Ein Privatwald ...
in der Thüringischen Rhön

07.10. 2019

Unterwegs ...

im Privatwald der von Rotenhan´s

Immer dann, wenn ich das Gejammer von Klimawandel, Dürre, Energiewende und vor allem WALDUMBAU nicht mehr hören kann, setze ich mich ins Auto und fahre in einen ganz besonderen Wald. Er ist nur rund 15 Kilometer von meinem Heimatort entfernt. Es ist ein Privatwald, welcher von der Adelsfamilie aus Franken, den von Rothenhan´s bewirtschaftet wird.

Und während die höheren Forstbeamten beim landeseigenen ThüringenForst mit ihren Kompetenzzentrum noch an wissenschaftlichen Lösungen für den seit Jahrzehnten verpassten Waldumbau rätseln und überlegen, wie sie an die Steuergelder kommen, wächst nur ca. 20 Kilometer vom Thüringer Wald entfernt, in aller Seelenruhe ein wunderschöner Mischwald heran.

Sebastian von Rotenhan war von 1989 bis 2001 Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW), deren Grundsätze er in seinen Wäldern konsequent umsetzt und Gründungsmitglied des Ökologischen Jagdverbands (ÖJV)

Von Rotenhan war maßgeblich an der Reform der Bayerischen Staatsforstverwaltung beteiligt. Seit 1998 forderte er, letzten Endes mit Erfolg, die Auflösung der Einheitsforstämter und die Schaffung privatrechtlicher Strukturen für die Staatsforsten (Wikipedia)

Das eine waldbauliche Generation für die nächste und die übernächste sorgt, entfaltet sich naturgemäß dort am eindrucksvollsten, wo Wälder lange in Familienbesitz bleiben, sagt GEORG MEISTER. Und das stimmt. Man nennt es GENERATIONENGERECHTIGKEIT

Voraussetzung für einen Langzeiterfolg war nicht nur waldbauliches Handeln (Samenbäume  stehen lassen, Pflanzung von Laubbaumarten etc.), sondern vor allem den WILDBESTAND nicht anwachsen zu lassen und konsequent dem natürlichen Nahrungsangebot anzupassen.
(TATORT WALD Seite 208)

Sagen wir mal so: HIER GIBT ES WALDBESITZER, die wissen wie es geht!!

3 Stunden durch diese Wälder gestreift und es geht einem wieder richtig gut!! 

Man könnte meinen, der Klimawandel ist hier noch nicht angekommen (oder schon vorbei?) 
Ach ja und KÄFERBÄUME habe ich auch nicht erkennen können!! 

Und der angrenzende Landesforst hat auch seine Vorteile von dem erfolgreichen Jagdkonzept des Privatwaldbesitzers. Er baut zwar noch Zäune für sein Fleckchen Wald, das steckt eben so drin und er muss es ja auch nicht bezahlen aber man kann im Bild erkennen, dass auch Tanne, Kiefer, Fichte vor dem Zaun groß werden!!

Naja werden Sie sagen, dass sind doch auch wieder "nur" Nadelbäume, aber mit Laubbäumen haben es unser Forstleute noch nicht so sehr. Als wir die Ulmen gepflanzt haben und ein benachbarter Förster vorbeikam und wir ihm die Jungbäume gezeigt haben und gefragt was für ein Baum das wohl ist musste er passen, "Laubbäume sind nicht so mein Ding" war seine Antwort und er lächelte!!