05.03.2020

Chaoswald - Heimatsgrund

Der Weg zur Waldgaststätte Heimatsgrund  führte uns seit frühester Kindheit durch einen Wald, den wir auch als Kinder immer gerne nutzten.

Natürlich war es auch ein Forst, indem vor allem die Fichte dominant war wie im gesamten Thüringer Wald. Aber man kannte es ja nicht anders. 

Wenn man heute zum Heimatsgrund wandert, dann scheint man im "Land der offenen Fernen" zu sein. Nein nicht in der Rhön sondern man kann durch unsere Wälder, wenn man sie überhaupt noch so nennen darf, hindurchschauen.

Der Heimatsgrunder Wald ist in einem desolaten Zustand. Wenn die letzten Fichtenstangen, die der Käfer schon vernichtet hat, entsorgt sind, steht hier kein Wald mehr.

Die uralten Kirschenbäume zerbrechen , auch die Eichen sind betroffen und sogar die Birke will nicht mehr!!

In diesem Wald wurde, solange ich zurückdenken kann, kein Handschlag zur Pflege oder zur Umgestaltung des Waldes unternommen. 
Da kommt die Frage auf, für was ich da einen Förster brauche!!

Für den Wald ist immer der WALDBESITZER verantwortlich
und das ist im Kommunalwald die Kommune, sprich die Verantwortung liegt im RATHAUS!!

... und weil man diese Arbeiten zum Erhalt seines Waldes nicht selber kann stellt man einen Förster ein. Der hat es gelernt und studiert, der weiß wie man einen artenreichen Mischwald heranzieht. Sollte man meinen!!

Was sie beherrschen, die "Hüter der Nachhaltigkeit"  ist der Umgang mit der Sprühdose. Das klappt schon mal sehr gut.

Das man das vom Borkenkäfer befallene Holz im Wald liegen lässt kommt dem Außenstehenden und Waldbeobachter seltsam vor.

 

Noch vor Jahren, nach Kyrill 2007, las man auf einem Schild in der Nähe des Ohrdrufer Militärübungsplatzes folgenden Text:

gefunden im Netz auf FORSTPRAXIS.DE

Unter der Überschrift "STURMHOLZLAGER steht folgender Schriftzug:

ZITAT:
Zum Schutz der Wälder vor dem Borkenkäfer wird hier das Holz zwischengelagert.

ZITAT ENDE

also so schnell wie möglich kilometerweit weg vom Wald!!

Und wie sieht es 13 Jahre später aus:

Da liegt das Holz neben dem Waldweg und wartet wochenlang auf den Abtransport, die vom Harvester liegengelassenen armstarken Äste verbleiben gänzlich im Wald. Und da will man uns einreden, das man so den Börkenkäfer bekämpft?

Borkenkäfer sind Überlebenskünstler.
Ein Teil einer Population reagiert nach dem Schlüpfen oder Überwintern sofort auf Duftstoffe und fliegt nur bis zum nächsten Baum. Der andere Teil fliegt weg (Migration) und reagiert erst später auf attraktive Bäume.
Experimente zeigen, dass die Mehrheit der migrierenden Käfer innerhalb von wenigen 100 Metern wiedergefangen werden.

Es ist aber durchaus denkbar, dass einzelne Käfer auch bis 1 oder 2 km weit aktiv fliegen können.
Normalerweise fliegen die Käfer nur bei schwachem Wind, da sie so gegen den Wind eine Duftquelle gezielt ansteuern können. Geraten die Käfer hingegen ungewollt in stärkere Luftströmungen, können sie über grössere Strecken (mehrere km) verfrachtet werden; wo sie dann landen, ist weitgehend vom Zufall bestimmt.

Käferholz

Käferbäume

Käferholz

Warum wird das Käferholz heute im Wald liegengelassen? 

 

Ein Förster im Ruhestand erzählte mir, das sie früher auch mit dem Borkenkäfer gelebt haben und wenn Bäume befallen waren dann wurden sie so schnell wie möglich aus dem Wald geschafft und das gesamte Astwerk wurden anschließend sofort verbrannt.
ZITAT:
Nur wenn im Wald "unsauber " gearbeitet wird, ist der Borkenkäfer der Herr im Wald.
ZITAT ENDE


Und wer hat heute schon noch die Leute um das gesamte Käferholz, auch die Äste,  aus dem Wald zu schaffen und zu verbrennen? Früher ging das !! 

Wir werden also auch noch weiterhin zu lesen und zu hören bekommen, das der KLIMAWANDEL und die DÜRRE SCHULD sind an der Vernichtung unserer Wälder!!

FAZIT:

Und wenn da noch so ein "alter Hase" (siehe STZ vom 06.03.2020) von Förster am Werk war. Bei seiner Arbeit wird man, egal in welchem Beruf, immer an den ERGEBNISSEN gemessen, nicht an den Absichten.

 

In den Wäldern des Heimatsgrundes und der Heide, die im Kommunalwald liegen, scheint mir bis zur Trockenheit 2018/19 die Zeit stehen geblieben zu sein. Bis auf einige „Fassadenpflanzungen“ an gut besuchten Waldwegen hat sich hier überhaut nichts in Richtung artenreicher Dauermischwald geändert.

Das Ergebnis kann jeder jetzt sehen!!