MÄRZ 2021

 

03.03.2021

Waldbeobachtung  - Rund um den Scharfenberg

Endlich wieder rein in die Wanderschuhe und raus in die Natur.
Ab jetzt werde ich wieder so oft wie möglich meine Beobachtungen durch unsere Wälder, fotografisch festhalten und dokumentieren. 

Diese Tour heute rund um den Scharfenberg bei Steinbach am Fuße des Thüringer Waldes habe ich schon mal unternommen und zwar im Juni 2020, als ich die Quellen der Grumbach abgelaufen bin.

Damals sah der Wald so aus:

Durch den grünen Buchenbestand konnte man die braunen Fichten schon von weitem erkennen.

 

Der Borkenkäfer hat zugeschlagen wie auch in vielen anderen Revieren hier am westlichen Thüringer Wald.

 

Was bleibt da dem Forst übrig als diese Bäume herauszunehmen!

Juni 2020

Heute sieht der Wald so aus:

Ich habe mit der Drohne nicht ganz den Fotopunkt von 2020 erwischt. Doch man kann erkennen, dass die Fichten herausgenommen wurden. Was noch steht ist die Buche.

Wenn diese Baumart auch noch ausfällt, und die Zeichen stehen schlecht für die Buche im Thüringer Wald, dann gibt es keinen Wald mehr am Scharfenberg bei Steinbach.
Denn außer Fichte und Buche steht so gut wie keine andere Baumart!

März 2021

Schauen wir in diesem Zusammenhang auf den aktuellen Waldzustandsbericht  2020 von Thüringen

 "WALDZUSTANDSBERICHT" von Thüringen 2020 ( Quelle: forstpraxis.de)
 

ZITAT:

  • Fichte:
    Der Zustand der Fichte hat sich weiter verschlechtert. Die mittlere Kronenverlichtung ist in den letzten drei Jahren weiter gestiegen und erreicht mit 28,7 % ein neues Rekordniveau. Rund 44 % aller Fichten weisen starke Vitalitätsverluste auf, nur noch 24 % sind gesund.

  • Kiefer:
    Der durchschnittliche Verlust an Nadelmasse von 34 % ist der bislang höchste Wert seit Erhebungsbeginn. Starke Vitalitätsverluste sind bei 63 % aller Kiefern gemessen worden. Die Trockenschäden und der Insektenbefall haben bei der Kiefer weiter zugenommen.

  • Buche:
    Der Zustand der Buche hat sich im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert, ihr mittlerer Blattverlust ist auf 36,8 % gestiegen.
    Nur noch 5 % aller Buchen gelten als gesund, rund 68 % hatten starke Vitalitätsverluste.

  • Eiche:
    Der Zustand der Eichen hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert. Mit einer mittleren Kronenverlichtung von 42,8 % wird der höchste Wert seit Beginn der Waldzustandserhebung erreicht. Nur noch 3 % der Eichen können als gesund eingestuft werden, rund 75 % weisen starke Vitalitätsverluste auf.

     

ZITAT ENDE

Was mich etwas verwundert ist, dass man den Waldzustand nach der KRONENVERLICHTUNG bewertet. Und dann auch dieselben Kriterien beim Nadelholz und beim Laubholz anwendet. Man weiß doch recht gut, dass bei Trockenheit (2018/19/20) der Laubbaum sich schützt und Blätter abwirft, der ist da aber noch nicht krank. Daraus aber den WALDZUSTANDSBERICHT zu dokumentieren macht mich schon etwas sprachlos. 

Auf der aktuellen Internetseite vom ThüringenForst sucht man Datum heute nach dem Waldzustandsbericht 2020 vergebens. Hier werden noch Auszüge aus dem Waldzustandsbericht 2013 dargelegt. Und das auf eine sehr interessante Weise:
Quellenangabe im Netz: Waldzustand/ThüringenForst Abschnitt: Baumzustand

ZITAT:
Der Zustand der Bäume hat sich seit den 1990er Jahren verbessert!

Generell lässt sich sagen, dass sich der Zustand der Bäume in Thüringen seit Beginn der 1990er Jahre stetig verbesserte.
 

Nach dem Jahr 2000 mussten dann aber Rückschläge registriert werden. Setzten den vier Hauptbaumarten Fichte, Kiefer, Buche und Eiche in den 1980er Jahren vor allem Luftschadstoffe zu, machten ihnen in jüngerer Vergangenheit die oft trockenen Sommer zu schaffen.

