IN EIGENER SACHE:

Ab diesem Monat JULI 2020 gibt es eine MONATLICHE ZUSAMMENFASSUNG meiner Waldbeobachtungen pro Seite. Durch Antippen des Buttons kommt man zum entsprechenden Datum des Monats

MONAT JULI 2020:

 

03.07.2020

Das Forstrevier rund um den Krätzersrasen

Atterode

Gleisdreieck

Der Krätzersrasen (Pfeil) war früher einmal ein beliebtes Ausflugsziel mit guter Küche und Übernachtung.

 

Zu DDR Zeiten war er auch Kinderferienlager und Urlaubsgebiet der Werktätigen des VEB Wälzkörperbetrieb aus Schweina. 

Kurz vor dem Krätzersrasen führt ein Weg sowohl um den Schnepfenberg (677m) wie auch um Bommelhauck (684m), Golmerskopf und Floßberg (618m) hinunter zum ehemaligen Bergwerksbereich ATTERODE.

Schon ab dem 12. Jahrhundert wurde hier Bergbau betrieben. Abgebaut wurde vorwiegend Eisenerz.
Für den interessierten Wanderer führt der BERGBAUPFAD hinüber nach Trusetal und Seligenthal.

Ist man achtsam und schaut man sich den Wald hier oben genau an, so erkennt man auf dem ersten Blick, dass es den ALTBUCHEN nicht so gut geht. Die Spitzen sind dürr und abgestorben, dem "Brotbaum des Forstes" geht es schlecht!!

Doch dieses Ereignis ist nicht neu, wir haben es schon im Oktober 2018 hier oben am Krätzersrasen beobachtet, als wir uns die Weißtannen am Schnepfenberg anschauen wollten. Es stand also schon vor Beginn der viel zitierten DÜRREZEIT 2018/19  nicht so gut um die Rotbuche auch auf etwa 700 m üNN wie hier am Krätzersrasen.
Man sprach nur noch nicht darüber!!

Diese Jahr ist noch der Frost der Eisheiligen dazugekommen, was man auch jetzt an vielen jüngeren Rotbuchen erkennen kann.

Nur kurz hinter dem Wanderweg zum Krätzersrasen nehme ich den Waldweg, der um den Schnepfenberg und Bommelhauck herum verläuft.

Hier hat der zuständige Revierförster vor Jahren Fichten gepflanzt und sie mit einem Verbissschutz versehen, damit der Terminaltrieb weiter wachsen kann. 

Ich war überrascht, dass man in einem Fichtenwald die Jungfichten mit Schutzmaßnahmen versehen muss.

Diese Schutzmaßnahmen müssten natürlich regelmäßig angepasst werden, damit der Terminaltrieb erhalten bleibt.Wenn es vergessen wird, dann sieht es so aus :

Es zeigt dem Beobachter, dass im Wald ein zu hoher Bestand an Schalenwild vorherrscht. Und das ist nicht zu übersehen!! Etwa jede 5 Jungfichte in diesem Pflanzgebiet direkt neben dem Weg war verbissen. Da helfen auch die schönsten Plasteteile nicht.

Interessant war zugleich, dass nur wenige Meter von dieser Pflanzung entfernt natürlicher Fichtenanflug ebenfalls direkt am Weg zu sehen war, der überhaupt nicht verbissen war. Schmecken sicher nicht so gut wie die gezüchtete Fichten aus der Baumschule. Es zeigt aber auch, dass mit natürlichem Anflug vielleicht besser zu arbeiten ist als mit Baumschulware!!

Doch auch die jungen Laubbäume wie Ahorn und Buche sind verbissen, während der Anflug von Lärche meist zum Fegen benutzt wurde. Wo du hinschaust, VERBISSEN, GEFEGT und  WEGGEFRESSEN!! Natürlich sind auch die Brennesseln und der Beifuß eine gute Beilage. Ich könnte jetzt noch jede Menge Fotos einstellen. 

THÜRINGEN FORST schreibt auf seiner Internetseite zum Thema NATURNAHE WALDWIRTSCHAFT:

 

ZITAT:

 

"Eine gut organisierte und nachhaltige Jagd ist dabei selbstverständlicher Bestandteil der naturnahen Waldwirtschaft. Ein professionelles Jagdmanagement ist mit das wirkungsvollste Instrument zum Schutz der Jungpflanzen. Es trägt entscheidend zum Gelingen des Waldumbaus in Zeiten des Klimawandels bei!"
 

