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Biosphärenreservat "RHÖN"

Morgentour am Mittelberg (Cottawald)

oberhalb des Schwarzbacher Grundes

04.09. 2019

Ja ich gebe es zu, es ist ein Waldgebiet, was ich gerne erwandere.

 

Nicht nur weil wir hier unseren Pflanz- und Saatgarten haben, sondern weil wir in diesem Wald am Mittelberg zwischen Wasungen und Schwarzbach auch schon etwa hundert Bäume gepflanzt haben.

In diesem Privatwald wird gut gejagt und ein Gleichgewicht zwischen Wald und Wild hergestellt

Wenn man Bäume gepflanzt hat, dann sollte man auch immer mal nachschauen wie es ihnen geht.

Im Bild unten links kann man die Elsbeere erkennen, die trotz des guten Standes immer noch gegen Fegen und Verbiss geschützt werden muss. Daneben sieht man die Sämlinge der Weißtanne, die wir zusammen mit dem Revierförster 2017 ausgesät haben. 30 junge Tannen wachsen im Schutz des Saat-und Pflanzgatters heran ( siehe "Cottawald"- hier klicken).

Die letzte Pflanzaktion waren Ulmen (rechtes Bild), die wir mit einem Zaun umgeben haben und die sich auch gut entwickelt haben, wobei auch noch einige unter dem Schirm der Fichten im Pflanzgarten stehen. Auch die gepflanzten Weißtannen im Gatter sind gut angewachsen, wie man im Bild darunter sehen kann. Interessant wird sein, ob  die Eicheln und Esskastanien aufgehen werden, von denen wir einige Hundert in den Boden eingebracht haben.
Alles in allem hat sich die Mühe des Pflanzens doch gelohnt!

Aber auch im Cottawald erkennt man die Klimaentwicklung der letzten Jahre. Wenig Niederschlag und heiße Temperaturen haben zum Beispiel dazu geführt, dass die 2 Stroben (Weymouthskiefern) am Eingang des Waldreviers nicht überlebt haben.

Urweltmammutbaum, Colorado-Tanne, Nordmann-Tanne und Douglas-Tanne daneben geht es zur Zeit noch gut.

Alle diese Bäume wurden schon zu DDR Zeiten gepflanzt, wir glauben dass es Versuche waren, die durch die Studenten von Tharandt durchgeführt wurden, weil es im Waldbereich auch noch eine Versuchsfläche mit verschiedenen Douglas-Arten gibt. Heinrich Cotta lässt grüßen!!

Das war´s dann aber auch schon mit "Waldsterben" hier im revier

Wenn man seinen Wald zu einem MISCHWALD umgebaut hat, dann ist das Absterben von ein paar wenigen Bäumen kein Verlust. Anders ist es in den Monokulturen. Dort zeigt sich der Verlust einer Baumart sofort als Katastrophe.

 

Und es wächst ja auch schon wieder nach, was sich vorher selbst ausgesät hat. Wir werden es noch an einer anderen Stelle in diesem Wald erleben.

Nicht nur wie hier im Pflanzgatter (Bild links), wo Ulme (gepflanzt), Fichte, Kiefer, Birke, Eiche, Eberesche, Tanne (gepflanzt), Ahorn und Buche stehen, auch außerhalb des Gatters kann man diese Baumarten im gesamten Waldes erkennen (Bild unten)

Interessant wird es, wenn man sich ehemalige Kalamitätsflächen in diesem Wald genau anschaut

Welcher Sturm hier die Bäume umgeworfen hat und wann kann ich nicht sagen. Was man erkennen kann, dass eine Kiefer dieses Freistehen auf der Sturmfläche auch nicht überleben wird. Hier wurde das umgestürzte Holz aus dem Wald gebracht und die gesunden Reste der Bäume blieben im Wald liegen. Abgestorbenes Holz bildet die Lebensgrundlage für zahlreiche Lebewesen. Das weiß man und muss nicht besprochen werden.

Es dient aber nicht nur als Grundlage für neuen Boden sondern ist zugleich auch Schutz für die neuen Baumarten, die jetzt, da sie Licht bekommen, auch gleich mit einem intensiven Wachstum beginnen.

