MAI 2021

Es wird Euch wundern, warum ich im Mai keine Waldbeobachtungen ins Netz gesetzt habe. Die Grund ist recht einfach erklärt:
Der Garten muss hergerichtet werden. Da bleibt nicht viel Zeit durch die Wälder zu wandern.

 

Außerdem habe ich mit einem guten Freund begonnen, altes Handwerk selbst einmal auszuprobieren und die Technik nachzuvollziehen. Das ist äußert spannend. Oder haben Ihr schon einmal Eure eigene Holzkohle hergestellt? Doch dazu später.

Ich habe Euch schon den Garten vom Roland vorgestellt mit seinem Arboretum und seine Art der Selbstversorgung.
Heute möchte ich aus dem Garten vom Joachim und seiner Frau berichten.

Wir sind beim "ALTEN HEINZ" in Steinbach am Fuße des Thüringer Waldes.

heinz1-3.jpg

Der Garten ist terrassenförmig am Hang des Berges von ihm selbst angelegt worden. Der Garten beschreibt die Geschichte seines Heimatdorfes und der näheren Umgebung. Es ist ein Garten der zum Verweilen einlädt. Auf jeder angelegten Terrasse befindet sich ein besonderes Highlight. Da verläuft im Kleinen der gesamte Rennsteig von Hörsel bis nach Blankenstein, da steht auf einer anderen Terrasse die Rotunde vom Altenstein und auch die Schmiede, wo Landgraf Ludwig von Thüringen "hart" wurde kann man besuchen und ist mitten in unserer Geschichte. Und so geht es immer weiter. Tolle Blumen- und Staudenarrangement kann man ebenso erkennen wie auch die vielen Beete, Obstbäume und Sträucher  für die eigene Versorgung sind vorhanden.

Doch Joachim liegt auch viel daran, das andere, interessierte Menschen sowohl das Geschichtserlebnis als auch die Gartenarbeit erfahren und vor allem auch mit ihm zusammen praktizieren sollen.

 

Und so war ich dabei, mit ihm gemeinsam unsere Frühkartoffeln zu legen, die Reihen mit Folien zu schützen und später die diese nach dem Abdecken auch zu häufeln.

 

Auch für die Pastinaken und für die Schwarzwurzeln haben wir gemeinsam  die Beete vorbereitet und danach ausgesät.

Und wie man jetzt Anfang Juni (Bild rechts) sehen kann, stehen "unsere" Kartoffeln sehr gut.

heinz1-6.jpg
heinz1-7.jpg
heinz1-8.jpg

HOLZVERARBEITUNG in unserer "WALDKÖHLEREI"

Die Gartenarbeit ist die eine Seite, sich mit alten Techniken unserer Vorfahren zu beschäftigen die andere Seite im Garten zum "Alten Heinz".

Wir hatten uns vorgenommen, im Terrassenbereich "Schmiede und Köhlerei" unsere eigenen Meiler aufzustellen und selbst Holzkohle herzustellen. Das klingt erst mal sehr einfach.

 

Im Thüringer Wald ist die Köhlerei etwa seit dem 8. - 10. Jh. verbreitet und erreichte ihren Höhepunkt im 17./18. Jh.

Joachim besitzt zwei gusseiserne Glocken, die sich für diese Arbeit gut eignen. Und nachdem wir uns etwas belesen hatten schichteten wir zuerst den Quandelschacht in der Mitte auf (der Bereich wo man das Feuer entzündet) und herum stellten wir das trockene und abgelagerte Holz. Auch die Reste aus einem vorangegangen Versuch wurden wieder verwendet.

heinz1-11.jpg
heinz1-9.jpg

Und so konnten wir nach ein paar Tagen später aus 2 Meilern einen großen Sack Holzkohle gewinnen. Es war noch nicht perfekt, aber wir werden weiter daran arbeiten um den Beruf des Waldköhlers noch besser verstehen zu können. 

Ich finde es sehr aufschlussreich, diese alten Traditionen selbst einmal zu erleben und auch mal die Verarbeitung vom Holz zu demonstrieren. Auf alle Fälle reicht die Holzkohle für mehrere genussvolle Stunden bei einer guten "Thüringer Bratwurst", die ebenfalls nur wenige hundert Meter vom Garten hergestellt wird. 

Sicher werde ich noch öfters vom Garten zum  "ALTEN HEINZ" aus dem Bergdorf Steinbach am Fuße des Thüringer Waldes berichten