An den Quellen der Grumbach

Nachdem ich das Gebiet der Quellen des Schweinabaches nun gut kenne, wende ich mich jetzt den Quellbereichen des Grumbaches zu.

Neu ist, dass ich die einzelnen  Abschnitte von den Quellen bis zu Mündung in die Werra auf dieser Seite kommentieren werde. 
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Der Grumbach ist ein 14 km langer Zufluss der Werra in Thüringen

WIKIPEDIA schreibt dazu:
 

Die Quellläufe des Grumbaches entwässern den Südwesthang des Hauptkammes des Thüringer Waldes am Rennsteig vom Großen Weißenberg (747 m) nach Nordwesten über den Gerberstein (728 m) bis zum Glöckner (702 m).

Die namentliche Grumbach entsteht in Steinbach durch die Mündung des Kallenbaches von rechts in den Haupt-Quelllauf Steinbach. Unterhalb Steinbachs folgt Bad Liebenstein, dann fließt die Grumbach in einem naturbelassenen Bett vorbei an der Siedlung Sorga und dem Stadtteil Meimers, wechselt seine Fließrichtung in südwestliche Richtung und mündet bei Grumbach, einem Ortsteil von Breitungen, in die Werra.

 

Los geht es am:

08.06.2020

Ein wahres Bachgeflecht was sich vom Westhang des Thüringer Waldes hinab nach Steinbach zieht.

Heute habe ich damit begonnen, den im Bild linken Bereich (Pfeil) zu erkunden:

Quellbereich des
KALLENBACHES

Zwischen WURZELRAIN und GLASBACHKOPF in der Nähe des Rennsteigs befindet sich eine Quelle des Kallenbaches. In Höhe des ESELKOPFES auf der gegenüberliegenden Straßenseite fließt dann die LUTHERQUELLE zum Kallenbach dazu. Aber dazu später mehr. 

Da man auch hier in diesem Gebiet sehr gut den Wald beobachten kann, ist es eine neue und interessante Aufgabe dieses Gebiet näher kennen zu lernen. Natürlich habe ich auch wieder meine gesamte Ausrüstung bis hin zur Drohne (DJI Mavic Air) dabei.

Steinbach

Kallenbach

Aus der Vogelperspektive kann man gut erkennen, dass es sich im Quellbereich des KALLENBACHES um ein Mischwaldgebiet handelt, wo natürlich die Rotbuche dominant ist. Man kann auch sehen, dass der Spätfrost der "Eisheiligen" den Buchen ziemlich zugesetzt hat, was deutlich an der Braunfärbung der Bäume sichtbar wird.

 

Ich habe es auch schon am Napoleonshut, der Steinrutsche und am Glasbach direkt am Rennsteig  gesehen. Wenn man so will im gesamten Beobachtungsbereich am westlichen Thüringer Wald.

Klimatologischer Hintergrund:

"Ab Anfang Mai sind die Temperaturen in Mitteleuropa meistens bereits recht hoch. Diese hohen Temperaturen werden aber immer wieder durch Wetterlagen unterbrochen, bei denen kalte Polarluft nach Mitteleuropa strömt. Ist dann der Himmel klar, so kann die nächtliche Abstrahlung zu Bodenfrost führen. Laut der Bauernregel wird das milde Frühlingswetter erst mit Ablauf der „Kalten Sophie“ stabil. Die Bauernregel war wichtig, da Bodenfrost eine Saat vernichten kann. Die Aussaat durfte also erst nach der Kalten Sophie erfolgen.

Langjährige Messreihen in Payerne (Schweiz) zeigen keine Häufung von Frost während der Eisheiligen (weder nach julianischem noch nach gregorianischem Kalender).

 

Doch tritt in der überwiegenden Mehrheit der Jahre mindestens ein- oder zweimal im Mai Bodenfrost auf, in knapp der Hälfte der Jahre gibt es im Mai mehr als zwei Tage mit Bodenfrost."
(WIKIPEDIA)

Für den Sprecher vom ThüringenForst steht fest:

Horst Sproßmann, bester Pressesprecher des Jahres 2016
DER KLIMAWANDEL IST SCHULD

Eine interessante Feststellung über eine der ältesten Bauernregeln in Europa.

Die erste Quelle des KALLENBACHES liegt nur wenige Meter vom Rennsteig (Glasbachstein) entfernt direkt neben der Landstraße 1027 die von Bad Liebenstein nach Ruhla führt.