Da wächst ein neuer Wald heran, denn die Natur wird immer dafür Sorgen, dass neuer Wald heranwächst. Aber auch nur dann, wenn wir Menschen im Einklang mit der Natur leben und ein gesundes Gleichgewicht von Wald zu Wild herrscht. Natürlich ist das eine oder andere Pflänzchen auch verbissen worden, aber das ist in Ordnung und behindert nicht den Neuaufbau des Waldes.

Man hätte natürlich auch mit dem RAPTOR das Waldstück zermulchen können und dann mit viel Arbeit wieder neu anpflanzen, wie es auf dem Aschenberg bei Bad Liebenstein geschehen ist (hier klicken).

Vielleicht meint Herr Wohlleben das auch so mit seinen Bemerkungen zum Wald und Klimawandel.

Interview mit Peter Wohlleben - Ostseezeitung vom 04.09. 2019 (Auszug)

Wir lesen in diesen Tagen ja wieder häufig, dass der Wald stirbt. Ist dem so?

Nein, da stirbt kein Wald, da sterben Plantagen. Deutschland ist ganz überwiegend Plantagenland, und das schon seit rund 300 Jahren – seit wir geregelte Forstwirtschaft haben.

Warum ist das kein Wald? Da stehen doch Bäume.

Nadelbäume. Aber die meisten Nadelbäume sind bei uns gar nicht heimisch, die kommen aus den Hochlagen der Gebirge oder aus Skandinavien. Die sind hier so heimisch wie Kokospalmen. Wenn Kokospalmen hier im Winter erfrieren, könnte man auch sagen: An dem großen Sterben des Kokoswälder ist der Klimawandel schuld, und wir brauchen jetzt zwei, drei Milliarden Euro, um wieder aufzuforsten. Das klingt absurd, aber das gleiche haben wir heute mit Kiefer, Fichte, Douglasie, Lärche. Die sterben auf großer Fläche.

Und Sie meinen, das liegt nicht am Klimawandel?

Natürlich sterben die auch wegen des Klimawandels, der verschärft diese Problematik. Aber Probleme waren immer schon da.
Bei der Fichte sind über Jahrzehnte gerechnet 57 Prozent aller Bäume durch Stürme und den Borkenkäfer gestorben.
Das heißt, wir haben immer schon Katastrophen bei diesen Baumarten. Das sind wie gesagt unsere Kokospalmen, nur dass sie im Winter nicht erfrieren, sondern im Sommer vertrocknen. Und trotzdem hält man jetzt die Hand auf.

Was soll denn nach dem Willen der Waldbesitzer mit den geforderten Milliarden Euro passieren?

Es sollen wieder Plantagen gebaut werden. Das ist der aktuelle Plan. Und da sage ich: „Nein Freude, das ist doch nicht euer Ernst.“ Aus diesem Grund haben vor Kurzem 70 Wissenschaftler, Experten, Verbandsfunktionäre einen Brief an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner geschrieben mit der Forderung, dass sie jetzt endlich mit dieser Plantagenwirtschaft aufhört.

Was sollte sie denn stattdessen tun?

Sie sollte dafür sorgen, dass wir wieder mehr zu einer natürlichen Waldgestaltung zurückkommen. Der Wald soll sich so entwickeln, wie es die Natur will. Die kostet übrigens kein Geld. Wald bekommen Sie überall. Wenn Sie bei sich fünf Jahre lang keinen Rasen mähen, stehen da überall kleine Bäume.

Stattdessen setzt Julia Klöckner auf das Pflanzen von Douglasien.

Ja, das ist wirklich interessant. Das Geld kann sie auch direkt im Ofen verbrennen. Ich finde es selten dämlich von Frau Klöckner, sich immer in Nadelplantagen und dann auch noch beim Pflanzen von Douglasien fotografieren zu lassen

Endlich mal ein Förster, der die Wahrheit sagt,
danke Herr Wohlleben

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ganze Interview hier

Der Wald am Mittelberg, der "Cottawald", ist so ein gewünschter Mischwald, wo der Nachwuchs ohne menschliches Zutun schon in den Startlöchern steht.
Nur wenn es der Waldbesitzer will,  kann durch die gute Arbeit des Försters mit einem geeigneten Jagdkonzept ein zukunftsfähiger Mischwald entstehen.