MONAT FEBRUAR 2020

 

UNTERWEGS ...

in der 
Thüringischen Rhön

BERNSHÄUSER KUTTE
BERNSHAUSEN

06.02.2020

Die Rhön
Sie ist ein ganz besonderes Fleckchen Erde, nicht nur wegen der Wasserkuppe und dem Kreuzberg. Es gibt in der Thüringischen Rhön interessante Wanderwege - der HOCHRHÖNER"  - von Bad Salzungen nach Bad Kissingen ist so ein Wanderweg und mit seinen Extratouren etwas ganz Besonderes für Wander- und Naturfreunde.

Natürlich ist es für mich als Waldbeobachter auch ein Gebiet, was man aus einem anderen Blickwinkel sehen muss als den Forst des Thüringer Waldes.

Die Rhön ist BIOSPHÄRENRESERVAT der UNESCO und erfüllt verschiedene Aufgaben: Es fördert nachhaltige Wirtschaftsformen, Naturschutz, Forschung und Bildung für nachhaltige Entwicklung ebenso wie internationale Kooperation.

Ein Biosphärenreservat ist in Zonen unterteilt, in denen unterschiedliche Regeln gelten. Es muss für einen besonderen Naturraum repräsentativ sein – noch wichtiger sind aber die Menschen im Gebiet und ihre möglichst naturschonenden Lebens- und Wirtschaftsformen.

Ein wichtiger Hinweis für die Beobachtungen der Wälder in der Rhön sind die verschiedenen Zonen:

  • Entwicklungszone

  • Pflegezonen

  • Kernzonen ( mehr dazu im Netz)

Wenn man vom Werratal her kommt, fährt man zuerst an der Bernshäuser Kutte vorbei hinauf zum HORN.

Die Bernshäuser Kutte
in der älteren Literatur auch als die Grüne Kutte beschrieben, ist ein 45 m tiefer, kreisrunder Erdfallweiher, der sich etwa 500 m südöstlich von Bernshausen, einem Ortsteil der Gemeinde Dermbach im Wartburgkreis in Thüringen, befindet. Er gilt als der größte See der Thüringer Rhön (WIKIPEDIA)

Wenn man die Straße weiter fährt, erreicht man das Gebiet am HORN

Primäres Schutzziel für den Horn ist die Erhaltung und Sicherung der wärmeliebenden Buchenwälder. Sie entsprechen der potentiell natürlichen Vegetation ihrer Standorte. Aus Sicht des Faunenschutzes sind die wärmeliebenden Buchenwälder wichtige Lebensräume für die gefährdeten, wärmeliebenden Tierarten.

Heute habe ich das Naturschutzgebiet HORN erwandert.

Der Horn ist Teil des Naturraumes „Vorderrhön". Die aufgesetzte Kuppe des Horn besteht aus einem kleinen Basaltdeckenrest, der als Härtling die Umgebung überragt. Der Untergrund ist durch Schichten des oberen Buntsandsteins und Schichten des unteren Muschelkalkes geprägt.

Hinter der Parkmöglichkeit ist schon die erste Zone ausgewiesen:

Und wie so überall am Rande unserer Wälder gibt es sie auch in der Rhön: Umweltverschmutzer, denen es egal ist wie unsere Mitwelt aussieht.

Die Rhön ist von Natur aus Buchenwaldgebiet mit Beteiligung von Edellaubbäumen (Esche, Bergahorn, Spitzahorn, Sommerlinde). Die gebietsfremde Fichte wird natürlicherweise durch die konkurrenzfähigere Buche verdrängt.

 

Als natürlicherweise vorkommende Nadelholzarten bleiben nur die Waldkiefer und die Eibe. 

Eiben konnte ich am Horn nicht finden.

Die Fichten, die hier nicht hingehören, wird es in allzu naher Zukunft auch nicht mehr geben. Das zeigen die von Schadinsekten befallen Bäume (im Bild rechts) ganz deutlich. Ich schätze das etwa 80% der Fichten hier am Horn vom Borkenkäfer befallen sind. Warum man sie aus der "Pflegezone" nicht entfernt ist mir unklar.

Doch auch der natürlich vorkommenden Waldkiefer (Fotos unten) geht es schlecht. Viele Föhren sind von Krankheiten gezeichnet.

 Kiefernprachtkäfer?   

Es wird interessant zu beobachten sein, wie sich das Waldgebiet am HORN in diesem Sommer so weiterentwickelt.

DIE RHÖN - Das Land der offenen Fernen - Blick vom Kernzonenbereich HORN

Hutfläche mit Wacholder

Wiesenthal

Dermbach

Dermbacher Hütte

 

Nach dem
Sturmtief "Sabine"

zwischen Lutherdenkmal und Rennsteig

13.02.2020

Wie sehr hat das Sturmtief "Sabine" in unseren Wäldern zugeschlagen!

Um das herauszufinden, habe ich heute eine Tour gemacht vom Lutherdenkmal über das Glasbach, den Rennsteig entlang bis zur Großen Meilerstätte und dann über den Napoleonshut zurück zum Parkplatz Lutherdenkmal.

Am 04. Mai 1521 wurde an dieser Stelle Martin Luher in Schutzhaft genommen und zur Wartburg gebracht. 

Vom Lutherdenkmal bis zum Glasbach habe ich so gut wie keine Schäden erkennen können.

Erst nachdem ich hinter dem Glasbach den Rennsteig entlang Richtung Glöckner gelaufen bin, lagen die ersten Fichten in Höhe "Fredis- Quell". 

An den umgestürzten Wurzeltellern konnte  man schon erahnen, welche Kraft das Orkantief in den Höhenlagen des Thüringer Waldes besessen hatte.

