MONAT September 2019:

 

02. 09. 2019 - Rund um die HEIDE bei Barchfeld

Den Weg durch die Heide (siehe Karte) sind wir schon als Kinder gegangen. Es war früher ein beliebter Weg, um mit seinen Eltern oder Großeltern nach Meimers ins Gasthaus zu kommen.

Man konnte selbst im Sonntagszwirn durch die Heide laufen, die Wege waren bestens gepflegt und auch wenn man ermüdet war konnte man sich auf selbstgebaute Bänke setzen. Etwa auf die "WILHELMS-RUH" mit herrlichem Blick zur Rhön, weshalb sie auch von meinem Opa RHÖNBLICK genannt wurde (er hat sie gebaut – ich durfte als Kind mithelfen!!).
War man mitten im Wald lud die OTTOS-RUH ein, auch sie wurde von einem Waldläufer gebaut von der aus man sehr schön die Goldhähnchen, Waldbaumläufer, Kleiber und so manch anderen Vogel gut beobachten konnte.

Leider habe ich keine Fotos von dieser Zeit
HEIDE
Barchfeld
Sorga und Meimers

Schauen wir auf die Heide im Jahr 2019

Total vom Gras überwuchert und nicht zu erkennen ist der Weg hinein in den Wald hinter dem oberen Teich. Links daneben ist ein Teil des Verbissschutzzaunes umgefallen und man muss aufpassen, dass man sich nicht im Draht verheddert.(Bild unten) 

WALDWEG

Im Februar dieses Jahres konnte man noch etliche Käferbäume erkennen (Bild links). Die Bäume wurden gefällt und abtransportiert. Viel Licht jetzt im Wald und der Hang rechts ist schon ziemlich zugewuchert.

Das Käferproblem ist aber damit nicht gelöst auf der Heide, wie man im unten stehenden Foto erkennen kann.

Im Jahre 1966 zog eine Sturmböe durch Barchfeld und vernichtet an der Stelle, wo heute der Spielplatz im Erlich ist ein Erlenwäldchen, zog dann weiter und warf auch Teile der Heide um. Diese wurde sofort geräumt und man pflanzte an Stelle der Fichte diesmal Kiefer an.

Er wird seit einigen Jahren von einem fränkischen Privatwaldbesitzer bewirtschaftet!!

2017 wurde durchforstet und heute wachsen neben der Kiefer durch Anflug auch noch Eiche, Eberesche und andere Waldbäume im Schirm der Kiefer heran. Dieser Bereich der Heide steht heute recht gut da.
Kaum etwas zu merken von den Schadereignissen wie in anderen Wäldern, oder sollte ich besser sagen als in Staatsforsten?

20.09. 2018

02.09. 2019

Ich glaube immer mehr, das Herr Wohlleben mit seiner Aussage am Forstwesen in Deutschland nicht so ganz Unrecht hat!!

PETER WOHLLEBEN„In Deutschland gibt es eher Plantagen als Wälder“

Auszug aus dem Interview:


Was ist an der jetzigen Forstwirtschaft problematisch?
ZITAT: Diese Nadelholzverliebtheit muss dringend aufhören. Die Holzindustrie greift momentan gerne zu Nadelhölzern, die sind am günstigsten. Das liegt aber auch an den großen Mengen, die auf dem Markt verfügbar sind. Die deutsche Forstwirtschaft wird von staatlichen Ministerien organisiert. Forstwirte unterliegen einem Budget und müssen bestimmte Mengen liefern. Gleichzeitig ist aber auch der Staat der größte Wirtschafter im Forstsektor. Der Kontrolleur kontrolliert sich also selbst. ZITAT ENDE

Also ist der Klimawandel gar nicht schuld am Kränkeln der Wälder?
ZITAT: Durch den Klimawandel werden Probleme nur verschärft, die wir immer schon hatten. Dürren und Stürme sind ja keine neuen Naturphänomene. Jetzt haben wir hier aber Wälder, denen es schlecht geht, weil die falschen Bäume gepflanzt wurden. Natürlich halten die Wetter-Extreme nicht so gut aus wie gesunde Wälder. ZITAT ENDE

Die Umweltschutzorganisation BUND warnt vor einem Waldsterben 2.0. Warum geht dem deutschen Wald so schlecht?
ZITAT: Wir müssen uns erstmal die Frage stellen: Ist das, weswegen da gerade das Waldsterben 2.0 ausgerufen wird, überhaupt Wald? Oder ist das eher so etwas wie eine Plantage? Intakte Buchenwälder schaffen ganz gut, den gestiegenen Temperaturen zu trotzen. Wir sehen hier eher ein Problem mit der Forstwirtschaft. Wir haben den Wald eingeteilt in 16 Meter Baumlinien und vier Meter Fahrtwege, das sind mehr Plantagen als Wälder. Dort werden parzellenweise Bäume angepflanzt, die dort gar nicht heimisch sind. Das ist so, als würden wir Robben im Bodensee aussetzen und uns dann wundern, dass es denen dort schlecht geht.
ZITAT ENDE

gefunden in der: WIRTSCHAFTSWOCHE DIGITAL

 

Morgentour am Mittelberg (Cottawald)

oberhalb des Schwarzbacher Grundes

04.09. 2019

Pleß
Stoffelskuppe
Horn
Baier
Biosphärenreservat "RHÖN"

Ja ich gebe es zu, es ist ein Waldgebiet, was ich gerne erwandere.

 

Nicht nur weil wir hier unseren Pflanz- und Saatgarten haben, sondern weil wir in diesem Wald am Mittelberg zwischen Wasungen und Schwarzbach auch schon etwa hundert Bäume gepflanzt haben.

In diesem Privatwald wird gut gejagt und ein Gleichgewicht zwischen Wald und Wild hergestellt

Aber auch im Cottawald erkennt man die Klimaentwicklung der letzten Jahre. Wenig Niederschlag und heiße Temperaturen haben zum Beispiel dazu geführt, dass die 2 Stroben (Weymouthskiefern) am Eingang des Waldreviers nicht überlebt haben.

Urweltmammutbaum, Colorado-Tanne, Nordmann-Tanne und Douglas-Tanne daneben geht es zur Zeit noch gut.

Alle diese Bäume wurden schon zu DDR Zeiten gepflanzt, wir glauben dass es Versuche waren, die durch die Studenten von Tharandt durchgeführt wurden, weil es im Waldbereich auch noch eine Versuchsfläche mit verschiedenen Douglas-Arten gibt. Heinrich Cotta lässt grüßen!!

Das war´s dann aber auch schon mit "Waldsterben" hier im revier

Wenn man Bäume gepflanzt hat, dann sollte man auch immer mal nachschauen wie es ihnen geht.

Im Bild unten links kann man die Elsbeere erkennen, die trotz des guten Standes immer noch gegen Fegen und Verbiss geschützt werden muss. Daneben sieht man die Sämlinge der Weißtanne, die wir zusammen mit dem Revierförster 2017 ausgesät haben. 30 junge Tannen wachsen im Schutz des Saat-und Pflanzgatters heran ( siehe "Cottawald"- hier klicken).

Die letzte Pflanzaktion waren Ulmen (rechtes Bild), die wir mit einem Zaun umgeben haben und die sich auch gut entwickelt haben, wobei auch noch einige unter dem Schirm der Fichten im Pflanzgarten stehen. Auch die gepflanzten Weißtannen im Gatter sind gut angewachsen, wie man im Bild darunter sehen kann. Interessant wird sein, ob  die Eicheln und Esskastanien aufgehen werden, von denen wir einige Hundert in den Boden eingebracht haben.
Alles in allem hat sich die Mühe des Pflanzens doch gelohnt!

Wenn man seinen Wald zu einem MISCHWALD umgebaut hat, dann ist das Absterben von ein paar wenigen Bäumen kein Verlust. Anders ist es in den Monokulturen. Dort zeigt sich der Verlust einer Baumart sofort als Katastrophe.

 

Und es wächst ja auch schon wieder nach, was sich vorher selbst ausgesät hat. Wir werden es noch an einer anderen Stelle in diesem Wald erleben.

Nicht nur wie hier im Pflanzgatter (Bild links), wo Ulme (gepflanzt), Fichte, Kiefer, Birke, Eiche, Eberesche, Tanne (gepflanzt), Ahorn und Buche stehen, auch außerhalb des Gatters kann man diese Baumarten im gesamten Waldes erkennen (Bild unten)

Interessant wird es, wenn man sich ehemalige Kalamitätsflächen in diesem Wald genau anschaut

ganze Interview hier

Welcher Sturm hier die Bäume umgeworfen hat und wann kann ich nicht sagen. Was man erkennen kann, dass eine Kiefer dieses Freistehen auf der Sturmfläche auch nicht überleben wird. Hier wurde das umgestürzte Holz aus dem Wald gebracht und die gesunden Reste der Bäume blieben im Wald liegen. Abgestorbenes Holz bildet die Lebensgrundlage für zahlreiche Lebewesen. Das weiß man und muss nicht besprochen werden.

Es dient aber nicht nur als Grundlage für neuen Boden sondern ist zugleich auch Schutz für die neuen Baumarten, die jetzt, da sie Licht bekommen, auch gleich mit einem intensiven Wachstum beginnen.

Da wächst ein neuer Wald heran, denn die Natur wird immer dafür Sorgen, dass neuer Wald heranwächst. Aber auch nur dann, wenn wir Menschen im Einklang mit der Natur leben und ein gesundes Gleichgewicht von Wald zu Wild herrscht. Natürlich ist das eine oder andere Pflänzchen auch verbissen worden, aber das ist in Ordnung und behindert nicht den Neuaufbau des Waldes.

Man hätte natürlich auch mit dem RAPTOR das Waldstück zermulchen können und dann mit viel Arbeit wieder neu anpflanzen, wie es auf dem Aschenberg bei Bad Liebenstein geschehen ist (hier klicken).

Vielleicht meint Herr Wohlleben das auch so mit seinen Bemerkungen zum Wald und Klimawandel.

Interview mit Peter Wohlleben - Ostseezeitung vom 04.09. 2019 (Auszug)

Wir lesen in diesen Tagen ja wieder häufig, dass der Wald stirbt. Ist dem so?

Nein, da stirbt kein Wald, da sterben Plantagen. Deutschland ist ganz überwiegend Plantagenland, und das schon seit rund 300 Jahren – seit wir geregelte Forstwirtschaft haben.

Warum ist das kein Wald? Da stehen doch Bäume.

Nadelbäume. Aber die meisten Nadelbäume sind bei uns gar nicht heimisch, die kommen aus den Hochlagen der Gebirge oder aus Skandinavien. Die sind hier so heimisch wie Kokospalmen. Wenn Kokospalmen hier im Winter erfrieren, könnte man auch sagen: An dem großen Sterben des Kokoswälder ist der Klimawandel schuld, und wir brauchen jetzt zwei, drei Milliarden Euro, um wieder aufzuforsten. Das klingt absurd, aber das gleiche haben wir heute mit Kiefer, Fichte, Douglasie, Lärche. Die sterben auf großer Fläche.

Und Sie meinen, das liegt nicht am Klimawandel?

Natürlich sterben die auch wegen des Klimawandels, der verschärft diese Problematik. Aber Probleme waren immer schon da.
Bei der Fichte sind über Jahrzehnte gerechnet 57 Prozent aller Bäume durch Stürme und den Borkenkäfer gestorben.
Das heißt, wir haben immer schon Katastrophen bei diesen Baumarten. Das sind wie gesagt unsere Kokospalmen, nur dass sie im Winter nicht erfrieren, sondern im Sommer vertrocknen. Und trotzdem hält man jetzt die Hand auf.

Was soll denn nach dem Willen der Waldbesitzer mit den geforderten Milliarden Euro passieren?

Es sollen wieder Plantagen gebaut werden. Das ist der aktuelle Plan. Und da sage ich: „Nein Freude, das ist doch nicht euer Ernst.“ Aus diesem Grund haben vor Kurzem 70 Wissenschaftler, Experten, Verbandsfunktionäre einen Brief an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner geschrieben mit der Forderung, dass sie jetzt endlich mit dieser Plantagenwirtschaft aufhört.

Was sollte sie denn stattdessen tun?

Sie sollte dafür sorgen, dass wir wieder mehr zu einer natürlichen Waldgestaltung zurückkommen. Der Wald soll sich so entwickeln, wie es die Natur will. Die kostet übrigens kein Geld. Wald bekommen Sie überall. Wenn Sie bei sich fünf Jahre lang keinen Rasen mähen, stehen da überall kleine Bäume.

Stattdessen setzt Julia Klöckner auf das Pflanzen von Douglasien.

Ja, das ist wirklich interessant. Das Geld kann sie auch direkt im Ofen verbrennen. Ich finde es selten dämlich von Frau Klöckner, sich immer in Nadelplantagen und dann auch noch beim Pflanzen von Douglasien fotografieren zu lassen

Endlich mal ein Förster, der die Wahrheit sagt, danke Herr Wohlleben

Der Wald am Mittelberg, der "Cottawald", ist so ein gewünschter Mischwald, wo der Nachwuchs ohne menschliches Zutun schon in den Startlöchern steht.
Nur wenn es der Waldbesitzer will,  kann durch die gute Arbeit des Försters mit einem geeigneten Jagdkonzept ein zukunftsfähiger Mischwald entstehen.

 

Die COTTA-Plantage zu Zillbach

11.09. 2019

"COTTA-WÄLDCHEN"

ehemalige Zillbacher  Forstbaumschule

Das eine PLANTAGE nicht immer nur für Monokultur steht zeigt die COTTA- Plantage bei Zillbach in der Vorderrhön. Doch dazu später mehr.

Heinrich Cotta, der bekannte deutsche Forstwissenschaftler, hatte in dem kleinen Ort Zillbach bei Wasungen seine erste forstliche Lehranstalt gegründet. Als einer der Begründer der FORSTWISSENSCHAFT hat er Weltgeltung erhalten.

Der COTTA-PLATZ in Zillbach

Das sogenannte "Weiße Haus" oder Pächterhaus in Zillbach, in dem die forstliche Lehranstalt HEINRICH COTTAS 1793 - 1795 untergebracht war und an der ab 1794 GOTTLOB KÖNIG am Unterricht Cottas teilnahm.

Nach der herzoglichen Anerkennung seiner Forstschule am 27. März 1795 verlegte er sie zusammen mit dem Internat wegen starker Zunahme der Schülerzahl vom Pächterhaus in das vom Herzog zur Verfügung gestellte JAGDSCHLOSS zu Zillbach.

 

Im Herbst wurde sie eröffnet.

 

GOTTLOB KÖNIG gehörte zu den ersten Schülern , die Heinrich Cotta in seiner nunmehr öffentlich anerkannten Anstalt unterrichtete

Heinrich Cotta ist der Begründer der modernen, nachhaltigen Forstwirtschaft und Forstwissenschaft und leistete den Übergang von der „Holzzucht“ zum „Waldbau“ als einer ganzheitlichen „Wissenschaft und Kunst zugleich“. Cotta prägte den Begriff „Waldbau“ überhaupt erst, vor allem durch sein berühmtestes Buch Anweisung zum Waldbau (1817) (WIKIPEDIA)

Wussten Sie das es 55 Forstbaumschulen in der ehemaligen DDR gab?
Und dass die Forstbaumschule "Heinrich Cotta" in Zillbach mit rund 50 ha die größte im ehemaligen Bezirk Suhl war? Die Einwohner von Zillbach ehrten so auf ganz praktische Weise das Vermächtnis ihres großen Sohnes Heinrich Cotta.

Rund vier Millionen Jungbäume hat diese Anzuchtstätte allein in Jahre 1989 ausgeliefert. Sie reichten für eine Fläche von 1.000 Hektar.

Alle 55 Forstbaumschulen der ehemaligen DDR zogen auf insgesamt 1 300 Hektar Baumnachwuchs heran. Damit konnten jährlich rund 23.000 Hektar Wälder aufgeforstet werden.

Aus der Luft kann man noch sehr gut die Terrassen für die Anpflanzungen links und rechts des Weges der ehemaligen Forstbaumschule "Heinrich Cotta" erkennen.

Am "COTTA- WÄLDCHEN" bei Zillbach

Nicht weit weg von seiner Lehranstalt in Zillbach legte Heinrich Cotta für seine Schüler 1792 die "COTTA PLANTAGE" an.

Bis 1794 wurden 166, bis zu seiner Abreise nach Tharandt 437 Baumarten gepflanzt, wie man auf der Infotafel am Eingang des kleinen Waldes nachlesen kann.

225 Jahre alte Bäume? Da muss man doch mal reinschauen.

Das müsste doch ein "Wallfahrtsort" für unsere auszubildende Forstintelligenz aus Gehren, Erfurt, Tharandt, Göttingen oder sogar Rottenburg sein, ODER?

Seine damaligen Schüler haben es ihm jedenfalls gedankt und im Waldzentrum ein Steinsäule mit der Dankesbekundung aufgestellt. Dazu auch noch den Satz von Heinrich Cotta in Stein gemeißelt:

Der Beruf des Forstmannes ist halb Kunst und halb Wissenschaft
und nur die Ausführung macht hierbei den Meister  - HEINRICH COTTA 1811

Heute ist die COTTA- Plantage ("Cotta- Wäldchen" genannt) eine ziemlich traurige Angelegenheit. Da ist nicht mehr viel von KUNST und WISSENSCHAFT  im FORST zu sehen. Es zeigt sich schon daran, dass es überhaupt keinen Hinweis im Ort auf dieses Waldstück gibt.

In der Mitte der Plantage sind 3 schon in die Jahre gekommene Tafeln über die Nutz-, Schutz-, und Erholungsfunktion eines Waldes angebracht, was mit dem eigentlichen Thema überhaupt nichts zu tun hat. Ich freute mich auf die Aufzählung der gepflanzten Bäume von Heinrich Cotta - vergebens.

Vor einigen wenigen Bäumen kann der waldinteressierte Naturfreund gerade noch so nachlesen, um welchen Baum es sich handelt. Die meisten Stelen sind entfernt und nur noch die Eisen schauen aus dem Boden vor den Bäumen heraus. 

Sollten unsere Waldexperten nicht gerade solche einmaligen forstgeschichtlichen Anpflanzungen wie ihren Augapfel schonen, hüten und pflegen? Kennt überhaupt jemand an den forstlichen Fachhochschulen und Universitäten dieses Kleinod?

Wer weiß schon das westlich des Thüringer Waldes und in der Thüringischen Rhön die Geschichte der Forstwissenschaft geschrieben wurde. 

Für mich als Naturfreund war diese Exkursion in die Vergangenheit eher deprimierend und zeigt mir sehr deutlich, wie gering das Interesse des heutigen Forstes an der praktizierten Geschichte der Forstwissenschaft in Thüringen ist.

 

"NATURPARK" Thüringer Wald

Auszug aus der Verordnung über den NATURPARK THÜRINGER WALD - ( ThürWaldNatPV TH)

§ 3 - Schutzinhalt, Schutz- und Entwicklungsziele

(2) Im Naturpark sollen mit dem Ziel

1. des Schutzes und der Entwicklung von Natur und Landschaft ...

die naturnahen Wälder mit ihren Schutzfunktionen als Lebensräume der heimischen Tier- und Pflanzenarten sowie als Erholungsgebiete erhalten und die Entwicklung naturnaher Waldbestände gefördert werden ...

eine an den Naturschutz- und Erholungszielen orientierte Landnutzung, insbesondere der naturnahe Waldbau, die extensive Landwirtschaft, der ökologische Landbau sowie der schonende Umgang mit Grund- und Oberflächenwasser gefördert und entwickelt,

§ 4 - Verbote:

Im Rennsteigbereich, der sich nach der Eintragung als Denkmalensemble in das Denkmalbuch nach § 4 des Thüringer Denkmalschutzgesetzes in der Fassung vom 14. April 2004 (GVBl. S. 465) in der jeweils geltenden Fassung bestimmt, ist es verboten:

1. Windparke und Windkraftanlagen zu errichten

18.09. 2019

Unterwegs im Naturpark Thüringer Wald
auf Deutschlands bekanntestem Wanderweg

Auf die Frage, was denn der NABU zum "Waldsterben" sagt, erklärte mir ein angesehenes Mitglied von diesem Verein aus unserer Region:

 "Wir halten uns da raus!!

 

Interessante Aussage

Ich wollte es eigentlich nicht glauben: 
Als ich im vergangenen Jahr 2018 diesen Weg gelaufen bin, war die "Baumwelt" hier oben zwischen Goldborn und Schaumborn auf etwa 650 m üNN direkt am Rennsteig noch relativ in Ordnung. Ein Jahr später hat auch hier der Borkenkäfer seine Nachkommen gezeugt. Und die haben ganze Arbeit geleistet, wie man auf den Fotos sehen kann.

"Rennsteig- Feeling" 2019 - zwischen Auerhahn (657 m ü.NN) und Großer Meilerstätte (671 m üNN)

ZERTIFIZIERTER WANDERWEG:
Das Zertifikat garantiert die Qualität der Wanderwege und ist ein Gütesiegel für Qualität. Wer einen zertifizierten Wanderweg betritt, der wandert auf der sicheren Seite und kann sich immer darauf verlassen, dass der Weg selbst in einer ausgezeichneten Qualität gehalten wird und entsprechend sicher ist. So sind eine langfristige Qualitätssicherung und ein großes Wandervergnügen garantiert
.

Fichten

Auf der Internetseite vom ThüringenForst steht:
Zitat - 
"Unser von Fichten dominierter Wald, durch den auch der Rennsteig führt, wird von unseren Förstern und Forstwirte vorbildlich bewirtschaftet. Das Ziel unserer Waldbewirtschaftung und der damit verbundenen Waldpflegearbeiten ist ein artenreicher, strukturreicher und stabiler Dauermischwald". Zitat Ende

Eine interessante Frage wird sein, wie die Neuausrichtung der Wälder in Zukunft am bekanntesten Wanderweg im NATURPARK Thüringer Wald sein wird. Denn zur Zeit sind die "Täter" ja bekannt, der BORKENKÄFER und die DÜRRE.

Das kann jeder sehen und auch begreifen!!

Doch wie sehen die zukünftigen Wälder aus, wenn andere "Täter" dazu kommen, die man kaum zu Gesicht bekommt: 
Zum Beispiel  das ROT - und REHWILD:  

Der "normale" Wandersmann und Naturfreund wird es nicht erkennen, und was ich nicht sehen kann muss ich auch nicht glauben wenn es andere erzählen.

 

Deshalb ist es wichtig, auch mal abseits der Wanderwege genau zu schauen und noch besser ist es, es auch bildlich darzustellen.

 

Naja klar, die Förster sagen zur Zeit dass es zu gefährlich ist die Waldwege zu verlassen. Sie wissen schon warum sie es sagen. 

Nicht umsonst sind die spärlich gepflanzten Bäumchen in sogenannte Wuchshüllen versteckt, damit sie vom Wild nicht verbissen oder gefegt werden. Doch um diese Flächen herum sind diese Spuren recht deutlich zu erkennen. Hier im Kammbereich des Rennsteiges zwischen Glasbachwiese, Glöckner und Auerhahn wird alles, was nicht eingezäunt und in Plastikröhren versteckt wird, weggefressen. Ein Überangebot an Schalenwild ist die Ursache.

Da bin ich doch wirklich mal gespannt wie die Wälder nach der Wiederaufforstung aussehen, so eine Art "Plantagenhaltung" unserer Zukunftsbäume, wie man es an anderen Stellen ja schon sehen kann. 

Entsteht hier ein artenreicher, strukturreicher und stabiler Dauermischwald?

Neu angelegte "Plantage" zwischen Heiligenberg und Kiesrück hinter Waldfisch unterhalb des Kissels 

Der SCHAUMBORN

Kurz hinter der Bergrettungsstation "AUERHAHN" am Rennsteig, findet man eine der Quellen der Schweina, einem Bach der in Barchfeld in die Werra fließt

Der ganze Bereich hatte auch schon mal bessere Zeiten erlebt. Nur noch sehr wenig Wasser fließt hier, obwohl auch um die gefasste Quelle überall nasse Bereiche im Waldboden sind und ich auch nicht weiß wie viel Wasser an "normalen" Tagen hier abfließt.

 

25.09. 2019

UNTERWEGS ...
im Naturpark Thüringer Wald

Endlich mal wieder Regen ...

Für den Wanderfreund am Rennsteig ist der Regen sicher nicht so willkommen, trotzdem freut sich zur Zeit jeder, wenn es wieder mal regnet. Und die Natur braucht auch zur Zeit jeden Tropfen Wasser.

Während der Wald das Wasser gut aufnimmt und speichert, sieht man an den Stellen, wo die Rückegassen sind, dass das Wasser hier kaum in den Boden eindringen kann. Zu festgefahren ist der Boden durch das enorme Gewicht der Harvester und Forwarder.

Und das zieht sich über die gesamten Wälder.
Unsere Forste sind in 16 Meter Streifen eingeteilt, an die sich eine 4 m breite Schneise anschließt, die sogenannten Rückegassen, auf der die tonnenschweren Fahrzeuge ihre Arbeit verrichten.

Diese Rückegassen sind kenntlich gemacht durch zwei weiße Streifen an den Bäumen.

 

Durch das Gewicht der Fahrzeuge verformt sich der Waldboden und wird verdichtet. Die Poren werden zerquetscht, der Sauerstoffgehalt sinkt rapide ab, so dass das TIERLEBEN im Boden erstickt. Und wie man sehen kann, kann der Boden das Wasser dann nicht mehr speichern.

Doch heute möchte ich ein neues und interessantes Thema aufgreifen: Die deutsche Forstgeschichte
Und das hat folgenden Grund:

Ich lese zur Zeit ein Buch über GOTTLOB KÖNIG, einem ehemaligen Schüler von HEINRICH COTTA aus Zillbach.

 

Das ist für mich deshalb interessant, weil es sich hierbei um einen forstlichen Klassiker handelt, der in den Wäldern, die ich gerade selbst durchstreife, aktiv gewirkt hat. Er hat Forstgeschichte vor meiner Haustür geschrieben, und deshalb ist das Lesen dieses Buches so spannend und interessant.

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Weimar ging Gottlob König 1794 in die Forstlehre zu Heinrich Cotta nach Zillbach. Dort erhielt er 1796 als erster Schüler Cottas den Lehrbrief. Er war auch ein Schüler des Forstmathematikers Johann Wilhelm Hoßfeld. Nach einer mehrjährigen Dienstzeit im Herzoglich-Sächsischen-Weimarischen Jägercorps kam er zur Weiterbildung nach Ilmenau. Von 1800 bis 1802 beteiligte er sich an den preußischen Forsteinrichtungsarbeiten in Westfalen. 1802 wurde König zum Oberjäger ernannt und hatte von 1803 bis 1805 eine Lehrstelle für Geometrie an der Lehranstalt Cottas, dessen Schwager er wurde, als er eine Schwester Christel Cottas heiratete.

Nach der Entlassung aus dem Jägercorps wurde er 1805 als Revierförster nach Ruhla bei Eisenach versetzt. Im Ruhlaer Forst begann er mit der Ausbildung junger Forstleute. 1813 erwirkte König beim Herzog die Anerkennung seines Privatforstinstituts und wurde zum Oberförster ernannt, 1819 dann zum Forstrat. 1821 wurde er zum Vorstand der neu errichteten Forsttaxations-Kommission und 1829 zum Mitglied des Oberforstamtes Eisenach ernannt. Ein Jahr später zog er mitsamt seiner Forstschule dorthin um. Seine Lehranstalt wurde schließlich auch staatlich anerkannt und erhielt den Rang einer Landesforstschule, deren Direktor König bis zu seinem Tode war. 1837 wurde König aufgrund seiner Leistungen zum Oberforstrat befördert und erhielt 1840 den Ehrendoktor der Universität Jena wegen seiner Verdienste um die systematische Weiterentwicklung der Forstwissenschaft.

"GOTTLOB KÖNIG erwarb sich durch eigene NATURBEOBACHTUNGEN herausragende Verdienste als forstlicher Praktiker, Lehrer und Forscher. Nicht minder bedeutend waren seine Initiativen in der Öffentlichkeit zur ERHALTUNG, MEHRUNG, BEWAHRUNG und der "Lieblichkeitspflege" der Waldungen sowie der Landschaftspflege und dem Schutz der Natur.

Er war somit der erste thüringische Forstmann und Forstwissenschaftler, der die Waldbewirtschaftung, Walderhaltung und Waldmehrung mit den drei Waldfunktionen - NUTZ-SCHUTZ- und ERHOLUNGSFUNKTION - in Einklang brachte."

Sein Beitrag zur touristischen Erschließung der Wälder ist heute noch sichtbar. Ein ganz besonderes Beispiel hierfür ist die Begehbarmachung der DRACHENSCHLUCHT  bei Eisenach.

Das Albert-Schweitzer-Gymnasium Ruhla - ehemaliger Sitz der Forstlehranstalt von König

So kann man die thüringische Forstgeschichte durch das Lesen der Biographien von Heinrich Cotta und Gottlob König danach gleich an Orginalschauplätzen in unseren Wäldern selbst erkunden. 

Um Ruhla herum gibt es noch zahlreiche gefasste Quellen

Das "Rennflößchen" so nennen die Ruhlaer die linke Quelle. Wie die anderen beiden Quellen heißen weiß ich noch nicht. 

Da es an diesem Tag sehr nebelig, windig und regnerisch war, bin ich nur eine kurze Strecke am Rennsteig entlanggelaufen, das Waldstück welches man JUBELHAIN nennt.

Dieser Bereich des Rennsteigs ist mit seinem höheren Laubholzanteil ein wesentlich interessanterer Wald als zum Beispiel rund um den Auerhahn. Auch konnte ich nur sehr wenig Verbiss im Wald erkennen. 

 

Schade das es sehr neblig und windig war und ich keine Aufnahmen mit der Drohne machen konnte um mir einen Überblick von diesem Waldstück zu machen. Das schaue ich mir noch mal bei besserem Wetter an.

 

UNTERWEGS ...
im Naturpark Thüringer Wald

28.09. 2019

Am Rennsteig zwischen Wachstein und Grebestein

Vom ZOLLSTOCK (527 m üNN) am Rennsteig führt ein gemütlicher Waldweg zu einem der schönsten Ausblicke am westlichen Thüringer Wald, zum WACHSTEIN und zum GREBESTEIN. 

Das die Fichte auch aus den Höhenlagen um und über 600 m üNN verschwindet, daran muss man sich schon mal gewöhnen. Es ist, wo man auch hinschaut diese Baumart ganz massiv betroffen. Und ganz besonders ist mir aufgefallen, dass dutzende von Fichten intensiv harzen, was sicher auch bedeutet, dass hier schon der Käfer am Arbeiten ist.

Aber wir haben ja noch die Buche. Und an vielen Stellen haben sich auch die Jungbuchen in diesem Sommer trotz des wenigen Niederschlags hier oben ganz gut entwickelt.

Buchenjungwuchs

Am WACHSTEIN

Der Bergrücken, auf dem sich der WACHSTEIN (530 m üNN) und der GREBESTEIN befinden nennt man TODTEMANN und liegt in einer Höhe von 582,2 m üNN im Ruhlaer Forst im Wartburgkreis in Thüringen.

Der Name ist dem mittelalterlichen Bergbau entlehnt und bedeutet „Halde mit tauben (wertlosen) Gestein“. Am Berg hatte demzufolge ein Bergwerksunternehmen Erze gefördert und die Abraumhalde gab dem Forstort einen markanten Namen. Am GREBESTEIN erkennt man die Gedenktafel für Carl Grebe, der diese Forstabteilung mit aufgebaut hat.

Ein wirklich schönes Fleckchen Erde, von dem unser Wandersmann AUGUST TRINIUS schreibt:

Impressionen vom

WACHSTEIN

"Nicht eine umfassende Weite des Ausblicks macht hier den alleinigen Wert und Reiz aus. Vor allem der malerische Aufbau dieser Landschaft, die wie von Meisterhand geschaffene, sinnige und geschmackvolle Ablösung von Tälern, Kuppen und Höhenzügen, wogenden Waldmassen, Feldern und Felsen, in weitem Zirkel eingeschlossen von im Blau und Gold verschwimmenden Bergketten, bildet den Zauber dieser freien Höhe.

Wenn die Sonne über die sich hier auftuende Landschaft flutet, im feurigen Kusse alles zu höherem Leben entzündet und schimmernde Ströme flüssigen Goldes ausgießt, dann ist der Wachstein von unvergesslicher Schönheit."

August Trinius: DAS GRÜNE HERZ DEUTSCHLANDS

Am GREBESTEIN

Seine Kontakte zu Gottlob König ermöglichten Carl Grebe 1844 eine Einstellung als Forstrat in den Staatsdienst des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach, er übersiedelte nach Eisenach und wurde zweites Mitglied der Großherzoglichen Forsttaxations-Kommission und Dozent an der von GOTTLOB KÖNIG gegründeten Großherzoglich-Sächsischen Forstlehranstalt Eisenach.

Am 1. April 1850 wurde er Direktor der Eisenacher Forstlehranstalt. Im Verlauf seiner 50-jährigen Lehrtätigkeit bildete er mehr als 1000 Forstleute aus. Er war Buchautor von forstwissenschaftlichen Werken und als Mitherausgeber mehrerer Zeitschriften tätig.

Trotz der Romantik, die man um diese beiden Felsformationen spürt, erkennt man aber auch, das die ALTBUCHEN in diesem Revier zum Absterben verurteilt sind. Die Wärme und der Niederschlagsmangel hinterlassen auch hier ihre Spuren.