Rennsteig - Glasbachstein
Quelle Kallenbach
 

17.06.2020 - Lutherquelle

Bei guter Zeit (6:30 Uhr) habe ich heute meine Beobachtungen rund um die Quellgebiete des GRUMBACH fortgesetzt.
Mein heutiges Interesse galt einem weiteren Quellbach,
der LUTHERQUELLE.

Die Quelle liegt etwas entfernt von dem bekannten LUTHERBORN.

 

Der Stein, aus dem der Lutherborn fließt, ist mit einem Datum versehen.

Die Lutherbuche

"Die sogenannte Lutherbuche bei Altenstein, Thüringen, heute Ortsteil Steinbach der Stadt Bad Liebenstein, war eine Buche, die sowohl mit dem Leben Martin Luthers als auch mit dem Lutherkult des 19. Jahrhunderts in Verbindung steht.

 

Luther soll an dieser Buche nach seinem Auftritt beim Wormser Reichstag 1521 entführt und in den Schutz der Wartburg gebracht worden sein (04. Mai 1521). In der Folge wurde der Baum, besonders im 19. Jahrhundert, zu einem Ort der Luthermemoria.
Das Holz der Buche, die 1841 einem Sturm zum Opfer fiel, wurde zu Lutherandenken verarbeitet und diese wie Reliquien verbreitet.

Als maßgebende Quellen zur Geschichte um die Lutherbuche bei Altenstein gelten die Arbeiten des damaligen Dorfpfarrers Johann Conrad Ortmann"

Die Geschichte des Baumes setzt sich laut Johann Conrad Ortmann erst um das Jahr 1770 fort, als der Buche die Fällung durch den unwissenden Forstmann Schubart drohte, der die Wurzel bereits angeschlagen hatte; ein Steinbacher konnte das Unheil aber noch verhindern.

Mit dem 18. Juli 1841 war letztendlich der „Schicksalstag“ der Lutherbuche gekommen. Es „zerbrach sie der furchtbare, orkanähnliche Sturm“ und ließ nichts stehen bis auf einen hohlen Stumpf.

Die Geschichte des Baumes setzt sich laut Johann Conrad Ortmann erst um das Jahr 1770 fort, als der Buche die Fällung durch den unwissenden Forstmann Schubart drohte, der die Wurzel bereits angeschlagen hatte; ein Steinbacher konnte das Unheil aber noch verhindern.

Mit dem 18. Juli 1841 war letztendlich der „Schicksalstag“ der Lutherbuche gekommen. Es „zerbrach sie der furchtbare, orkanähnliche Sturm“ und ließ nichts stehen bis auf einen hohlen Stumpf.

Von Trauer und Wehmut ist die Rede, aber nach kurzen Überlegungen wurde das gebrochene Holz bereits am 27. Juli in den nahe gelegenen Fabrikort Steinbach abtransportiert. (WIKIPEDIA)

Da der Baum nun nicht mehr existierte und somit als Ort der Verehrung entfiel, ließ Bernhard II. von Sachsen-Meiningen an seiner Stelle ein Lutherdenkmals in Obeliskform errichten. Es wurde im Jahre 1857 eingeweiht.

Ein Ableger der Lutherbuche wurde 1873 auf dem Lübecker Domkirchhof anlässlich des 700-jährigen Bestehens des Doms gepflanzt, wo er sich bis heute zu einer großen Buche entwickelt hat.

Eine 1983 neu gepflanzte Blutbuche erinnert an die hier zuvor vorhandene historische Lutherbuche von Altenstein

Kallenbach
Lutherquelle
ESELSKOPF

Mein Weg führte mich weiter in Richtung Steinbach. Der Weg ist mit einem L als Lutherweg ausgeschildert.

Nur eine kurze Strecke weiter erkennt man auf der Wiese (Bild oben) den Zusammenfluss von Kallenbach und Luherborn- und quelle. 

 

Als Kallenbach fließt er weiter  hinunter nach Steinbach, meinem Ziel für den heutigen Tag.

Es ist ein schöner schmaler Wanderweg durch die Wiesen und Auen  und der Wald wird dominiert von der Rotbuche.

Schauen wir uns mal im Buchenbetand etwas genau um. Für den "normalen Wanderer" zeigt sich der Wald schön grün.
 

