MONAT
SEPTEMBER 2020:

 

02.09.2020

Das Waldgebiet um Steinbach im Wartburgkreis
Waldbeobachtung vom Mühlbergskopf zum Scharfenberg oberhalb des Bergdorfes Steinbach in Thüringen

Man spürt es schon das der Herbst naht.
Zum einen wird es später hell zum anderen liegen die Nebel über dem Werratal.

So gegen 7:30 Uhr begann meine Tour kurz vor dem Lutherdenkmal

Die Stelle, an der Martin Luther am 04. Mai 1521 in Schutzhaft genommen wurde ist durch einen Obelisken gekennzeichnet, der von Herzog Bernhard II. von Sachsen-Meiningen gestiftet wurde. Dahinter ist der "Lutherborn" auf dessem Felsen das Datum der Entführung eingemeiselt wurde.

Es ist ein Waldgebiet wo die Buche dominiert aber auch noch einige Bereiche zu sehen sind wo die Fichte vorhanden ist.

Die meiste Fichten jedoch liegen an den Waldwegen auf Poltern!

Am Wegrand neben den Poltern hat man junge Bäume angepflanzt. Ich weiß nicht ob es Naturfreunde waren oder ob der Forst hier gepflanzt hat. Das geht hier aber nur mit Einzäunung. Und selbst diese Maßnahmen funktionieren nicht immer. Die Pflanzen ohne Schutz wie hier die Walnuss wurde natürlich gleich verbissen und auch die schon mannshohe Walnuss hat noch lange nicht überlebt!!.

Die Graffiti - Einlage zeigt, dass der Revierförster seine Duftmarke hinterlassen hat!!

Durch die Einzäunung hindurch verbissen!!

Fast am Ende des Mühlbergkopfes kurz vor dem Scharfenberg ( 542 m üNN) steht noch ein Bereich mit Fichten. Doch auch diese Bäume haben keine Chance, zur Schlagreife heranzuwachsen. Der Grund ist eindeutig und gut zu erkennen:

Zu viel Schalenwild !!

Und auch die Buchen haben darunter zu leiden.

Dem deutschen Wald, welchen früher einmal Dichter und Musiker beschrieben und besungen haben, diesen Wald gibt es nicht mehr. 
 

wer hat dich du schöner Wald

Text: Joseph Freiherr von Eichendorff
Musik: Felix Mendelssohn Bartholdy

„Die Thüringerinnen und Thüringer können sich auf mehr Waldwildnis freuen"

Anja Siegesmund - Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz am 04.12.2018

 

Was weiß schon Frau Siegesmund über unsere Wälder!
 
(studierte Politikwissenschaft, Germanistik und Psychologie)

 

Und wer hat uns Thüringer überhaupt gefragt ob wir "WALDWILDNIS" wollen?
Es wurde schon genug WILDNIS in den letzten Jahrzehnten geschaffen wie die Fotografien zeigen!!

Einige Gedanken zu unseren Wäldern:

Einem Wald geht es am besten, wenn wir ihn schätzen und gut nutzen.

Wenn Sie denkt, mit der Schaffung von "Urwaldreservaten" und der Einstellung der Holzernte den Wald zu schützen, irrt Sie sich gewaltig.

Sie steigert damit die Produktion von ERSATZPRODUKTEN, die nicht auf der Basis von Holz hergestellt werden (Plastikmöbel, Betonburgen, Aluminiumfenster, Ölheizung etc. )
 

Wir müssen es schaffen, dass Bäume bis zu ihrer Reife gut heranwachsen können um sie dann mit der allergrößten Sorgfalt ernten. Die Politik aber auch jeder Einzelne muss den Wert der Wälder erkennen und Hilfe leisten für die Erhaltung von gesunden Wäldern.

