"DRECK"

Wir treten ihn, kehren ihn als Schmutz aus dem Haus und nennen ihn abwertend "DRECK", den Boden unter unseren Füßen ( David R. Montgomery "DRECK")

Dabei muss die dünne Haut der Erde alle menschliche Zivilisation tragen UND ERNÄHREN. Sie ist die Grundlage allen Lebens, Aufstieg und Niedergang menschlicher Kulturen hängen daran. 

Von Anbeginn seiner Geschichte hat der Mensch den Boden genutzt und gebraucht, aber auch ZERSTÖRT und VERWÜSTET.

Wir denken nicht allzuviel über den Boden unter unseren Füßen, unter unseren Häusern, Städten und Dörfern nach.
ERDE IST EBEN ERDE und als solche eine Selbstverständlichkeit. 

Heute gehen Jahr für Jahr MILLIARDEN TONNEN fruchtbaren Bodens unwiederbringlich verloren!

Wir verbrauchen mit unseren landwirtschaftlichen Methoden Erde weitaus schneller als sich neue bildet. Denn überall dort, wo die Erde von der schützenden Vegetation entblößt ist, wird sie von Wind und Wasser abtransportiert - KRÜMEL für KRÜMEL.

ERDE ist das erste der vier von Aristoteles definierten Elemente: ERDE, LUFT, FEUER, WASSER und als solches die Wurzel unserer Existenz und für das Leben auf unserem Planeten unentbehrlich.

Wir jedoch behandeln sie wie ein billiges Industrieprodukt. Öl hingegen halten die meisten von uns für ein strategisches Gut!!

Die Weltbevölkerung wächst fortwährend, doch die Fläche ertragreichen Ackerlandes nimmt seit den 1970er Jahren ab und die Vorräte an billigen fossilen Brennstoffen zur Herstellung von Kunstdünger werden sich noch in diesem Jahrhundert erschöpfen.

Global betrachtet ist eines gewiss: UNSER VORRAT AN BODEN GEHT LANGSAM ABER SICHER ZUR NEIGE.
Es sollte uns in der Tat schockieren, dass wir unserem Planeten derart zusetzen und ihm buchstäblich die Haut abziehen.

Überall ist dieser Raubbau sichtbar. Wir sehen es an den braun gefärbten Fluten, die überall dort ablaufen, wo wir die Erde aufreißen und entblößen, oder an der hohen Sedimentfracht der Flüsse und Bäche, die kahl geschlagene Flächen entwässern.

Ein Beispiel kann man in dem Video vom Schweinabach in Barchfeld nach einem Gewitterregen sehr gut erkennen.

Auch die Überflutung der Werrawiesen zeigt in den letzten Jahren, wie viel Erde hier mit angeschwemmt wird.

Ein anderer Aspekt ist die Versiegelung wertvoller Flächen, die überall offensichtlich ist, wo neue Vororte und Einkaufsmeilen entstehen. 

Maisfeld  - Barchfelder Flur - September 2019 ( nach mehreren normalen Regenfällen - kein Gewitterregen!)

etwa 40 cm

ERDE ist der natürliche Rohstoff, den wir am geringsten würdigen und schätzen und der doch unverzichtbar ist!!

aus dem Buch von David R. Montgomery "DRECK" - warum unsere Zivilisation den Boden unter den Füßen verliert

Und was hat das mit unserem Wald zu tun?

Das viele landwirtschaftliche Einrichtungen nur noch über die "unterirdischen Wälder" - sprich Erdöl und die daraus hergestellten chemischen Düngemittel überleben können, wissen viele. Sowohl die GENMANIPULATION von Kulturpflanzen und die Aufrechterhaltung der Bodenfruchtbarkeit durch Kunstdünger führten dazu, dass Weizen, Reis, Mais und Gerste zu den vorherrschenden Pflanzen auf der Erde wurden. Diese vier einst seltenen Pflanzen wachsen nun in MONOKULTUREN auf riesigen Flächen, die über eine halbe Milliarde Hektar bedecken.

MONOKULTUR herrscht auch noch in vielen unserer Wälder und auch darunter hat der Waldboden zu leiden. 

Forscher des Waldbauinstitutes bei Ruhpolding fanden bei einer "Humusinventur" im MISCHWALD 85 bis 140 Tonnen Humus pro ha in Fichtenwäldern dagegen nur 8 bis 17 Tonnen pro ha.

 

Daraus leiteten sie ein WASSERSPEICHERVERMÖGEN für MISCHWÄLDER von 110 Litern pro qm ab, für die Fichtenwälder dagegen nur 16 Liter pro qm.

