21.08. 2019 - Am Kissel - Westl. Thüringer Wald 

Mir geht einfach nicht der Satz aus dem Kopf, den mir ein alter Förster, als ich ihn auf das BORKENKÄFER - PROBLEM ansprach,  gesagt hat:

 

- ZITAT: „Wir haben damals beim Studium gelernt, wenn der Borkenkäfer kommt wurde unsauber im Wald gearbeitet. Mehr möchte ich dazu nicht sagen!!“ – ZITAT ENDE

Immer wieder bekommt man zu hören oder zu lesen, dass nach dem Holzeinschlag das Restholz, Zweige und Kronenteile des Baumes, im Wald verbleiben müssen, damit nach dem Zersetzen dieser Reste guter neuer Waldboden, also Humus, entsteht.

Das leuchtet ein und man macht es ja auch im "Kleinen" so in seinem Garten! 

Auch soll das umherliegende Holz als "Schutzfunktion" für den Waldboden dienen, wenn die HOLZVOLLERNTEMASCHINE (Harvester - Gewicht ~25 Tonnen) und danach der TRAGRÜCKESCHLEPPER (Forwarder - Gewicht ~20 Tonnen) (im Bild) im Einsatz sind.

Bei "gesundem" Holz kann man das auch noch verstehen. Doch was geschieht mit den Ästen und Baumspitzen, die vom Borkenkäfer befallen sind? 

Die verbleiben doch im Wald und werden auch nicht mit Gift bespritzt. Sind das nicht potenzielle Brutnester für die nächsten Generationen von Borkenkäfern?

Und müssten die vielen aneinandergereihten Holzpolter auf den Waldwegen nicht außerhalb des Waldes gelagert werden? Denn wie man auf den unteren Bildern sehen kann, ist der Borkenkäfer hier auch noch aktiv.
Ich kann mich erinnern das nach Kyrill 2007 riesige Holzpolter am Truppenübungsplatz bei Ohrdruf angelegt wurden! 

Was früher die Kolonnen von  Waldarbeiter und Waldarbeiterinnen gemacht haben, erledigen heute zwei Maschinen. Doch können sie diese wirklich ersetzen?

 

Der Wald wurde früher nach schlimmen Ereignissen AUFGERÄUMT, dass weiß ich noch von meinem Großvater. Dafür brauchte man die Waldarbeiter und Waldarbeiterinnen. Und sie pflanzten danach auch gleich wieder neue Bäume. Auch das machten die Waldarbeiter aber vor allem die Waldarbeiterinnen. (nach 18 Monaten musste in der DDR der Wald wieder aufgeforstet sein!!). Und brauchte jemand Holz zum Bauen so bekam man den Bezugsschein nur, wenn man ein Stück Wald AUFGERÄUMT hatte. Das habe ich selbst noch 1972 erlebt mit meiner gesamten Familie.
 

Vielleicht meint der alte Förster das mit unsauber arbeiten? Ich weiß es nicht