UNTERWEGS ...
im Naturpark Thüringer Wald

28.09. 2019

Am Rennsteig zwischen Wachstein und Grebestein

Vom ZOLLSTOCK (527 m üNN) am Rennsteig führt ein gemütlicher Waldweg zu einem der schönsten Ausblicke am westlichen Thüringer Wald, zum WACHSTEIN und zum GREBESTEIN. 

Das die Fichte auch aus den Höhenlagen um und über 600 m üNN verschwindet, daran muss man sich schon mal gewöhnen. Es ist, wo man auch hinschaut diese Baumart ganz massiv betroffen. Und ganz besonders ist mir aufgefallen, dass dutzende von Fichten intensiv harzen, was sicher auch bedeutet, dass hier schon der Käfer am Arbeiten ist.

Aber wir haben ja noch die Buche. Und an vielen Stellen haben sich auch die Jungbuchen in diesem Sommer trotz des wenigen Niederschlags hier oben ganz gut entwickelt.

Fichten

Buchenjungwuchs

Am WACHSTEIN

Der Bergrücken, auf dem sich der WACHSTEIN (530 m üNN) und der GREBESTEIN befinden nennt man TODTEMANN und liegt in einer Höhe von 582,2 m üNN im Ruhlaer Forst im Wartburgkreis in Thüringen.

Der Name ist dem mittelalterlichen Bergbau entlehnt und bedeutet „Halde mit tauben (wertlosen) Gestein“. Am Berg hatte demzufolge ein Bergwerksunternehmen Erze gefördert und die Abraumhalde gab dem Forstort einen markanten Namen. Am GREBESTEIN erkennt man die Gedenktafel für Carl Grebe, der diese Forstabteilung mit aufgebaut hat.

Ein wirklich schönes Fleckchen Erde, von dem unser Wandersmann AUGUST TRINIUS schreibt:

Impressionen vom

WACHSTEIN

"Nicht eine umfassende Weite des Ausblicks macht hier den alleinigen Wert und Reiz aus. Vor allem der malerische Aufbau dieser Landschaft, die wie von Meisterhand geschaffene, sinnige und geschmackvolle Ablösung von Tälern, Kuppen und Höhenzügen, wogenden Waldmassen, Feldern und Felsen, in weitem Zirkel eingeschlossen von im Blau und Gold verschwimmenden Bergketten, bildet den Zauber dieser freien Höhe.

Wenn die Sonne über die sich hier auftuende Landschaft flutet, im feurigen Kusse alles zu höherem Leben entzündet und schimmernde Ströme flüssigen Goldes ausgießt, dann ist der Wachstein von unvergesslicher Schönheit."

August Trinius: DAS GRÜNE HERZ DEUTSCHLANDS

Am GREBESTEIN

Seine Kontakte zu Gottlob König ermöglichten Carl Grebe 1844 eine Einstellung als Forstrat in den Staatsdienst des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach, er übersiedelte nach Eisenach und wurde zweites Mitglied der Großherzoglichen Forsttaxations-Kommission und Dozent an der von GOTTLOB KÖNIG gegründeten Großherzoglich-Sächsischen Forstlehranstalt Eisenach.

Am 1. April 1850 wurde er Direktor der Eisenacher Forstlehranstalt. Im Verlauf seiner 50-jährigen Lehrtätigkeit bildete er mehr als 1000 Forstleute aus. Er war Buchautor von forstwissenschaftlichen Werken und als Mitherausgeber mehrerer Zeitschriften tätig.

Trotz der Romantik, die man um diese beiden Felsformationen spürt, erkennt man aber auch, das die ALTBUCHEN in diesem Revier zum Absterben verurteilt sind. Die Wärme und der Niederschlagsmangel hinterlassen auch hier ihre Spuren.