NSG "SEIMBERGSWALD - Brotterode

26.05.2020

"Ulmen" - Geschichte  2017 - 2020

... oder wie sich die "Brotteröder Ulmen" im Privatwald bei Wasungen (Schwarzbach) entwickeln.

Es begann am
15.09. 2017

Das NSG "Seimbergswald" (20 ha) befindet sich am unteren Westabhang des Seimberges im steilhängigen Taldurchbruch der Truse bei Brotterode.

Im mittleren und südlichen Teil wird das Gebiet von Spalten- und Hangschuttwasser geprägt, das sich in konkaven Geländebereichen zu Rinnsalen und kleinen Bächen vereinigt.

Das Gebiet beherbergt charakteristische Oberflächen- und Gewässerformen des Naturraumes und dient der Erhaltung eines Mosaiks naturnaher Waldgesellschaften (vorwiegend Hainsimsen-Buchenwald) und Dokumentation der erdgeschichtlichen Entwicklung im Ruhlaer Kristallin (anhand eines ehemaligen Steinbruchs).

Das NSG wird im Osten von einer ehemaligen Bahnlinie und im Talgrund von der Landstraße Brotterode - Trusetal begrenzt.
(gefunden im Netz - hier)

Der SEIMBERG (803 m) ist der Hausberg von Brotterode, dem bekannten Wintersportort von Thüringen

Durch den starken Verbiss der Sprößlinge durch das Schalenwild gelingt es kaum einer Ulme sich normal zu entwickeln. Nur im Bachbereich nahe der Straße erkennt man schon etwas großere Bäumchen.  Man kann, wenn man achtsam durch den Wald geht gut erkennen, wo die Wechsel sich befinden und dort sind die jungen Ulmen auch in diesem Jahr fast alle schon verbissen ( Fotos von 25.05.2020).

Hier durften wir mit Genehmigung des zuständigen Revierförstern einige Ulmensetzlinge herausnehmen. Sie kamen in die Baumschule vom Pleßgarten.

08.10. 2018

Nach gut einem Jahr ...

Die Ulmen im Pleßgarten wuchsen enorm.
Einen Zuwachs von 1,50 m bis 2 m trotz des heißen Sommers 2018 und ohne zu gießen!!
Da kommt schon Freude auf.

Das Pflanzgebiet

Das Revier, wo wir die Ulmen pflanzen wollen, ist Privatwald und wird von der frankischen Adelsfamilie VON ROTENHAN bewirtschaftet. 
Die Rotenhans zählen zu den Pionieren des naturgemäßen Waldbaus in Deutschland.
Wer mehr über diese Familie wissen will kann HIER klicken 

Alle Aktionen, die wir in diesem Waldgebiet durchgeführt haben, waren natürlich mit dem zuständigen Revierförster abgesprochen.
Er half auch mit bei der Pflanzung der Eibe und beim Aufstellen des Saat-und Pflanzgatters "HEINRICH COTTA".
(Wir haben es so genannt weil der Geburtsort von Heinrich Cotta am oberen Bereich des Revieres anschließt.)

Die Ausgangslage

07.08. 2017 - 04.09. 2017

So sah das Waldstück noch im August 2017 aus und im September 2017 begann man mit den Durchforstungsarbeiten. 

28.01. 2018

Das Sturmereignis "FRIEDERIKE" im Januar 2018 machte an dem Waldstück nicht halt und warf den Rest der Bäume auch noch um.

So war aus einem Waldstück in kurzer Zeit Offenland geworden.
Hier durften wir dann die in Rolands Baumschule vom Pleßgarten gezogenen Bäume einbringen. Von April bis Mai 2018 pflanzten wir:

  • HAINBUCHE

  • AHORN

  • LINDE

  • ERLE

  • TANNE

Durch eine gute Jagdstrategie in diesem Revier glaubten wir, dass es ohne Einzäunung der Bäume geht. Doch wir sollten es bald merken, dass auch durch noch so eine gute Jagd die Bäume nicht sicher sind vor Fegen und Verbiss.

Deshalb beschlossen wir die ULMEN hinter einen Zaun zu pflanzen.

19.12. 2018

Natürlich braucht man zur Pflanzung im Wald auch einige Vorbereitungsarbeiten. Damit die Ulmen auch hier im Wald gut heranwachsen, werden wir sie mit einem Schutzzaun umgeben. Dazu haben wir erst einmal einige Fichten zurecht geschnitten und auch den Draht fanden wir im Wald!! 

14. und 25.02. 2019

Der Feburar 2019 war verhältnismäßig mild und so machten wir uns auf, mit der Pflanzung der Ulmen aus dem Pleßgarten zu beginnen.
Mehr dazu auf dem Video.

26.05. 2020

Nach den feuchten und kühlen Tagen rund um die Eisheiligen bin ich heute wieder einmal am Pflanzort unserer Bäume.  Schauen wir mal nach wie es ihnen geht:

Fazit:

Den ULMEN im Zaun geht es gut. Sie haben sich gut entwickelt und auch die "Eisheiligen" konnten ihnen nichts anhaben. Auch die Linde, Hainbuche und Erle steht recht gut auf der Fläche, obwohl hier trotz leichter Schutzmaßnahmen das Wild an der ein oder anderen Erle gefegt hat.

Was ich noch nicht entdecken konnte waren die von uns gesteckten Eicheln und Esskastanien auch hier im Revier. Sie werden sich hoffentlich unter dem Schutz des Unterwuchses entwickeln. Wir werden es natürlich in den nächsten Jahren auch weiterhin beobachten und kontrollieren.

Hier entsteht ein Waldstück,
bei dem die Ulme ein wichtiger Bestandteil für die Entwicklung eines gut strukturierten Mischbestandes sein kann