Ab der Wanderhütte bis zum Glöckner immer noch das gleiche Bild:
vom Käfer gezeichnete Bäume!! 

In Höhe "Große Meilerstätte" direkt am Rennsteig lagen dann dutzende von umgestürzten Fichten. Ich habe unterwegs mit dem zuständigen Forstmeister gesprochen und er sagte mir, dass hier an der Meilerstätte die meisten Fichten entwurzelt und abgebrochen waren. 

Anklicken für Großformat

Aber man spürte auch seine Erleichterung, denn viele hatten bei dem Orkantief SABINE  mit einem  "Kyrill 2.0" gerechnet. So schlimm war es zum Glück für unsere Wälder doch nicht gekommen.

 

21.02.2020

Heute in unserer Tageszeitung:

Da rechnet der ThüringenForst mit großem Verlust und die Zeitung zeigt den Forstchef lachend in der Zeitung?

Zitat
"Der Thüringenforst  ist zwar privatwirtschaftlich organisiert, gehört aber dem Land. Für die Schulden des Unternehmens haftet der Freistaat und damit letztendlich der Steuerzahler"  
Zitat Ende

Na gut, jetzt kann ich verstehen warum er sich so freut!!

Anderes Thema

Heute habe ich eine Wanderung von Bad Liebenstein zum Altenstein und zurück unternommen (etwa 8 Km).

Landschaftspark Altenstein

Beobachtungen im

Los ging die Tour durch den ELISABETHPARK in Bad Liebenstein

Eine schöne Lindenallee führt hinauf zum Eingangsbereich des Landschaftsparkes Altenstein

Der Landschaftspark ist 160 ha groß. Herzog Georg I. entdeckte ab 1798 Schloss und Park Altenstein für sich und seine Familie als Sommeraufenthalt. Verschönerungen am Schloss und der Neubau eines Hofmarschallamtes als östlicher Abschluss des Bassinrasens vor dem Schloss folgten.

Im Park werden zur Zeit einige Bäume gefällt. Sicher wissen die Verantwortlichen, was sie machen. 

Auch hat das Sturmtief "Sabine" einige gewaltige Äste der Buchen abgebrochen.

Das der Frühling seine Vorboten schickt kann man bei genauerem Hinschauen gut erkennen.

Seidelbast

Rotblühende Zaubernuss

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Der Blick vom Morgentor eröffnet immer wieder herrliche Weitblicke bis hinüber in die Rhön

Über die Helenenwiese ging es dann wieder zurück ins älteste Kurbad von Thüringen

 

24.02.2020

Wieder mal am Aschenberg

War es das Sturmtief "SABINE" Anfang Februar oder der gestern einsetzende Sturm der am Aschenberg auch wieder dafür gesorgt hat, dass Fichten, Buchen und auch einige Küstentannen umgefallen sind.

Ich bin heute wieder einmal über den Aschenberg, die Kuhhalte und durch das Stille Tal gelaufen. Hinter dem "Hofmühlchen" stößt man auf den Panoramaweg und dort konnte ich schon den Windwurf erkennen.

Diesesmal hat es auch einige Küstentannen erwischt, die wahrscheinlich durch die Wucht der schweren Fichten gleich mit umgefallen sind.

Auch zwischen dem Storchsberg hinter der Kuhhalte und dem Stillen Tal sind einige Bäume entwurzelt und umgebrochen, neben den Fichten auch eine Lärche.

Was mich besonders interessierte war, wie sich die Nadelholzpflanzung oberhalb der Kuhhalte entwickelt hat.

Verbisschutzgatter

Ohne Gatter

Während jedermann die Schäden durch Windwurf erkennen kann, sind die Schäden an den Neuanpflanzungen nur durch genaues HINSCHAUEN zu erkennen. Und so werden wohl die wenigsten Wandersleute sehen, wie es denn den Neupflanzungen geht. Zumal ja auch die Wälder heute kaum noch zu BEGEHEN sind, aber das Thema hatten wir schon!!

SCHAUEN WIR DOCH MAL GENAU HIN, da wo kein Verbisschutzgatter angebracht würde.

Als Erstes viel mir sofort auf, dass nur noch wenige Pflanzen mit der TERMINALTRIEBSCHUTZMANSCHETTE versehen waren.

Ob es der Wind war, oder ob das Wild diese lockeren Käppchen abgeworfen haben weiß ich nicht.

Jedenfalls habe ich so um die 30 Kappen wieder auf den Terminaltrieb, oder was davon übrig geblieben war, drauf gesetzt. Ich bin mir nicht sicher, ob es die Aufgabe des Försters ist, hier immer mal nachzuschauen und NACHZUARBEITEN.

Und wie man an den Fotos erkennen kann, hat das SCHALENWILD auch wieder kräftig zugeschlagen. 

So etwa jede 3. Pflanze wurde über den "Winter" vom Rehwild im Bereich neben der Kuhhalte verbissen. Neben den Terminaltrieb wurden auch die Seitentriebe von den meisten Bäumchen mit verbissen. Es sind eben Feinschmecker!!
Zum Glück gibt es ja die Verbissschutzgatter. 

Der Frühling kommt mit aller Kraft ...

Willst du aus dem Leben scheiden, tue den Holunder schneiden!!

 

28.02.2020

NACHTRAG - Aschenberg

Ich war heute nur noch mal am Aschenberg, um Aufnahmen mit der Drohne zu machen. Es hatte etwas geschneit und dadurch wirkt der Windwurf nicht mehr so wie wenn kein Schnee liegen würde.

Neben den letzten Altfichten, die hier am Nordhang des Aschenberges noch gestanden haben, hat es auch einige Küstentannen mit umgeworfen.