Unterwegs ...

durch´s Stille Tal

26.11. 2019

Es war ein grauer Morgen, eben so richtiges Novemberwetter.

Aber wenn man erst einmal im Wald ist vergisst man schnell das Wetter, denn es gibt genügend neue Eindrücke. Auch wenn man das Revier schon seit seiner Kindheit kennt.

Die Teiche im oberen Bild wurden vom Forst, der Feuerwehr und von Naturfreunden als Feuerlöschteiche angelegt.

Die Fichten, die man im oberen Bild auf der linken Seite erkennt, hat 1984 der Chef vom ehemaligen Hotel "Zum Löwen" in Bad Liebenstein mit seinen Lehrlingen gepflanzt. 

Durchsetzt von einigen Lärchen bilden sie gerade im Herbst einen sehr schönen Kontrast zum sonst tristen Bild eines Fichtenwaldes.

 

Neben der gemeinen Fichte (Picea abies) stehen auch Sitkafichten  (Picea sitchensis) in diesem Waldstück.

 

Sie stehen auf mittlerem Buntsandstein und haben die beiden heißen  und trockenen Sommer 2018 und 2019  recht gut überstanden.

Die Sitka-Fichte ist ein immergrüner Baum, der Wuchshöhen von 50 bis 70 Metern, in seltenen Fällen bis 95 Metern, bei einem Stammdurchmesser von bis zu 5 Metern erreicht. Sie ist damit die größte aller Fichten-Arten.

 

Das Höchstalter wird mit rund 800 Jahren angegeben.In den ersten Lebensjahren ist dieser Baum eher langsamwüchsig. Er kann mit 50 Jahren Wuchshöhen von bis zu 27 Metern erreichen. 

Die Krone von Jungbäumen ist schmal kegelförmig; an älteren Bäumen verjüngt sich die Spitze noch gleichmäßig kegelförmig.

 

Frei stehende Altbäume besitzen eine breite Krone und sind meist bis zum Boden beastet. Die Äste stehen waagerecht ab und sind nur im oberen Kronenbereich aufwärts gerichtet.

 

Durch die Bildung von Ersatztrieben (Proventivtrieben) ist die Sitka-Fichte in der Lage, nach Stürmen Schäden im Kronenbereich zu regenerieren. (WIKIPEDIA)

Ich habe es schon mehrmals erwähnt, dass sich das damalige DDR - Forstamt von Bad Liebenstein im Zuge des Waldsterbens Stichwort "Saurer Regen" in den 1980-iger Jahren Gedanken über neue Baumarten gemacht hat und hier im Stillen Tal am Aschenberg wie auch im Gebiet um den Kissel mit Neuanpflanzungen begonnen hat. Man hat nicht nur darüber gesprochen sondern auch Baumarten ausgewählt, von denen man glaubte dass sie dieses Waldsterben überleben. Und es hat ja auch funktioniert.

EIBEN, LEBENSBAUM, SCHWARZNUSS, ROTEICHE, EDELKASTANIE sind nur einige dieser neuen Baumarten, die damals hier eingepflanzt wurden.

Dieser spezielle Baum im Foto, eine Edelkastanie - Castanea sativa - hat es natürlich nicht leicht. Sie steht, wie man an der doppelten Farbmarkierung sehen  kann in der "Einflugschneise"  von Harvester und Co. Ich glaube auch nicht, dass es sich um eine forstgerechte "AUFASTUNG" handelt, so wie man diesen Baum gestutzt hat.

Eigentlich schade für so eine gut gewachsene Edelkastanie, die bis jetzt die heißen und trockenen Jahre gut überstanden und schon für reichlich Nachwuchs gesorgt hat.

Ein anderes, äußerst spannendes Thema ist die Selbstheilung des Baumes bei Verletzungen.

Ich glaube, auch da kann der Mensch noch einiges vom Baum lernen.

Im Allgemeinen passiert einem Baum während seines Wachstums kaum etwas. Sicher kann der ein oder andere Sturm dafür sorgen, dass Verletzungen entstehen, aber ein Großteil der Verletzungen geschieht in unseren heimischen Wäldern durch Unachtsamkeit von Waldarbeitern mit seiner Großtechnik.

beschädigt
und mit Harz überzogen

schon geheilt

"Wie schafft es der Baum nur, sein Holz gegen Bakterien, Viren und Pilze , gegen Insekten und alle hungrigen Zeitgenossen zu schützen. Hunderte Millionen Jahre hatte die Natur Zeit, die wirkungsvollsten Mittel dafür zu entwickeln.

In jedem Baum finden sich hoch wirksame, konservierende, antibakterielle und pilztötende Stoffe. Allen voran müssen die Harze genannt werden. Aber auch eine Vielzahl von Säuren in verschiedenen Varianten ist heute bekannt.

Als wirkungsvolle Barriere halten vor Harze und Säuren in den Zellen des Holzes ihren Baum jahrhundertelang gesund und vollkommen frei von allen Angreifern".
Auszug aus dem spannenden Buch "Die sanfte Medizin der Bäume" von Maximilian Moser und Erwin Thoma)

Und was für den Baum gut ist hilft auch dem Menschen - ich sag nur "LÄRCHENPECH"  - Doch dazu später mehr!!

Bleiben Sie ACHTSAM