Georg Meister schreibt dazu im Buch "TATORT WALD":
ZITAT:

"Der Waldbesucher sieht Bäume und Grün am Waldboden. Dass so etwas so wenig Wald ist wie ein Wasserrohr ein Fluss oder ein Topf Alpenveilchen eine Bergblumenwiese ist nur Wenigen bewusst." Dass artenverarmte Wälder viel weniger leisten als artenreiche Mischwälder daran zweifelt kein Waldfachmann mehr ernsthaft. Aber es ist in der Bevölkerung viel zu wenig bekannt. Von unaufgeklärten Bürgern ist kein Druck auf Politiker zu erwarten. Die leidenden Wälder verursachen keinen Leidensdruck, weil das Leid nicht gesehen wird.
ZITAT ENDE
(aus "TATORT WALD"  - Seite 246) 

Alle 30 Schritte erkennt man die Rückegassen, die für eine maschinelle Holzernte, also für Harvester und Vorwarder angelegt sind.

DER WALD ERINNERT AN EINE HOLZPLANTAGE 

Von Artenreichtum an Bäumen - keine Spur


Es ist ein Unterschied ob ich einen artenreichen Dauermischwald nur in den Präambeln der forstlichen Leitlinien und Hochglanzbroschüren stehen hab, oder ob ich das Konzept einen Dauermischwaldes konsequent umsetze.
Das unterscheidet den ThüringenForst hier in den Revieren von einem mir bekannten Privatwald zwischen Wasungen und Schwarzbach!!

Man erreicht die Straße die um den Scharfenberg (542 m) nach Steinbach führt.
Sehr markant steht neben der Straße ein ziemlich alter Apfelbaum. Auch hat man direkt am Bachlauf einen Walnussbaum gepflanzt, der aber durch die Eisheiligen auch ganz schön mitgenommen wurde.

Walnussbaum
Scharfenberg
(542,6 m)

Kurz vor dem erreichen von Steinbach mache ich meine Rast. Man erkennt am Ausläufer des Berges zum Ort hin die vom Käfer befallenen Bäume. Schauen wir mal wie es von oben ausschaut!

Kallenbach

Wie man aus dem Zeitungsartikel der STZ vom 17.06. 2020 lesen kann, soll das Käferholz demnächst aus dem Wald entfernt werden.


Ich finde es immer sehr interessant zu lesen, dass man uns mit dem Frame "STÜRME und KÄFERHOLZ" (fehlt nur noch das Wort DÜRRE) eintrichtern will, dass die Schäden an der Fichte NUR mit diesen Faktoren zu tun haben.

Auf dem Foto ist gut zu erkennen, dass hier kein Sturm gewütet hat sondern dass ausschließlich der Borkenkäfer seine Arbeit gemacht hat.

 

Natürlich spielt die zunehmende Erderwärmung eine Rolle und man weiß auch dass die Fichte eine Baumart ist die zwischen dem 50. und vor allem 70. Breitengrad zuhause ist. Also gerade noch so in unseren Breiten. Und wenn man in den 1980 Jahren während des "sauren Regens" weitergemacht hätte mit dem Umbau unserer Wälder zu ARTENREICHEN DAUERMISCHWÄLDERN, dann sehe es anders aus auf unseren Bergen.

 

Man muss denen, die sich "EXPERTEN" nennen und auch so in unseren Zeitschriften genannt werden, schon eine gewisse Mitschuld am Zustand unserer Wälder machen.

Ach ja und dann gibt es ja auch noch das das Thema SCHALENWILD 

Ich habe vom Lutherdenkmal bis zur Straße über den Scharfenberg, auf diesem relatv kurzen Weg, an drei verschiedenen Stellen 3 Rehböcke "bellen" gehört. Und wie man auf der Drohnenaufnahme auch erkennen kann steht das "fast ausgestorbene" Schalenwild nicht weit weg von Steinbach.


Wer achtsam sich umschaut erkennt, wie hier am Wegrand  vom Parkplatz zum Lutherdenkmal, die abgefressenen Brennnesseln. 

Es wird äußerst interessant zu sehen sein, wenn die Aufarbeitung des Schadholzes beendet ist, wie dann der Wald hier am Scharfenberg aussehen wird!!

Zum großten Teil unterirdisch verlegt trifft der KALLENBACH im Ortskern des Bergdorfes Steinbach auf den STEINBACH, wo dann der neue Name des Baches geboren wird, der GRUMBACH.

Doch diesen Bachverlauf des Steinbaches schauen wir uns bei der nächsten Tour an.

Bleiben Sie gespannt, neugierig und vor allem ACHTSAM!!

 

24.06.2020 - die Steinbach

Warum hier die Bäche alle weiblich sind weiß ich auch nicht, jedenfalls bin ich von den Steinbachern darauf aufmerksam gemacht worden, dass es DIE STEINBACH heißt. DIE KALLENBACH, DIE STEINBACH, DIE GRUMBACH ...

