03.06.2020

Rund um den Windsberg

"Der Windsberg ist ein vollständig bewaldeter, 670,6 m ü. HN hoher Berg und befindet sich an der Südseite des Thüringer Waldes. Er stellt einen Riedel von beträchtlicher Breite dar und besteht aus Glimmerschiefer. An den Hängen des Windsberges entspringen einige Quellen, die nach kurzem Lauf in die Schweina münden; zu ihnen gehört der Goldborn und der Luisenthaler Bach, dessen künstlicher Wasserfall am Südfuß des Windsberges zum westlichen Areal des Altensteiner Parks gerechnet."

Nach der Überlieferung und alten Flurkarten von Schweina wurde der Berg zunächst als Wotansberg verehrt, auch hatte die Schweinaer Bevölkerung die feste Überzeugung, der Windsberg könne durch bestimmte Erscheinungen das Wetter der folgenden Tage anzeigen, daher nannte man ihn Windsberg

WIKIPEDIA

Ich glaube, WIKIPEDIA muss in den nächsten Jahren überarbeitet werden, denn "vollständig bewaldet" sieht er nur aus der Ferne aus. Auch dieser Berg zeigt bei genauem Hinschauen schon die ersten Freiflächen, wo die Fichte vom Käfer befallen wurde. Der Großteil des Waldes am Berg besteht aber aus Buche und ist scheinbar noch in Ordnung.

Am NAPOLEONSHUT, wo der Forst eine große Menge an Holz gelagert hat und wo sich die Wanderwege in alle Himmelsrichtungen verzweigen, sind "Gastarbeiter" aus dem ERZGEBIRGE daran, das Käferholz zu schreddern und nach Erfurt in die Öfen zu karren.

Das Langholz wurde auch schon in Container verladen und tritt seine lange Reise nach Übersee an. Vielleicht hat ja China den Zuschlag bekommen, wer weiß!

APROPOS CHINA:

Die Frankfurter Rundschau schreibt in ihrer Ausgabe vom 28.11.2019:
 

ZITAT:

Wie konsequent China ökologische Vorhaben umsetzt, wenn sie einmal als richtig erkannt wurden, zeigt das Projekt der „Großen Grünen Mauer“, das bereits seit Ende der 1970er Jahre läuft. Das Ziel: Riesige Teile der Wüste Gobi werden wieder aufgeforstet.

Insgesamt wurden bereits 45 Millionen Hektar neu bewaldet –
eine Fläche größer als Deutschland.

 

Dort soll nun bis 2050 ein 4500 Kilometer langer und 100 Kilometer breiter grüner „Schutzwall“ entstehen. Peking will bis 2050 umgerechnet 13,6 Milliarden Dollar in das Projekt stecken.
Rund 313 Millionen Menschen haben dadurch Arbeit gefunden, Landflucht und Wanderarbeiter-Bewegung wurden gebremst.
Ökologisch ist die Bilanz ebenfalls sehr positiv: In der Region Peking, so groß wie Bayern, aber mit 130 Millionen Einwohnern, gibt es praktisch keine Sandstürme mehr. Die Biodiversität ist in der „grünen Mauer“ wieder im Aufschwung, und – wichtig fürs Weltklima – der wachsende Wald speichert große Mengen Treibhausgase.

ZITAT ENDE

Mehr über die Wiederaufforstung in China kann man HIER nachlesen

Am NAPOLEONSHUT steht an einigen Stellen schon den Nachwuchs bereit.
Vor allem die Buche ist hier dominant. Das auch sie nicht das Allheilmittel für unsere Wälder sein kann zeigen auch die Frostschäden der letzten Eisheiligen.

Und das nicht nur an Jungwuchs, sondern auch ältere Bäume sind davon betroffen wie man hier am Eingang zur Steinrutsche erkennen kann.

Lärche
Buchen

Am NAPOLEONSHUT steht an einigen Stellen schon den Nachwuchs bereit.
Vor allem die Buche ist hier dominant. Das auch sie nicht das Allheilmittel für unsere Wälder sein kann zeigen auch die Frostschäden der letzten Eisheiligen.
Und das nicht nur an Jungwuchs, sondern auch ältere Bäume sind davon betroffen wie man hier am Eingang zur Steinrutsche erkennen kann.

Doch erst einmal will ich hinauf zum Windsberg.

Auf halber Höhe erkennt man den Wanderrastplatz "KÜRSCHNERS BÄNKCHE". Hier haben die Kürschner´s einen sehr gemütlichen Wanderrastplatz gebaut. Man hat auch eine schöne Fernsicht hinüber zum Rennsteig. Wer gute Augen hat erkennt die Schutzhütte und die Felsformationen des Glöckner.

Der Eintrag ins "Gipfelbuch" gehört dazu. Schauen wir mal, wie die Welt hier von oben aussieht!

Vom Windsberg führt mein Weg weiter am Goldbach entlang die "Steinrutsche" hinunter bis nach Schweina

Keine Angst, hier entstehen keine neuen Schanzenanlagen für den Wintersport!!

Hier wird ein Jungbuchenwald maschinengerecht hergerichtet. So schätzungsweise alle 40 -50 Meter hat man "Straßen" in den Wald geschlagen, damit Harvester und Co. später ihre Arbeit verrichten können. Auch für den Jäger gibt es dadurch ein gutes Schussfeld, die Kanzeln stehen dafür sind am oberen Waldrand schon positioniert.

Und wenn man Baumarten die Möglichkeit gibt, sie wachsen zu lassen, dann kommt so was zustande wie die herrliche uralte Hainbuche in der Bildmitte. Vom Weg aus sieht sie ziemlich unscheinbar aus.

Erst wenn man ihr näherkommt erkennt man eine altehrwürdige Hainbuche.
Sie ist mir vertraut, ich habe sie im Januar 2005 schon mal fotografiert.

Januar 2005

Juni 2020

Damals stand sie noch frei auf der Waldwiese als gut zu erkennender Solitärbaum.

Heute muss man schon genau hinschauen um sie in dem Buchendickicht überhaupt noch zu erkennen. Die Rotbuche dominiert auch hier das Geschehen und wächst alles zu.

Ich habe heute zum ersten Mal mein GorillaPod, ein flexibles und leichtes Stativ testen können und war echt begeistert. Gummiringe und -füße bieten besten Halt auf unebenen Oberflächen und als Griff, Stativ oder um Objekte gewickelt kann man das Stativ optimal benutzen. Ist jetzt ständiger Begleiter in meinem Fotorucksack.

Fazit:

Ich habe am 18.03. 2020 damit begonnen, die Gebiete um die Quellbäche des Schweinabaches zu erkunden. Dieser Bach ist mir sehr vertraut, denn er fließt direkt neben meinem Haus entlang. 

 

Ich habe den Finsterbach, den Schaumborn, den Goldborn und die Luisenquellen kennengelernt.  Rund um den Höllkopf, die Vogelheide, die Birkenheide und den Windsberg liegt ein herrliches Stück Heimat genau vor meiner Haustüre. Ich habe sie durchwandert und lieben und schätzen gelernt.

 

Ich habe den Forstleuten zusehen können, wie sie der Borkenkäfer im Griff hat. 
Ich weiß auch, dass große Teile des Fichtenbestandes verschwinden werden und ich hoffe, das man der Natur so viel Spielraum lässt, damit nachwachsende Mischwälder entstehen werden.

Hören wir hin, was unser unvergessener Herbert Roth über unsere Wälder singt: