FEBRUAR 2021

Große Meilerstätte

 

03.02.2021

Kontrollgang - Weißtannenanflug 

So schwierig hatte ich mir nicht den Weg zu den 5 Tannen vorgestellt. Man hat das Käferholz aus dem DBU Forst herausgeholt und damit aber auch einen großteil des Weges unpassierbar gemacht. 

neuhofer_grund3-3.jpg

Das geräumte Waldgebiet neben dem "Waldweg" ist im Besitz des DBU-NATURERBE - einer Tochter der

Deutschen Bundesstiftung Umwelt

Auf der Internetseite der DBU Tochter liest man: ZITAT:
"Die langfristig durch die Naturerbe-Tochter der DBU betreuten Gebiete sollen zur Nationalen Strategie der Biologischen Vielfalt beitragen und seltenen Arten als Rückzugsräume dienen. Ein Ziel ist, das sich naturnahe Laubmischwälder ohne Einfluss des Menschen zu
neuer Wildnis entwickeln können, und artenarme Nadelholzforste zunächst schrittweise in naturnahe Wälder zu überführen. "
ZIAT ENDE 

Ich weiß nicht wie es ihnen geht aber für mich heißt das "übersetzt": Man lässt naturnahe Laubmischwälder vergammeln und die instabilen Fichtenforste werden wie zu sehen erst mal vom Käferholz befreit, danach wieder mit viel Geld bepflanzt um sie dann zu WILDNIS werden zu lassen?

Nun, der Weg zielt schon mal in die Richtung "neue Wildnis"!!

neuhofer_grund3-2.jpg
februar_21_1-7.jpg

Wir haben es dennoch geschafft zu den 5 Alttannen zu gelangen!

Es war im Juli 2017, als wir hier unter den 5 Alttannen begannen, den Jungwuchs an Weißtannen im Dickicht des Buchenanfluges etwas freizulegen, ihm etwas mehr Licht zu geben.

februar_21_1-2.jpg

06.07.2017

neuhofer_grund3-5.jpg

04.02.2021

KURZE Rückblende:  06.07.2017

In diesem Buchendickicht wie im Bild zu sehen, hätten die jungen Weißtannen keine Chance sich zu entwickeln. So werden in naher Zukunft viele Wälder aussehen, wenn man die Pflege des Waldes zum angeblichem Wohle des "Naturschutzes" aussetzt.

februar_21_1-4.jpg

06.07.2017

Damit die Jungtannen, die durch Anflug in den Startlöchern stehen und  weiter wachsen können, haben wir einen Teil des Buchendickichtes zurückgeschnitten und das anfallende Buchenreisig als Verbissschutz mit eingebaut.

 

Es wird dem Schalenwild nicht gefallen, sich durch diese Schutzmaßnahme durchzuarbeiten, zumal wir auch den Terminaltrieb noch zusätzlich mit Schafwolle geschützt haben..

03.02.2021

februar_21_1-3.jpg

06.07.2017

Und wirklich, die jungen Tannen sind in diesem Bereich überhaupt nicht verbissen und zeigen auch einen guten Trieb vom letzten Jahr. Die Mühe hat sich gelohnt, die Tannen werden sich entwickeln, wir werden weiter danach schauen und immer wieder helfend eingreifen.

neuhofer_grund3-20.jpg
neuhofer_grund3-17.jpg

Nur noch mal zum NACHDENKEN:
Der Anflug ist kostenlos, der Verbissschutz ist kostenlos, und auch der Arbeitseinsatz hat nichts gekostet außer ein paar Stunden Arbeitszeit zum Wohle des zukünftigen Waldes..

Auf der anderen Straßenseite, im geschlossenen Fichtenforst steht seit Jahren ein Weisergatter. Hier wird durch den Vergleich mit dem nicht gezäunten Bereich außerhalb  des Gatters wissenschaftlich untersucht, welchen Einfluss das Schalenwild auf die Naturverjüngung des Waldes hat.

neuhofer_grund3-6.jpg

Zentimeterdicke Moospolster die das Regenwasser speichern aber kaum an den Boden abgeben, dazu ein fast geschlossener Schirm von Fichten, vielleicht ist das auch ein Faktor für zu trockene Böden. Und wenn dann noch in den Sommermonaten zu wenig Regen fällt dann kommt das raus was da steht! Das sind interessante aktuelle Beobachtungen in den heutigen Fichtenmonokulturen. 

1886 schrieb Karl Gayer in seinem Buch "Der gemischte Wald" dazu folgendes:
ZITAT: Es wird kaum zu leugnen sein, dass die wintergrünen Schattenhölzer, insbesondere der reine Fichtenbestand, in weit geringerem Grade befähigt ist, den Boden die gleiche Feuchtigkeitszufuhr zu verschaffen, als die sommergrünen Holzarten. Der zum vollen Schluss heraufgewachsene Kronenschirm und die später zu erheblicher Mächtigkeit heranwachsende Moosdecke schließen in manchen Fällen den Boden sowohl im Sommer wie im Winter oft so erheblich von der Zuführung der Niederschläge ab, dass die häufig zu machende Beobachtung einer auffallenden Bodenvertrocknung schon während des Frühsommers wohl nur auf diese Ursache zurückgeführt werden kann. ZITAT ENDE

KLIMAWANDEL? So einfach wie heute hat man es sich früher nicht gemacht wenn es um instabile Forste ging!! 

Außer zwei bis drei vertrockneten Fichtenpflänzchen steht noch eine junge Weißtanne im Gatter, bei der man erkennen kann, dass sie seit Jahren immer weniger Zuwachs hat. Ja und vor dem Gatter sind natürlich die Jungtannen vom Terminaltrieb befreit worden. 

eisvogel-12.jpg
neuhofer_grund3-9.jpg
neuhofer_grund3-13.jpg

Man könnte in diesem Zusammenhang auch noch wissenschaftlich herausfinden, wie im benachbarten Revier die sogenannte "Wuchshülle" doch nur soweit Schutz bietet, bis die Roteichen sichtbar werden und dann vom Hirsch "betreut" werden.

neuhofer_grund3-24.jpg

Bleiben Sie ACHTSAM!!