ZITAT ENDE

Über Atterode zum Gleisdreck und dort gefrühstückt. Dabei wurde ich von einem Reh beobachtet!!

MEIN FAZIT:

Dem Jogger, Wanderer oder Mountainbiker wird das Leid der Wälder nicht auffallen. 
 

Doch jedem Naturfreund, der sich für Wald interessiert und der achtsam durch dieses Revier läuft, fällt sofort die zu hohe Schalenwilddichte auf. Dazu muss man nicht in Tharandt, Göttingen oder  Rottenburg studiert haben. Der Verbiss und die gefegten Bäume zeugen von keinem guten Jagdkonzept.


Hier gäbe es noch Nachbesserungen von Seiten des THÜRINGEN FORST.

Einfach das umsetzen, was Sie auf Ihren Internetseiten so schön herausgearbeitet haben.

Erinnern wir uns immer an den Satz von Prof. Dr. Josef H. Reichholf:

Wir müssen das TUN an den ERGEBNISSEN messen, nicht an den ABSICHTEN!!

Ab Gleisdreieck änderte sich mein Plan, weil ich einen bekannten Naturfreund traf und er mich mit in seinem Garten nahm.

 

Ein Großereignis stand an:
Seine vor drei Tagen gekauften Hühner durften zum ersten Mal den Stall verlassen und ihre neue Heimat kennen lernen. Auch hier konnte man gute Studien vornehmen. 

 

Aber das ist ein anderes Thema!!

 

07.07.2020

Kontrollgang am Aschenberg/ Kuhhalte

Der Aschenberg in der Nähe der Kuhhalte beim Kurort Bad Liebenstein ist ein interessantes Beobachtungsobjekt für jeden Waldfreund  in Bezug auf den "Waldumbau" beim ThüringenForst. Stürme und Klimawandel haben einen großen Teil des Fichtenwaldes umgeworfen. Dort, wo man schon in den 1980iger Jahren Baumarten eingebracht hat, die den Belastungen besser standhalten als die Fichte, dort steht der Wald trotz "Klimawandel" recht gut da.

Das sind neben den Laubbaumarten Edelkastanie, Schwarznuss, Roteiche vor allem die Weißtanne, Küstentanne und Lärche, die die Stürme der letzten Jahre gut überstanden haben. Doch darüber habe ich schon öfters berichtet.

 

Interessant ist das Gebiet, welches man im Dezember 2018 mit dem RAPTOR gemulcht hat und und wo im März, April 2019 Pflanzaktionen durchgeführt wurden.

Dezember 2018

Dezember 2018

März 2019

Juli 2010

Juli 2010

Viel Technik, hohe Kosten und vor allem viel Mühe und Arbeit wurde hier am Aschenberg oberhalb der Kuhhalte investiert, um wieder Wald anzupflanzen. Den gezäunten Bereich konnte ich nicht betreten. Daneben wurde aber auch Tanne und Kirsche gepflanzt ohne Zaun. Das sieht heute so aus:

verbissen

verbissen

verbissen und Terminaltrieb erfroren

Kirsche hinterm Zaun steht gut

verbissen

verbissen

Nach meinen Schätzungen sind etwa 90% der Tannen und Kirschen, die nicht gezäunt sind, vom Schalenwild verbissen. Brombeeren und Himbeeren stehen prächtig!

Keine Kontrolle konnte ich dort machen, wo die gepflanzten Baumarten von den  Brombeeren und Himbeeren (fast 1 Meter hoch) überwuchert wurden. Ob hier Pflegemaßnahmen von forstlicher Seite durchgeführt werden wird man sehen. 

Und die meisten Wanderer, Mountainbiker und Nordic Walkinger sehen das es wieder schön grün aussieht und sind zufrieden!!

Waldumbau zum
artenreichen Dauermischwald JULI 2020 
am Aschenberg bei Bad Liebenstein

 

16.07.2020

Weißtannenkontrolle an der Hirschwand

An der Hirschwand in der Thüringischen Rhön unterhalb des Pleß stehen 3 Alttannen.

Der Forst hat hier oben begonnen, Douglasien zu pflanzen und auch  einen Teil des Tannenanflugs mit Terminalschutzkappen vor dem Verbiss zu schützen.

Wir haben uns vorgenommen, den Forst hierbei zu unterstützen.