 

15.09.2020

"Waldbrand"  in der Nähe des Wachsteins
Waldbeobachtung zwischen ZOLLSTOCK - TOTER MANN  und WACHSTEIN am westlichen Thüringer Wald

Ich war entsetzt als ich die Tageszeitung vom 15. September 2020 aufschlug:

Mein erster Gedanke war:

"Jetzt geht das bei uns auch schon so los wie in Amerika, dass die Wälder brennen!"

Es war zu lesen, dass Feuerwehren aus dem nördlichen und südlichen Wartburgkreis alarmiert wurden, Ein Sanitäts- und Betreuungszug aus Eisenach, der DRK Bergwacht und der Polizei mit rund 100 Einsatzkräften waren vor Ort. Ein Löschhubschrauber kam ebenfalls zum Einsatz. Später wurden dann auch noch zusätzliche Wehren nachalarmiert.

Entdeckt worden war der Brand am späten Montagnachmittag. 

Zum Glück war der Brand dann am Dienstagnachmittag gelöscht.
Ein Dank an alle Kameraden der Feuerwehren!!

17.09.2020

Am Morgen des 17.Septembers - 3 Tage nach dem Brand - fuhr ich hinauf zum Rennsteig.
Als Waldbeobachter interessierte mich natürlich dieses Schadereignis am Wald.

Von Ruhla führt eine Straße hinauf zum Waldgasthof Hubertushaus. Von hier aus geht es den Rennsteig entlang - vom JUBERHAIN bis zum ZOLLSTOCK sind es ungefähr 1,5 Kilometer.  Vom ZOLLSTOCK führt dann der Weg hinauf zum TOTEN MANN und weiter bis zu der Brandstelle noch etwa 600 m.

Das es der Fichte hier oben auf dem Kammweg auch schlecht geht sieht man zum einen an den kahlen Flächen wo der Harvester schon seinen Dienst verrichtet hat, zum anderen aber auch an den vielen Käferbäumen, die noch stehen.
Für diese Aufnahmen musste ich nicht den Rennsteig verlassen.
So sieht der aufmerksame Wanderer den Wald links und rechts vom Rennsteig heute!!
 

Mir kommt es so vor, als hätten die Forstleute den Kampf mit dem kleinen Käfer längst verloren und sie haben aufgeben.

(Lassen wir sie stehen, Geld kann man jetzt sowieso nicht mit dem Holz verdienen also warum die Arbeit. Man kann es ja auch so erklären das der Wildwuchs auch etwas "Vorwald" so einen Schirm braucht, dazu sind sie allemal noch gut, die Fichten! Und den Buchen ist es eh egal.)

Um den ZOLLSTOCK herum ist die Buche die dominante Baumart.
Am Wanderweg des Rennsteiges findet man ab und an auch noch richtig alte und knorrige Bäume des Bergahorn. Der Nachwuchs von dieser Baumart gehört auch mit in das Waldbild hier am Rennsteig. 

Sie stammen sicher noch aus der Zeit von Gottlob König, der in diesem Gebiet (Jubelhain, Ascherbrück, Bermer) seinen Wald für seine Schüler bewirtschaftete und pflegte.

Die vom Harvester liegengelassenen Fichtenäste werden von den Buchen in kurzer Zeit zugedeckt!

Und dann habe ich mein Ziel auch fast schon erreicht.
Nur noch ein paar Meter hinter dem Totem Mann und ich bin an der Waldbrandstätte!

Feuer in einer eingezäunten Laubwaldschonung?

Ich war zugegeben etwas überrascht, dass der Waldbrand in einer LAUBWALDSCHONUNG ausgebrochen war, die mit einem Verbisschutzzaun umgeben war.
Die Zeitung schrieb etwas von einem:
Zitat: ... schwer zugängliches Gebiet!! Zitat ENDE.

Nun wollte ich es genauer wissen und machte meine Drohne startklar, um mir einen Überblick von oben zu verschaffen. (siehe Youtube - Waldbeobachter)

Damit sich junge Forstpflanzen unbeschadet entwickeln können, wäre ein angepasster Wildbestand die einfachste Lösung. Dort, wo das WILD vor dem Wald steht bleibt keine andere Wahl, die Pflanzen mit einem Zaun zu schützen.