 

Ein intakter MISCHWALD kann dann zum Beispiel das Wasser eines Starkregens mit 50 Litern je Quadratmeter viel länger speichern und danach auch allmählich wieder abgeben.

Die NUTZ - und SCHUTZFUNKTIONEN (Wohlfahrtwirkungen) des Waldes

Nutzfunktionen

Holz ist ein vielseitiger Rohstoff, der ständig nachwächst und umweltfreundlich erzeugt wird.  Dazu gehören Beeren, Pilze, Kräuter und Wildfleisch, die aber wirtschaftlich nicht besonders ins Gewicht fallen.

 


Schutzfunktion

Je nach Standort (Gebirge, Flüsse etc.) übernehmen Wälder Schutzfunktionen, die nicht nur für den Menschen sondern auch für Flora und Fauna von größter Wichtigkeit sind.

Bodenschutz

Wald verhindert den Bodenabtrag durch Wasser und Wind. Die starke Durchwurzelung des Waldbodens verhindert in Hanglagen Steinschlag und Bodenrutschungen. Die Gefahr des Bodenabtrags durch Wasser ist abhängig von der Geländeneigung, von der Bodenart und der Niederschlagsmenge. Alle Wälder in Steillagen erfüllen daher Bodenschutzfunktion.

Lawinenschutz

Der Lawinenschutzwald ist eine besondere Form des Bodenschutzwaldes. Er kann die Entstehung von Lawinen verhindern oder kleinere Lawinen bremsen.

Wasserschutz

Wald leistet einen erheblichen Beitrag zum Wasserhaushalt. Der Waldboden speichert große Mengen von Wasser und verhindert dadurch den Oberflächenabfluss. Ist seine Speicherfähigkeit erschöpft, so fließt das Wasser, durch den Boden gefiltert, ab und erhöht das erfassbare Grundwasserangebot. 
Ein Quadratmeter Waldboden speichert bis zu 200 Liter Wasser. Schmelz- und Regenwasser versickern langsam und werden durch die gute Filterleistung des Bodens zu sauberem Grundwasser, das zum Trinken meist nicht mehr aufbereitet werden muss. Das Wurzelgeflecht der Bäume hält den wertvollen Boden fest und leistet vor allem in Hanglagen einen wichtigen Beitrag zum Erosionsschutz.

Die Trink- bzw. Grundwasseranreicherung ist unter Laubwäldern höher als unter Nadelwäldern.

Klimaschutz

Der Wald gleicht tägliche und jährliche Temperaturschwankungen aus, erhöht die Luftfeuchtigkeit und steigert die Taubildung. Da das Waldklima durch die geringere Sonneneinstrahlung und die höhere Luftfeuchte geprägt ist, sind die Lufttemperaturen im Sommer dort meistens niedriger als im Freien. Es können Unterschiede von 3° bis 6°C gegenüber dem Freiland und 4° bis 8°C gegenüber von Städten eintreten. Große zusammenhängende Waldflächen in der Nähe von Städten können das Klima positiv beeinflussen. Die Temperaturunterschiede zwischen Wald und Stadt bewirken einen ständigen Luftaustausch. Dadurch gelangt reine und qualitativ bessere Luft in die Siedlungsgebiete.

Immissionschutz

Der Wald filtert Stäube, Gase und radioaktive Stoffe aus der Luft. Die Filterwirkung von Wäldern ist insbesondere abhängig von der Blattoberfläche.  Pro Hektar filtern unsere Wälder jährlich bis zu 50 Tonnen Ruß und Staub aus der Atmosphäre.

Erholungsfunktion

Der Wald wird von den Erholungssuchenden am stärksten als ursprüngliche Natur empfunden. Er bietet den Besuchern Ruhe, Entspannung und ein günstiges Erholungsklima. Aber auch für sportliche Aktivitäten wird der Wald in verstärkten Maße aufgesucht.


Sonderfunktionen
Landschaftsschutz
Wald gestaltet die Landschaft und prägt das Landschaftsbild

Naturschutz
Wald ist oft prägendes Element von National- und Naturparks. Wald bewahrt viele einzigartige prähistorische und historische Kulturzeugnisse (Hügelgräber, Ringwälle, Römerstraße, Reste des Limes etc.)

Wir brauchen Mischwälder und keine Baumplantagen und schon gar keine Windräder in unseren Wäldern

Wenn wir unsere Erde nicht achtsamer bewirtschaften, und damit sind auch unsere Wälder gemeint, werden unsere Nachkommen in gravierende Konflikte um unsere grundlegenden Ressource verstrickt werden - ob diese nun wirtschaftlicher, politischer oder militärischer Natur sein wird ist dabei offen.