UNTERWEGS ...
im Naturpark Thüringer Wald

25.09. 2019

Endlich mal wieder Regen ...

Für den Wanderfreund am Rennsteig ist der Regen sicher nicht so willkommen, trotzdem freut sich zur Zeit jeder, wenn es wieder mal regnet. Und die Natur braucht auch zur Zeit jeden Tropfen Wasser.

Während der Wald das Wasser gut aufnimmt und speichert, sieht man an den Stellen, wo die Rückegassen sind, dass das Wasser hier kaum in den Boden eindringen kann. Zu festgefahren ist der Boden durch das enorme Gewicht der Harvester und Forwarder.

Und das zieht sich über die gesamten Wälder.
Unsere Forste sind in 16 Meter Streifen eingeteilt, an die sich eine 4 m breite Schneise anschließt, die sogenannten Rückegassen, auf der die tonnenschweren Fahrzeuge ihre Arbeit verrichten.

Diese Rückegassen sind kenntlich gemacht durch zwei weiße Streifen an den Bäumen.

 

Durch das Gewicht der Fahrzeuge verformt sich der Waldboden und wird verdichtet. Die Poren werden zerquetscht, der Sauerstoffgehalt sinkt rapide ab, so dass das TIERLEBEN im Boden erstickt. Und wie man sehen kann, kann der Boden das Wasser dann nicht mehr speichern.

Doch heute möchte ich ein neues und interessantes Thema aufgreifen: Die deutsche Forstgeschichte
Und das hat folgenden Grund:

Ich lese zur Zeit ein Buch über GOTTLOB KÖNIG, einem ehemaligen Schüler von HEINRICH COTTA aus Zillbach.

 

Das ist für mich deshalb interessant, weil es sich hierbei um einen forstlichen Klassiker handelt, der in den Wäldern, die ich gerade selbst durchstreife, aktiv gewirkt hat. Er hat Forstgeschichte vor meiner Haustür geschrieben, und deshalb ist das Lesen dieses Buches so spannend und interessant.

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Weimar ging Gottlob König 1794 in die Forstlehre zu Heinrich Cotta nach Zillbach. Dort erhielt er 1796 als erster Schüler Cottas den Lehrbrief. Er war auch ein Schüler des Forstmathematikers Johann Wilhelm Hoßfeld. Nach einer mehrjährigen Dienstzeit im Herzoglich-Sächsischen-Weimarischen Jägercorps kam er zur Weiterbildung nach Ilmenau. Von 1800 bis 1802 beteiligte er sich an den preußischen Forsteinrichtungsarbeiten in Westfalen. 1802 wurde König zum Oberjäger ernannt und hatte von 1803 bis 1805 eine Lehrstelle für Geometrie an der Lehranstalt Cottas, dessen Schwager er wurde, als er eine Schwester Christel Cottas heiratete.

Nach der Entlassung aus dem Jägercorps wurde er 1805 als Revierförster nach Ruhla bei Eisenach versetzt. Im Ruhlaer Forst begann er mit der Ausbildung junger Forstleute. 1813 erwirkte König beim Herzog die Anerkennung seines Privatforstinstituts und wurde zum Oberförster ernannt, 1819 dann zum Forstrat. 1821 wurde er zum Vorstand der neu errichteten Forsttaxations-Kommission und 1829 zum Mitglied des Oberforstamtes Eisenach ernannt. Ein Jahr später zog er mitsamt seiner Forstschule dorthin um. Seine Lehranstalt wurde schließlich auch staatlich anerkannt und erhielt den Rang einer Landesforstschule, deren Direktor König bis zu seinem Tode war. 1837 wurde König aufgrund seiner Leistungen zum Oberforstrat befördert und erhielt 1840 den Ehrendoktor der Universität Jena wegen seiner Verdienste um die systematische Weiterentwicklung der Forstwissenschaft.

"GOTTLOB KÖNIG erwarb sich durch eigene NATURBEOBACHTUNGEN herausragende Verdienste als forstlicher Praktiker, Lehrer und Forscher. Nicht minder bedeutend waren seine Initiativen in der Öffentlichkeit zur ERHALTUNG, MEHRUNG, BEWAHRUNG und der "Lieblichkeitspflege" der Waldungen sowie der Landschaftspflege und dem Schutz der Natur.

Er war somit der erste thüringische Forstmann und Forstwissenschaftler, der die Waldbewirtschaftung, Walderhaltung und Waldmehrung mit den drei Waldfunktionen - NUTZ-SCHUTZ- und ERHOLUNGSFUNKTION - in Einklang brachte."

Sein Beitrag zur touristischen Erschließung der Wälder ist heute noch sichtbar. Ein ganz besonderes Beispiel hierfür ist die Begehbarmachung der DRACHENSCHLUCHT  bei Eisenach.

Das Albert-Schweitzer-Gymnasium Ruhla - ehemaliger Sitz der Forstlehranstalt von König

So kann man die thüringische Forstgeschichte durch das Lesen der Biographien von Heinrich Cotta und Gottlob König danach gleich an Orginalschauplätzen in unseren Wäldern selbst erkunden. 

Um Ruhla herum gibt es noch zahlreiche gefasste Quellen

Das "Rennflößchen" so nennen die Ruhlaer die linke Quelle. Wie die anderen beiden Quellen heißen weiß ich noch nicht. 

Da es an diesem Tag sehr nebelig, windig und regnerisch war, bin ich nur eine kurze Strecke am Rennsteig entlanggelaufen, das Waldstück welches man JUBELHAIN nennt.

Dieser Bereich des Rennsteigs ist mit seinem höheren Laubholzanteil ein wesentlich interessanterer Wald als zum Beispiel rund um den Auerhahn. Auch konnte ich nur sehr wenig Verbiss im Wald erkennen. 

 

Schade das es sehr neblig und windig war und ich keine Aufnahmen mit der Drohne machen konnte um mir einen Überblick von diesem Waldstück zu machen. Das schaue ich mir noch mal bei besserem Wetter an.