MONAT MÄRZ 2019:

 

09.03.2019

"Naturpark" Thüringer Wald - Am Ringelstein

Ich habe heute das Revier, wo ich am 21. Februar schon Aufnahmen gemacht habe, noch einmal besucht. Für Luftaufnahmen war es zu stürmisch (Sturm "Eberhard" nähert sich) und so habe ich eine Wanderung in Richtung Ringelstein - Kissel (Sallmannshäuser Rennsteig) gemacht 

Bei der Höhenlage von etwa 350 - 450 m ü.NN wird es wohl kaum eine Überlebenschance für die Fichte geben. So schnell kann man sie gar nicht fällen, wie sie absterben (Bild rechts). 

Aber in diesem Waldstück erkennt man auch, dass hier zu DDR- Zeiten schon Waldumbaumaßnahmen durchgeführt wurden.

 

Es gibt einige Bereiche, wo man DOUGLASIE (Pseudotsuga menziesii) und auch Lebensbaum (Thuja) angepflanzt hatte.

 

Das weckt die Neugier und  hier muss man dann schon mal genauer hinschauen.

Aus der Luft kann man das ganze Drama der Fichten erkennen.

Man sieht, dass immer noch viele Käferbäume gefällt werden müssen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Forst bei diesem Wettlauf mit der Zeit überhaupt noch mitkommt. Viele der Fichten sind unten noch grün und nur an den Spitzen erkennt man, dass auch diese Bäume geschädigt sind.

Wie lassen sich nun die natürlichen Abläufe nutzen? Was können wir der Natur überlassen?
Dies beginnt mit der Naturverjüngung:

Naturverjüngung liefert gratis eine hohe Auslesebasis. Während den ersten 5 bis 10 Jahren entsteht Mischung nicht durch Pflege, sondern hauptsächlich durch die Verjüngungsstrategie mit entsprechender Lichtdosierung. Die Arbeit mit "LICHT und SCHATTEN" 

Wenn das Gleichgewicht von Wald und Wild stimmt, dann würde auch die "kostenlose Aussamung" funktionieren. Aber wie man sieht haben die Rehe hier auch schon die Jungpflanzen verbissen. 

Doch auch der aufmerksame Spaziergänger kann hier mithelfen. Und etwas Reisig findet sich immer im Wald um die Jungpflanzen vor weiterem Verbiss wenigstens etwas zu schützen. Sich um den Anflug zu kümmern ist die kostengünstigste Variante beim Umbau des Waldes.
Ich komme in einem anderen Abschnitt noch auf unsere Anflugpflege zu sprechen!

Doch auch von Forstseite hat man hier hinterm Rehberg schon mit dem Umbau des Waldes auf Laubbaumarten begonnen.

 

Ich kenne die Baumarten wenn sie unbelaubt und noch so klein sind nicht so gut wie Roland und so habe ich ein Foto zu Roland mitgenommen und er sagte mir das es sehr wahrscheinlich BERGAHORN ist, welchen man hier gepflanzt hat.


Das ganze Gebiet habe ich mir noch nicht angeschaut und so kann es sein, dass auch noch andere Baumarten gepflanzt wurden. Ich werde es sicher demnächst nachholen.

LICHTBLICKE - im ansonsten traurigen Bild des Waldes 2019

 

29.03.2019

"Naturpark" Thüringer Wald - Im GAUCHSTHAL bei Gumpelstadt

Bei frühlingshaften Temperaturen schauen wir uns heute mal auf dem Pummpälzweg um.

Der Pummpälzweg führt als SAGENHAFTER SKULPTURENWANDERWEG  vom Frankenstein bei Bad Salzungen bis zur Wartburg bei Eisenach über 28 Kilometer. Dabei kann man an 23 Sagenstandorten die Sagen lesen und die dazugehörenden Holzschnitzfiguren auch bewundern.Ein schöner Wanderweg! 

Wir beginnen unsere Tour an den Angelteichen hinter Gumpelstadt. Aber auch wenn diese Tal "JAUCHZENTAL" heißt, zum Jauchzen besteht zur Zeit kein Anlass. Jedenfalls nicht für die Freunde des Waldes. (für die Einheimischen:"Kräckers")

Wenn man weiter läuft Richtung STREIFLING haben die Forstarbeiter schon die VERBISSSCHUTZZÄUNE gesetzt. Wie sie mir erzählt haben, soll die Weißtanne hier eingepflanzt werden und man will natürlich auch den Anflug im Gatter nutzen für den "Waldumbau".

 

Eigentlich heißen die Zäune in der "Fachsprache" WILDSCHUTZZAUN. Aber wir sind achtsam und erinnern uns an Naturpark und Windpark.

Solche Zäune zeigen uns, dass hier ein hoher Wilddruck besteht, dass hier ein UNGLEICHGEWICHT von Wald zu Wild herrscht. Dies ist ein Jahrhunderte altes Thema und zeigt die Vormachtstellung der Jagd.

 

"Im Staatswald lässt sich Trophäenzucht auf Waldbasis gut betreiben, denn der Steuerzahler zahlt die Mehrkosten für Zäunung und beständiges Nachpflanzen abgefressener Setzlinge". (Georg Meister)

Über dieses Thema findet man in Georg Meisters Buch "Tatort Wald" viele Hinweise:

 

ZITAT:
"Warum die Forstverwaltung den dringend notwendigen Umbau naturferner Forste nicht zu ihrer Jahrhunderaufgabe machte, ist für den Außenstehenden schwer nachvollziehbar. Und das vor allem deshalb, weil er nichts von den internen Querverbindungen zwischen FORST- und JAGDHIERARCHIE sowie JAGDLICHEN PRIVILEGIEN weiß. Im Klartext heißt das, dass hohe Forstbeamte bei Wildschäden wissentlich ein Auge zudrücken, weil sie andernfalls keinen kapitalen Hirsch vor die Flinte bekämen!!!!
Die WAIDGERECHTE HEGEJAGD bestimmt in den meisten Wäldern Deutschlands immer noch, was dort aufwachsen darf"

ZITAT ENDE

Auch dieses Gebiet eignet sich zum Fotografieren um in den nächsten Jahren die Situation der Waldentwicklung zu dokumentieren