Ganz gesund sind daher die wenigsten Bäume.

Ihr Anteil lag laut Waldzustandsbericht 2013 nur bei 26 Prozent der gesamten Thüringer Waldfläche. Nach Baumarten aufgeschlüsselt waren es 37 Prozent der Fichten, 20 Prozent der Buchen, 12 Prozent der Eichen und nur 7 Prozent der Kiefern.

 

ZITAT ENDE

Das man in einem Waldzustandsbericht 2020 in Thüringen über gerade mal 4 Baumarten berichtet ist bezeichnend.
Ich muss da an die Aussage eines ehemaligen Revierförsters denken, der uns bei einer Waldbesichtigung 2018 schon  sagte:

Nun ja ich glaube schon  das sie mehr Baumarten kennen, aber damit zu arbeiten, da bin ich mir auch nicht so sicher!!

Der Thüringer Minister verwies in diesem Waldzustandsbericht von 2020 auch auf die gute Zusammenarbeit des Ministeriums mit der Landesforstanstalt und den Waldbesitzenden:

ZITAT:
Die Forstleute und Waldbesitzenden leisten in dieser schwierigen Situation eine enorm gute Arbeit. 
Wir unterstützen die Landesforstanstalt und die Waldbesitzer bestmöglich dabei, Schäden zu bewältigen und klimastabilere und risikoärmere Mischwälder zu etablieren. Seit Mitte 2018 wurden 1,2 Mio. Setzlinge gepflanzt. 

Die Landesforstanstalt erhält ab 2021 für den aufgrund des Klimawandels notwendigen Waldumbau jährlich 11 Mio. € (Steuergelder!!) zusätzlich. 
Wir sind auf einem guten Weg," ZITAT ENDE

Mir fällt in diesem Zusammenhang die Weissagung der Cree - Indianer ein:

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.

Bleiben Sie ACHTSAM!!

 

11.03.2021

Es ist der 11. März 2021, (Datum beachten!!) als ich die Straße "Zum Dönnersen Berg" befuhr und am Feldrand sah, wie man schon einen Großteil der Alleenbäume (Pappel) gefällt hatte. Das machte mich neugierig.

Auf meine Frage an den Mitarbeiter warum die Bäume gefällt wurden kam die kurze Antwort: "Faul und morsch und nächstes Jahr ist der Rest dran!"

Mit dem "Rest" ist der Teil der Baumallee gemeint, der den Feldweg entlang führt bis kurz vor die Unterführung an der B19. (Bild oben)

Und wie man im Bild rechts erkennt, bearbeitet er auch gerade einen Baum der vom Kern her verfault war. 

Das wollte ich mir später noch mal genauer ansehen. Zuerst schrieb ich einmal eine Leseranfrage zum Thema Baumfällung an meine Heimatzeitung.

Wenn man jeden Stamm, der gefällt wurde in seine Rechnung einbezieht, so wurden hier insgesamt 62 Stämme abgeschnitten. Davon waren 17 KRANK und 45 GESUND!!

Überlegen wir was es mit dieser Baumart auf sich hat und warum man früher gerne diese Baumart als Windschutzstreifen oder auch als Alleenbaum genutzt hat.

Und warum hat man sich früher die Mühe gemacht und solche Streifen angepflanzt.


Große Ackerflächen bewirken ein monotones Landschaftsbild und begünstigen die Winderosion. Einen interessanten Aspekt dazu ist die Anlage von Windschutzstreifen in offenen Gebieten.

Diese Streifen können die Landschaft beleben, die Winderosion mindern und das Mikroklima verbessern.

 

Man kann große  Windschutzstreifen  heute noch u.a. im Hainich (hinter Behringen) und an den Feldrainen rund um Kammerforst,  erkennen.

 

 Wenn sie dann auch noch als Alleenbäume dienen und den Menschen Schatten spenden, schlägt man gleich 2 Fliegen mit einer Klappe. Die gewaltige Pappel im Foto rechts steht an der Werra am  Werratalradweg hinter Barchfeld-Immelborn.

Pappeln verdanken ihren botanischen Namen Populus der altrömischen Bezeichnung für Pappel. Die Gattung mit rund 40 Arten kommt weltweit in der nördlichen gemäßigten Zone vor und ist mit den Weiden verwandt Beide gehören zur Familie der Weidengewächse (Salicaceae).

