JANUAR 2021

Große Meilerstätte

 

07.01.2021

Wanderung durch den Winterwald am Rennsteig

Es ist Winter am Rennsteig - richtig schöner Winter!! Ich glaube seit 3 Jahren hat hier oben nicht soviel Schnee gelegen wie zur Zeit. Das ist natürlich prima zumal es auch für den Wasserhaushalt des Waldes enorm wichtig ist, wenn viel Schnee liegt.

Eigentlich wollte ich mir die Neuanpflanzung an der Vogelheide mal genauer anschauen, aber da es hier ca. 25 cm Schnee gab, konnte man die Pflänzchen kaum erkennen.

Sie waren gut eingepackt mit Raureif und Schnee. Erfreulich war auch, dass ich kaum eine Fährte im Schnee durch Reh- oder Rotwild entdecken konnte. Ein gutes Zeichen!!

Ich wanderte weiter bis zum Auerhahn, dort wo die Bergrettung zu Hause ist.
Interessant ist, dass hier noch ein Original- DDR Rennsteig- Wegweiser steht.

Am Inselsberg steht auch noch so ein Wegweiser. Man erkennt, wieviel Mühe man sich damals damit gegeben hat, den Schriftzug darzustellen. Es zeugt aber auch von der Liebe zu seiner Heimat und zeigt auch den Stolz zu dem wohl bekanntesten Wanderweg Deutschlands.
Wer mehr über diesen einzigartigen Kammweg erfahren möchte, dem empfehle ich diese Seite im Netz.

Aber auch das Revier an der beginnenden VOGELHEIDE besitzt einen historischen Hintergrund. Dieses Gebiet war bis 1750 so gut wie ohne Wald. Erst  dann wurde durch Oberforstrat KÖNIG diese Gebiet aufgeforstet.

Durch die Käferplage der letzten Jahre ist es jetzt auch wieder neu aufgeforstet worden.

Wir wollen hoffen, dass auch dieses Jahr das Wetter nicht wieder so extrem trocken wird wie 2018/19. Nur dann haben auch die Fichten hier oben zwischen Glasbach und Auerhahn am Rennsteig sicher noch eine Chance zu überleben.

 

11.01.2021

Der Baum des Jahres 2021

In der kalten Jahreszeit, wo unsere Waldaktivitäten mehr oder weniger ruhen, wollen wir uns mit den Baumarten auseinandersetzten, die vielleicht in der Zukunft mehr als bisher in unseren Wäldern Beachtung finden sollten.

Doch heute geht es erst einmal um den
BAUM DES JAHRES 2021 
Die Europäische Stechpalme - (Ilex aquifolim)

Ich muss zugeben, dass ich die Hülse eigentlich mehr als Strauch weniger als Baum kenne. Man bevorzugt sie in Gartenanlagen in unserem Gebiet als "Schmuckstrauch" der vor allem im Winter durch seine immergrünen Blätter und seine roten Früchte auffällt. Das die Stechpalme, die auch Hülse genannt wird bis zu  10 m hoch werden kann, war mir nicht bewusst.

Ilex, der botanische Gattungsname, ist für viele Leute auch der sehr viel bekanntere Name. 

Ilse bilse, keiner willse, die böse Hülse!

Die Familie umfasst weitere 450 Arten, darunter auch laubabwerfende Arten, die auf der ganzen Erde verbreitet sind. Zum Heimatgebiet der Stechpalme gehört vornehmlich Mittel- und Nordeuropa, Südosteuropa, Vorderasien, Kleinasien, den Balkan und das Mittelmeergebiet. Die Pflanze wirkt durch ihre harten, immergrünen, an den Rändern stachelig gezahnten Blätter ausgesprochen dekorativ. Ab September färben sich die als Weihnachtsschmuck begehrten Steinfrüchte allmählich rot. Die roten Beeren und Blätter der Ilex aquifolium sind stark giftig. 20 bis 30 rote Beeren gelten für den Menschen als tödliche Dosis.

Und wie eine Palme sieht sie ja auch nicht aus. Doch was es damit auf sich hat findet man in der Literatur oder im Netz
 

Interessant war für mich folgende Zeilen, die ich auf der Internetseite des "Baumes-des-Jahres.de" gefunden habe.
ZITAT:

"Sie ist eine Europäerin durch und durch. Sie wuchs schon vor über zwei Millionen Jahren hier auf diesem damals allerdings deutlich wärmeren Kontinent, und zwar in einer subtropischen Waldgesellschaft, wie sie heute in Europa nur noch auf den geologisch bereits zu Afrika gehörenden Kanarischen Inseln zu finden ist. Die Stechpalme ist aber trotz des sich abkühlenden Klimas in Europa geblieben. Sie hat sich in die sich ändernden Lebensverhältnisse eingelebt und nur während der periodisch auftretenden Eiszeiten in den Südwesten der Iberischen Halbinsel zurückgezogen. Eine Exotin ist sie also nicht, aber doch immerhin ein bemerkenswertes Relikt aus einem anderen Erdzeitalter."  ZITAT ENDE

Also ein Überlebenskünstler, dem die Klimaunterschiede von etwa zwei Millionen Jahren nichts ausgemacht haben. Alle Achtung!!

Gelesen habe ich, dass die wohl ältesten Bäume auf den Britischen Inseln zu Hause sind. Dort gibt es Exemplare, die über 20 Meter hoch sind, und um die 500 Jahre alt.
Und das man aus dem Holz neben gedrechselten Gegenständen früher auch Geh- oder Spazierstöcke hergestellt hat weiß man aus der Zeit von Franz Liszt und Johann Wolfgang von Goethe, die heute noch in Weimar zu sehen sind. Ach ja und ein weiteres bekanntes Stück Illexholz ist Harry Potters Zauberstab.