich im Saat-und Pflanzgarten aber auch im Wald selbst die Arbeit entwickelt hat.

Ob sich die geschälte LINDE wieder erholt muss man abwarten, im unteren Bereich die LINDE steht gut und wurde auch mit Reisig sicherheitshalber geschützt.

Im Pflanzgarten hatten wir auch einige Weißtannen gepflanzt und diese haben sich richtig gut entwickelt. Und auch aus dem  Tannensamen aus dem Pleßgarten kann man die ersten "Sternchen" der Weißtannen erkennen.

26. November 2018 ...


... Eiche - und Kastaniensaat

Roland hat in diesem "Mastjahr 2018" viele Eimer Eicheln gesammelt. Dazu kamen auch auch noch Edelkastanien.

 

Ein Teil davon sollte sowohl in den Saat-und Pflanzgarten ais auch im offenen Wald gesteckt werden.

 

So hat Roland mit einem Eisenstab das Loch vorbereitet und ich bin hinterher gelaufen und jeweils 3 Eicheln kamen in die Löcher. Dann haben wir das gleiche Spiel auch noch mit der Eßkastanie durchgeführt. Im Saat-und Pflanzgarten haben wir dann auch die Eicheln zusätzlich zum Stecken auch noch großflächig verbreitet.

Da sind wir auch mal gespannt, was dabei rauskommt.

19. Dezember 2018 ...


... Vorbereitungsarbeiten für die Ulmenpflanzung 2019

Damit die Ulmen, die wir Anfang 2019 pflanzen wollen, nicht vom Wild beschädigt werden, haben wir uns überlegt sie in ein Drahtverhau einzupflanzen. Den Draht dafür fanden wir am Waldrand, ziemlich eingewachsen! Er stammte noch von einem Wildzaun und blieb dann auch einfach dort liegen. Kostet ja nichts!! 

Wir haben ihn dann auf die Länge zugeschnitten und dann vor Ort transportiert. So den Draht hatten wir!
Jetzt mussten wir uns noch die Stangen zurechtschneiden, die wir mit Absprache des Försters aus einen Fichtenbestand herausholen durften.

Mit welchem Arbeitsaufwand wir das gemacht haben kann man im Video miterleben.

Das waren die letzten Arbeiten 2018. das Weihnachtsfest steht bevor und die Zeit der Ruhe und Besinnung bricht an. Doch im Gedanken sind wir schon im neuen Jahr, denn da sollen die Ulmen im Eingangsbereich des "Cottawaldes" gepflanzt werden.

Warum pflanzen wir Ulmen im Eingangsbereich des "Cottawaldes"?

DIE BERGULME (ULMUS GLABRA HUDSON)

Wenn von „der Ulme“ gesprochen wird, handelt es sich meistens um die Bergulme. Sie wird auch Berg-, Weißrüster, Weiß- oder Haselulme genannt.


In der Jugend Pfahlwurzelsystem. Im Alter ein Senkerwurzelsystem mit einer Tendenz zur Herzwurzel (viele Senker aus flach bis schräg streichenden Hauptwurzeln). Selbst auf temporären Nassböden bildet sie ein tiefes Wurzelgeflecht aus und ist daher außerordentlich stabil.


Die Bergulme zählt zu den Edellaubhölzern.
Edellaubhölzer sind Baumarten, die sehr hohe Ansprüche an die Nährstoff-, Licht- und Wasserversorgung sowie an die Bodenbeschaffenheit stellen. Saure, trockene und dunkle Standorte werden daher gemieden. Die Ulme ist häufig am Rande von Auwäldern, in Schluchtwäldern der Mittelgebirge und in Vergesellschaftung mit Linde und Bergahorn anzutreffen
.
(gefunden bei waldwissen.net)

Hier noch ein paar Anmerkungen über unsere Ulmen:

Im Herbst 2017, genau am 15.09. 2017
durften wir nach Absprache mit dem zuständigen Revierförster ULMENANFLUG aus einem Waldstück bei Brotterode entnehmen. Dies jungen Pflanzen waren zum Teil schon seit mehreren Jahren ganz stark verbissen worden. Es wären nie Bäume geworden, sondern immer nur Nahrung fürs Schalenwild. 

So kamen sie erst einmal zur "Quarantäne" in die Baumschule des Pleßgartens. Und dann staunten wir nicht schlecht, wie sich unsere Ulmen in einem Jahr entwickelten.

Die jungen Ulmen waren in einem Jahr um ca 120 cm gewachsen!!
Im heißen Sommer 2018 und OHNE zu GIESSEN

Aus einem feuchtem Gebiet auf ca. 600m üNN in den trockenen Pleßgarten bei ca 300m ÜNN. Und dann diese Wuchsleistung!!

Für uns war klar dass sich die Ulmen in dem auenmäßigem Waldstück im "Cottawald" sicher wohlfühlen werden und eine gute Wuchsleistung zeigen. 

September 2017

Oktober 2018

25. Februar 2019 ...


... ein Teil der Ulmen bekommt seinen Platz im Cottawald

Im Eingangsbereich zum Cottawald, zwischen dem Forstweg und dem Auengebiet sollen die Ulmen groß werden.

Es war erst einmal unsere letzte Arbeit im "Cottawald".

Wenn die Jagdpolitik hier im Wald auch weiterhin so gut funktioniert, dann wird sich im schönen Schwarzbachtal zwischen Wasungen und Schwarzbach ein artenreicher Dauermischwlad entwickeln.

HEINRICH COTTA würde es freuen!