 

Seit MAI 2017 schauen wir 2 x im Jahr nach den Jungtannen. Uns ist bewusst, dass die wenigen Forstarbeiter gerade jetzt in der Käferphase nicht die Zeit haben, um regelmäßig die Schutzkappen zu versetzen.
Wenn man an der falschen Stelle spart ist das eben so!!

Es liegt so viel Reißig im Wald rum was man KOSTENLOS nutzen kann um den Anflug der Weißtannen vor Verbiss zu schützen. 

Das es mit den Verbissschutzhüllen hier an der Hirschwand nur bedingt funktioniert kann man gut beobachten. Wenn sie aus dem Schutzbereich herausgewachsen sind sind sie genau so anfällig für das Fegen und Verbeißen wie ohne diese Maßnahmen. Naja dann schneidet man eben die erledigten Bäumchen weg und entsorgt die Plastehüllen oder auch nicht.  AUS DEN AUGEN - AUS DEM SINN!!
Nur der achtsame Waldbeobachter erkennt das!!  

Und selbst die Douglasien, die es geschafft haben über den Äser zu kommen wie im rechten Bild zu erkennen ist, sind auch nicht sicher vor dem Schalenwild.

Fotoarchiv: 09.05.2017

Das es mit der kostenlosen Variante auch funktionieren kann, die Tannen zu schützen, zeigt sich im nebenstehenden Bild.

Genügend Reißig um den Baum verhindert den Verbiss und das Fegen und Schälen.Doch das bedarf einer ständigen Kontrolle und vor allem einer guten Jagdstrategie. 

Wie man an der Douglasien im rechten oberen Bild sehen kann nützen die besten Schutzmaßnahmen nicht, wenn ein ausgewogenes Verhältnis von Wald zum Wild nicht hergestellt wird.

Das man beim Durchforsten des Waldes  auch hin und wieder ein bisschen überlegen sollte zeigt das Video:

UNSER FAZIT:

MUTTERBÄUME MACHEN DEN WALD STARK !!
Samenbäume sorgen für einen gesunden Wald

Die Pflanzung sogenannter Mutterbäume, die sich dann später als ausgewachsene Bäume über Samenflug selbst weiterverbreiten, tragen zu einer stärkeren Biodiversität im Wald bei und machen ihn damit widerstandsfähiger.

Wenn man bedenkt, dass der Anflug aber auch die wohl kostengünstigste Variante des Waldumbaues ist, so sollte sich vor allem darauf das Augenmerk des Forstes legen. Was nützen Millionen und aber Millionen an Fördermitteln, wenn das Ergebnis dann daraus doch nur wieder ein

WALDENTWICKLUNGSTYP "FICHTE mit HIRSCH"
entsteht.

Wir wissen selbst das die Fichte ein großartiger Baum ist, der nur in Kombination mit vielen anderen Baumarten in unsere Wälder gehört.

 

Wir als "waldinteressierte Bürger" werden uns auch weiterhin in unserem ehrenamtliches Arrangement für den Schutz des Weißtannenanfluges hier in der beginnenden Thüringischen Rhön einsetzen. 

 

22.07.2020

Am Breitunger Rennsteig

Der "Breitunger Rennsteig" ist ein Wanderweg, der vom Rennsteig am Dreiherrenstein (Großen Weißenberg 746,5 m ü. NN) beginnt und in dem Ort Breitungen im Werratal endet ( oder beginnt)

Hiermit wird an den Meininger Landeskundler Georg Brückner (1800–1881) erinnert, der ihn wegen seiner Grenzlage und Bestimmung als Fortsetzung des Rennsteigs betrachtete.

Mich interessierten hierbei vor allem die Waldungen rund um den Unteren Beerberg, Rennwegskopf und Judenkopf.

Natürlich freute ich mich auch auf die herrliche Aussicht von der "Hohen Klinge" hinab ins Werratal bis hinüber zu den Bergen der Rhön.

Es ist das B nicht das R, dem man folgen muss und ich kann sagen, dass der Wanderweg sehr gut ausgeschildert ist. Meine Tour am Breitunger Rennsteig beginnt dort wo die Landstraße die nach Brotterode führt, den Wanderweg kreuzt.

Alte Buchen vor den Stangen der Fichten erinnern noch daran, dass die alten Grenzwege zwischen Kurhessen (KH) und Sachsen-Meiningen (SM) in Thüringens Wäldern früher mit Laubbäumen gekennzeichnet wurden.