Diesmal war ich schon gegen 6:00 Uhr an der Steinbachquelle. Die Sonne kam gerade so hinter dem Rennsteig hoch.

Der Schleifkothengrund gilt als enges, steilwandiges Kerbtal, das sich bis zu 200 Meter tief in das Gebirgsmassiv eingeschnitten hat. Die Vegetation der Hanglage wird vom Hainsimsen-Buchen-Wald bestimmt, den Bachlauf säumt ein Eschen-Erlen-Gehölzstreifen. Das durch den Bach feuchte Milieu begünstigte die Ausbreitung von Farnen und Kräutern in der Bodenflora. (WIKIPEDIA)

Am Wanderweg hinab nach Steinbach sieht man auch zahlreiche Bergahorn.

STEINBACH - der Ort

Schleifkothengrund

STEINBACH - der Bach

Schon oberhalb der Quelle kann man erkennen, das wir in einem Gebiet sind, wo ein "WILDFÖRSTER" (siehe hier) sein Revier hat.

Gefegte und verbissene, ich glaube es sind Blaufichten, wo aber auch nicht ein Baum verschont geblieben ist.
Es muss hier ziemlich viel Schalenwild geben!!

Egal ob junge Rotbuchen ( im Bild links) oder der Feldahorn (rechts) - alles verbissen und zu Bonsais degradiert!!

Und da wundert man sich auch schon gar nicht, wenn man die "Übeltäter" recht gut vor die Linse bekommt.

Ich konnte 4 Hirschkühe und ein Hirschkalb erkennen.

Im § 21 Abs. 1 des Bundesjagdgesetzes und des § 32 Abs. 1ThJG steht:

Rotwild - 2 bis 3 Stück - pro 100 Hektar Bewirtschaftungsfläche!!!

Auch jede Menge Schwarzwild bewegte sich durch das hohe Gras, dafür war ich aber mit meiner Kamera zu langsam.

Was mir immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert sind bestimmte Aktionen von den selbsternannten "Naturschützern".

 

Da sind zum Beispiel in gleichmäßigen Abständen im WALD neben dem Wanderweg an der Steinbach Nistkästen angebracht.
Als ob die Vögel in den Wäldern Nistkästen brauchen!!
 Vögel gibt es seit gut 160 Millionen Jahren.  Sind haben es in ihren Genen sich zu vermehren und in den Wäldern sind sie wahrlich nicht auf die Nisthilfe des Homo sapiens  angewiesen.

Aber es soll signalisieren, ohne uns geht es nicht die "Natur braucht uns Menschen"!!

Schon der Name NATURSCHUTZ bringt mich seit einiger Zeit zum Grübeln. Die Natur schützen? Vielleicht ist damit gemeint dass man die Natur vor den Menschen schützen soll, da gehe ich mit!!

Die Natur braucht niemanden der sie schützen muss. Selbst Atombomben reichen nicht um die Natur zu zerstören - siehe Hiroschima oder Nagasaki oder die Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima!!

Wir Menschen sollten die Natur achten. Überall wo der Mensch nicht eingreift oder eingreifen kann lässt die Natur Bäume wachsen. Und das sollten wir respektieren. denn ohne Bäume -  kein Leben!!

Wie sich der Wald zur Zeit verändert kann man am Eingang zum Schleifkothengrund gegenüber den Sprungschanzen von Steinbach erkennen.

 

An den Ausläufern des Mühlbergskopfes und des Scharfenberges Richtung Steinbach hat der Borkenkäfer zugeschlagen. Am Scharfenberg stehen die braunen Fichten noch, darüber habe ich schon berichtet, doch hier haben die Forstarbeiter die Fichten schon entfernt.

Als Beobachter des Waldes wird es sehr interessant sein in Zukunft zu sehen, wie sich der extrem steile Hang entwickelt.
Ein Anwohner erzählte mir, dass der Forst nicht vor hat, hier wieder zu pflanzen.

Vor allem wird gut zu beobachten sein, wie an dieser Hanglage, wo den ganzen Tag die Sonne drauf scheint, sich natürlicher Wald wieder entwickeln kann.

Jeder Forstmann weiß, wie schädlich für den Wald das FREIFLÄCHENKLIMA ist.

Interessant wird auch sein, wie sich die Reste des Fichtenwaldes am Mühlbergskopf entwickeln.