FOTOPIRSCH durch den Privatwald

Es gibt Waldreviere, die ich gerne durchwandere. So wie hier am Stellberg/Mittelberg (420m üNN) zwischen den Rhöngemeinden Schwarzbach und Wahns in der Thüringischen Rhön

Das Waldgebiet bewirtschaftet die Familie von Rotenhahn. Sebastian Freiherr von Rotenhan war von 1989 bis 2001 Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW), deren Grundsätze er in seinen Wäldern konsequent umsetzte. 

Und diese Umsetzung für eine naturgemäße Waldwirtschaft spürt der waldinteressierte Wanderer hier in diesem Waldgebiet. Natürlich sind die Waldwege auch Forststraßen. Aber schon ein mit etwas Gras bewachsener Mittelstreifen entschärft die Forststraße und wir zu einem Waldwanderweg.
Im Gegensatz dazu der Panoramaweg am Rande der Kurstadt Bad Liebenstein. Zu grobes Schottermaterial als Grundlage für einen Wanderweg. Hier hat man mehr an die Holzabfuhr gedacht als an den Wanderer und Spaziergänger.

12.06.2019

alle Fotos wurden am 
18.06.2019 fotografiert 

Der kleine rote Punkt am Baum markiert den Ort für die Jagdkanzel. Sie steht gut versteckt nur wenige Meter vom Waldweg entfernt.
Die Rückegassen sind ohne Farbmarkierungen, so dass nach einiger Zeit der Bereich so verwachsen ist, dass man doch genau hinschauen muss um den Arbeitsbereich für die Großgeräte zu erkennen.
Jagdkanzel
Doch schon eine Kurve weiter scheint die Mittagssonne durch den Kiefernwald (links) und das frische Grün der Lärche (rechts) erfreut jeden Waldwanderer. Man spürt hier die natürliche Ausstrahlung des Waldes trotz der Arbeiten, die im Wald notwendig sind.
Und auch Waldgeschichte kann man hier im Wald erkennen, denn wer weiß noch was man früher so alles aus Kiefernharz herstellte.
 

Die Kiefer gehört zu den harzreichsten Nadelbäumen. Besonders bedeutend war die Gewinnung des Harzes aus Kiefernholz.

In den Ländern Osteuropas existierte die sog. Harzerei noch bis in die 1980er Jahre. Das in Gefäßen aufgefangene Harz (ca. 1,5 – 4 kg im Jahr pro Baum) wurde in Harzhütten zu pharmazeutischen Produkten, Lacken oder Wagenschmiere weiterverarbeitet. Für zahlreiche weitere Produkte war Harz das Ausgangsmaterial u. a. für Tusche, Buchdruckerschwärze und schwarze Ölfarbe.

 

Außerdem stellte man Kienöl (Terpentinöl) und Holzteer (Pech) aus dem harzreichen Holz her. Den zähen Holzteer verwendete man zum Abdichten von Holzfässern und Booten.

immer wieder wechselnde Baumgesellschaften (Lärchen,Birken, Kiefern) im Bild links und dann die majestätischen Küstentannen im Bild rechts und nach etwa 2 Km hat man sein Ziel, den Geburtsort von Heinrich Cotta erreicht.

1763 im Forsthaus auf der "Kleinen Zillbach", ein zum Herzogtum Sachsen-Weimar gehörendes Waldstück bei Schwarzbach wurde Heinrich Cotta geboren. 

Ich glaube, Heinrich Cotta hätte auch sehr viel Freude an diesem interessanten Waldstück in der Thüringischen Rhön