03.07. 2019 - Am Arnsberg - Westl. Thüringer Wald - 630 m üNN

Es ist immer wieder ein faszinierenden Anblick, wenn man wie hier vom Arnsberg hinunter in Tal schauen kann. Man erkennt die einzelnen Dörfer, die umgeben sind von fast reifen Feldern und Wiesen. Im Hintergrund die Berge der Rhön mit den Abraumhalden der Kaliindustrie.
 

ABER: Der Wald "stirbt" leise

Wenn man Achtsam durch unsere Wälder wandert, dann bleibt einem das Treiben im Wald nicht verborgen. Und unsere Forstleute haben eine gewaltige Aufgabe zu lösen, wobei ich mir nicht sicher bin, ob sie diese Aufgabe überhaupt lösen können. Es sind die "Käferbäume" die man als Förster oder Försterin erst einmal finden muss, um sie dann so schnell wie möglich aus dem Wald zu entfernen. Die Zeitungen berichten immer wieder davon und wir haben uns eigentlich schon dran "gewöhnt".

Und wenn man sich mit den Forstleuten im Wald unterhält, so erfährt man das nicht nur die Fichte sondern auch schon Kiefer und Buche durch die Trockenheit in Gefahr sind. Es sind alarmierende Worte, wenn man als Waldfreund so etwas hört. Aber wen interessiert das schon?

Herr Stölb schreibt in seinem Buch "Naturliebe" etwas ganz Interessantes:
ZITAT: "Zwar bewegen sich täglich die Menschen walkend, joggend, bikend durch die Wälder, doch dienen diese ihnen dabei überwiegend als Kulisse. Der Sport steht im Vordergrund, technische Ausrüstung, Pulsmesser, Schrittzähler, Handy, GPS ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Weil der Wald verglichen mit anderen Angeboten eine relativ geringe Erlebnisdichte bietet, widmet man ihm kaum nähere Betrachtung." ZITAT ENDE

Aber da gibt es ja noch den "Urwald von morgen" am Thüringer Wald

Zum Beispiel die NATURWALDPARZELLE direkt neben der Schutzhütte am Arnsberger Kreuz.

Die Partei und Frau Siegesmund würde es sicher freuen, wenn unsere Wälder so "natürlich" heranwachsen dürften.

Da lohnt es sich doch mal genau hinzuschauen, wie der "Urwald von morgen" sich so entwickelt.

Auf der Hinweistafel steht:
BETRETEN NICHT ZULÄSSIG

Das heißt, WÄLDER, die nicht mehr forstlich genutzt werden, also sich selbst überlassen bleiben, dürfen in Zukunft nicht mehr betreten werden und nur von "Außen" also wie bei einem Zoobesuch, angeschaut werden?

SCHAUEN WIR TROTZDEM MAL HINEIN IN DEN ZUKÜNFTIGEN URWALD

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Beim Lesen der Überschrift soll uns wieder einmal suggeriert werden, das hier ein ganz besonderes Stück Wald heranwächst - NATURWALD - Jeder Naturfreund weiß, das Wald eigentlich schon NATUR ist!!

Meine persönlichen Eindrücke beim achtsamen Betrachten der Waldparzelle "URWALD" am Arnsberger Kreuz:

URWALD gibt es schon lange nicht mehr in unseren Breiten und Urwald wird auch nie wieder entstehen. Was man mit diesem Wort erreichen will ist dem Menschen zu suggerieren, das hier der Wald einfach sich selbst überlassen wird. Was dabei herauskommt kann man gut auf den Bildern erkennen. Für die Waldästhetik ist so eine Parzelle eine gewisse Abwechslung und Bereicherung im Waldgeschehen und ich habe es auch gespürt beim Betreten dieser Parzelle. 

Wenn ich Wald nur noch von vorgeschriebenen Wegen betrachten darf, dann ist das WALDERLEBNIS weg. Das WALDEMPFINDEN geht verloren. Es wird wie ein Parkbesuch am Sonntag Nachmittag in Weimar.

Was mir sofort aufgefallen ist war, dass neben den umgestürzten Fichten kaum etwas auf dem Waldboden heranwächst: Außer der BUCHE -

Und dieser Baum dominiert hier schon die gesamte Parzelle. Buche neben Buche und sonst nichts. Die jungen Buchen stehen so dicht, dass kaum Licht auf den Boden kommt und hier nichts weiter heranwächst. Wenn die vermodernden Baumstämme der Fichten, die jetzt dem Waldboden den scheinbaren Charakter eines "Urwaldes" vermitteln verschwunden sind, dann haben wir nur noch BUCHE. Die Monotonie hält dann wieder Einzug.