Schauen wir mal genauer hin:
Es sieht so aus, als ob nur die Büsche und Gräser zwischen den Laubbäumen verbrannt sind, selbst dürre Fichten sind vom Feuer verschont geblieben. Ein paar alte Stubben sind angekohlt.

Auch sonst scheint die Laubwaldschonung durch einen, nennen wir ihn BUSCHBRAND, noch glimpflich davongekommen zu sein.

Interessant wäre noch zu wissen, wer am späten Montagnachmittag den Buschbrand entdeckt hat, waren es Wanderer, Naturfreunde oder Forstmitarbeiter?

Die Zeitung (STZ vom 17.09. 2020) schreibt: 
ZITAT
"Aufgrund von Drohnenaufnahmen gehe man derzeit davon aus, dass das Feuer an mehreren Stellen ausgebrochen sei, erklärte ein Sprecher der Feuerwehr Wutha-Farnroda. Dies müsse aber nicht unbedingt ein Hinweis auf Brandstiftung sein."
ZITAT ENDE 

Brandstiftung??
Ich stelle mir vor da läuft ein Feuerteufel zig Kilometer durch pupstrockenen zusammengefalteten Fichtenwald um dann einen 2 m hohen Wildschutzzaun zu überqueren und in einer Laubholzparzelle zwischen grünen Bäumen an mehreren Stellen zugleich ein Feuer zu legen?
Ne, das glaub ich auch nicht!!

Der Forst hat aber auch noch Glück im Unglück gehabt, dass sein Bauwagen, der nur wenige Meter von dem Wildschutzzaun entfernt in Richtung WACHSTEIN steht, nicht vom Feuer vernichtet wurde!!

 

24.09.2020

WALDHELFER im Einsatz
Wir helfen mit beim Waldumbau - Erster Einsatz - "SCHUTZ DER GEPFLANZTEN LÄRCHEN"

Unsere zuständige Revierförsterin zeigte uns eine Kalamitätsfläche, die in der nächsten Zeit eingezäunt wird.

Sie befindet sich zwischen "Hoher Schuß" (Napoleonshut) und dem Glöckner am Rennsteig.
Dort haben wir die Möglichkeit, Bäume einzubringen und wieder ein Stück Wald aufzuforsten.

Der auf der Karte grüne Bereich symbolisiert eine Waldfläche, auf der vor Jahren Lärchen gepflanzt wurden. Diese sind durch das Rotwild stark gefährdet und einige sind auch schon geschält und gefegt.
Darum wird es unsere erste Arbeit sein, diesen Lärchen einen gewissen Schutz zu bieten.

Rennsteig

Die liegengebliebenen ÄSTE vom Harvester dienen uns dazu, einen Schutzwall um die jungen Lärchen zu legen.
Das kostet außer unserer Arbeitskraft kein Geld !!
Denn es zeigt sich, dass auf diesem Boden die Lärchen gut gewachsen sind. Es lohnt sich also, sie zu schützen.

gefegt
geschützt

So haben wir am ersten Arbeitseinsatz etwa 30 junge Lärchen mit einem gewissen Schutz vor dem Rotwild versehen.

Wir wollen es dem Hirsch so schwer wie möglich machen, die jungen Lärchen zu schälen oder zu fegen. Bis der Zaun in oberen Bereich des Areals gebaut ist, werden wirin der Zwischenzeit noch weitere Lärchen mit einem natürlichen Schutz versehen.

Unsere Wälder brauchen gerade jetzt unsere Hilfe.
Deshalb ist es wichtig, sich mit den engagierten Waldförstern zu solidarisieren und ihnen unsere Hilfe anzubieten.

In dieser Notsituation, in der sich unsere Wälder gerade befinden, zeigt es sich, ob man nur über unsere Wälder redet oder auch aktiv etwas tut.

... denn dazu brauchen wir jede Hand!!!