 

Der Breitunger Rennsteig ist so ein Grenzpfad zwischen diesen beiden Ländern. Unzählige Grenzsteine erinnern noch heute an diese Zeit.

Fichtenwald wechselt sich mit Buchenwald ab wobei man hier aber nicht von einem Mischwald reden kann sondern alles schön für sich, die Fichtenplantage und die Buchenplantage.

Aber auch hier oben auf über 700 m ü.NN erkennt man beim genauen Hinschauen die abgestorbenen Triebe der Altbuchen.

 

Der Wassermangel der letzten 2 Jahre hat auch in diesen Höhenlagen dafür gesorgt, dass der "Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft"  gewaltig leidet.

Man konnte es aber auch schon 2018 im Frühjahr hier oben beobachten!! 

Die durch die Spätfröste zu den Eisheiligen geschädigten Rotbuchen haben durch den Johannistrieb doch noch Wachstum bekommen. 

Der Johannistrieb, mancherorts auch als Augustsaft bezeichnet, ist ein zweiter Austrieb mit Blättern und Trieben, der bei Laubbaumarten wie der Ahorn, Eiche aber auch bei der Rotbuche erfolgt.

Der Grund für den Johannistrieb ist der Wachstumsvorteil gegenüber anderen Pflanzen und vor allem dann, wenn die ersten Triebe des Jahres geschädigt oder vernichtet wurde. Zum großen Nutzen der Forstwirtschaft.

Die durch die Spätfröste zu den Eisheiligen geschädigten Rotbuchen haben durch den Johannistrieb doch noch Wachstum bekommen. 

Der Johannistrieb, mancherorts auch als Augustsaft bezeichnet, ist ein zweiter Austrieb mit Blättern und Trieben, der bei Laubbaumarten wie der Ahorn, Eiche aber auch bei der Rotbuche erfolgt.

Der Grund für den Johannistrieb ist der Wachstumsvorteil gegenüber anderen Pflanzen und vor allem dann, wenn die ersten Triebe des Jahres geschädigt oder vernichtet wurde. Zum großen Nutzen der Forstwirtschaft.

Dieser Anblick auf dem Weg vom Unteren Beerberg hinauf zum Rennwegskopf und darüber in Richtung Judenkopf  begleitet dem achtsamen Wanderer durch die Fichtenwälder auf Schritt und Tritt.

Da kann sich der Baum noch so sehr mit Harz gegen das Schälen durch das Schalenwild ( Rotwild)  wehren, es ist vergebens. Aus diesen Bäumen wird niemals ein ordentlicher Balken oder ein gutes Brett entstehen. 

Und ich muss immer daran denken dass hier Waldarbeiter oder vielleicht auch Freiwillige dieses Bäume gepflanzt haben und jeder der schon mal mit gepflanzt hat weiß wie schwer diese Arbeit ist. Und dann werden die Wälder durch eine falsches Jagdkonzept einfach zerfressen.

Es ist besonders auffällig, dass vom SCHNEPFENBERG beim Krätzersrasen über das Gebiet am QUESTENSTEIN bis hierüber zum RENNWEGSKOPF die Fichtenwälder genau so aussehen!!

Man kommt immer und immer wieder als achtsamer Waldbeobachter zum gleichen Ergebnis.
Wo bleibt das versprochene "professionelle Jagdmanagement" liebe Leute vom ThüringenForst!

Ich schreib gerne noch mal die Quelle auf:

THÜRINGEN FORST schreibt auf seiner Internetseite zum Thema NATURNAHE WALDWIRTSCHAFT:

 

ZITAT:

 

"Eine gut organisierte und nachhaltige Jagd ist dabei selbstverständlicher Bestandteil der naturnahen Waldwirtschaft. Ein professionelles Jagdmanagement ist mit das wirkungsvollste Instrument zum Schutz der Jungpflanzen. Es trägt entscheidend zum Gelingen des Waldumbaus in Zeiten des Klimawandels bei!"
 

ZITAT ENDE

An der Hohen Klinge hat man einen phantastischen Ausblick ins Werratal und die Rhön

Mein Ziel war die tausendjährige Linde von Bairoda,
einem Ortsteil von Bad Liebenstein, dem ältesten Kurbad von Thüringen
an der auch der BREITUNGER RENNSTEIG vorbeiführt