Früher setzte man Pappeln zur Trockenlegung sumpfiger Gegenden ein, weil die Bäume durch ihr weitstreichendes Wurzelwerk viel Feuchtigkeit aus dem Boden ziehen können und über die mächtigen Kronen schnell verdunsten.

 

Die meisten Arten und Formen entwickeln sich zu stattlichen Großbäumen zwischen 20 und 40 Metern Höhe.

Eine Besonderheit der Gattung Populus ist das Bilden von sogenannten Klon-Kolonien. Aus den Wurzeln eines Baumes wachsen Schösslinge in einem Radius bis zu 40 Metern. Da es sich um eine Art vegetative Vermehrung handelt, haben alle heranwachsenden Bäume rund um die Mutterpflanze die gleichen Eigenschaften.
Geht der Baum beispielsweise durch Sturm oder ein Feuer oder durch Fäulnis zugrunde, wächst aus den Wurzeln ein oder mehrere neue Bäume!  Ein genialer Schachzug der NATUR!!
Wir bräuchten dabei eigentlich nur helfend einzugreifen und schon wächst ein neuer Baum heran.

Was wir nicht nur hier an diesem Beispiel ganz deutlich erkennen können ist, dass sich – meistens aufgrund von Kosteneinsparungen, Inkompetenz und mangelndem Personaleinsatz – über viele Jahre hinweg ein PFLEGEDEFIZIT aufgebaut hat, dem jetzt nun nur noch mit solchen radikalen Maßnahmen beizukommen ist.

Ich bin gespannt wie man mit den Austrieben der Pappeln umgehen wird, denn die kommen in den nächsten Jahren immer und immer wieder.  

Ein paar Euros wird´s ja auch noch in die Gemeindekasse spülen!!

Und da haben wir noch gar nicht über die Einhaltung der gesetzlichen Fällzeit §39 BNatSch G gesprochen!
 

"In der Zeit vom 1. März bis zum 30. September eines jeden Jahres zählt das Baum-Fällen als Vergehen. Die jeweiligen Bundesländer können diesen Zeitraum nicht verkürzen, sondern nur erweitern.
Hierbei sind jedoch nur die Bäume an Straßen, Alleen und in freier Landschaft gemeint. Hier ist das Bäume-Fällen ohne Genehmigung nicht gestattet. Sie müssen also in diesem Falle zum zuständigen Umweltamt und einen Antrag auf Baumfällung beantragen. Bei jeder Fällung und jedem Fäll-Antrag ist die Krankheit beziehungsweise die verkehrsgefährdende Ursachen, die die Fällung notwendig macht, zu begründen und hinreichend zu dokumentieren."

Was soll´s: WEG ist WEG - Wahrscheinlich wird in einiger Zeit wieder medienwirksam gepflanzt. 

BLEIBEN SIE ACHTSAM

 

21.03.2021

50. Internationaler "Tag des Waldes"

Der 21. März wurde erstmals 1971 von der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) als „Internationaler Tag des Waldes“ proklamiert. Seit 2012 ist dieses Datum offizieller Aktions- und Thementag der Vereinten Nationen. Wälder schützen und nachhaltig nutzen, anstatt zu zerstören, lautet seitdem die Botschaft des jährlich überall auf der Welt begangenen Waldtages.

Im Jahr 2021 steht der 50. Internationale Tag der Wälder unter dem Motto "Wiederaufbau von Wäldern - ein Weg zu Erholung und Wohlbefinden".

Dieser Welttag der Forstwirtschaft soll die Wichtigkeit aller Arten von Wäldern und ebenso der Bäume außerhalb von Wäldern betonen und würdigen.
Einer breiten Öffentlichkeit soll deutlich gemacht werden, dass es im internationalen Zusammenspiel gilt, die nachhaltige Bewirtschaftung, die Erhaltung und die Entwicklung aller Arten von Wäldern und Bäumen zugunsten heutiger und künftiger Generationen zu stärken.

In meiner Tageszeitung "Freies Wort"  ( 20.03. noch 22.03. - Ausgabe Bad Salzungen) wird diesem Tag keine Zeile gewidmet.

Das ist schade, wo doch sonst so gerne über Klimawandel, Dürre und Borkenkäfer und unseren kaputten Wälder berichtet wird.

Zumal man bei dem Motto für dieses Jahr: "Wiederaufbau der Wälder" - endlich auch mal die Arbeit der meisten Forstleute hätte würdigen können, die sich jeden Tag für den Wiederaufbau unserer Wälder einsetzen. 

BLEIBEN SIE ACHTSAM