der Entwicklung  von HEIDE und HEIMATSGRUND ab März 2017
 
CHRONOLOGIE

In loser Folge werde ich auf dieser Seite meine Fotodokumentation von der Heide und dem Heimatsgrund präsentieren. Dazu werden auch Aussagen von Behörden, Presse und Naturfreunden Gehör finden. Ich möchte festhalten wie sich diese beiden Gemeindewälder jetzt, nachdem sie am Boden liegen, entwickeln werden. BEOBACHTEN - FOTOGRAFIEREN - DOKUMENTIEREN.
 Los geht´s

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Heimatsgrund - Dezember 2020  

 
14.März 2017
 
Einige Tage vor dem 14.März 2017 informierte mich ein Bekannter darüber, dass im Heidewald kein Durchkommen mehr sei durch umgestürzte Bäume. Dieses Bereich des Waldes ( Flurstück 4005) ist in Privatbesitz, grenzt aber direkt an den Gemeindewald. Ich besuchte den Wald und machte meine ersten Fotos von den umgestürzten Bäumen und vom angrenzenden Waldgeschehen. Zusammen mit einem Text und den Fotos schickte ich eine Leseranfrage an unsere Zeitung.
Dazu erschien dann auch der nebenstehende Artikel mit Foto in der STZ am 20.03.2017.

Im Zeitungsartikel erscheint dann auch der Satz vom Forstamtsleiter des Forstamtes Bad Salzungen:
ZITAT:
Jörn Uth betonte ausdrücklich, dass er sich viele solcher "aufmerksamer Waldbesucher" wie Jürgen Weidner wünsche.
ZITAT ENDE

Diesen Wunsch des Forstamtsleiters erfüllen wir ihm seit dieser Zeit natürlich recht gerne!!

Interessant in diesem Zusammenhang steht eine weitere Aussage in diesem Zeitungsartikel vom Forstamtsleiter

ZITAT:

Aktuell haben wir dazu  noch etwas Luft ( gemeint ist die Aufbereitung des Holzes), da derzeit keine Gefahr besteht, dass Schädlinge in das Holz eindringen, sagte der Forstamtsleiter.

ZITAT ENDE

Damals (2017) war damit dieses Thema auch für mich erledigt, zumal der Forst dann auch das Holz vom Waldweg beseitigt hat.

Bei der Erstellung dieser Webseite heute (2021) habe ich mir die Fotos von damals noch mal genauer angeschaut. Obgleich ich einfach nur mal so  in den Wald fotografierte, ergeben sich zur heutigen Zeit interessante Ansätze und Schlussfolgerungen für das weitere Waldgeschehen in diesem Wald.

Schauen wir uns einige Ausschnitte mal genauer an (für größere Bilddarstellung einfach anklicken):

Heide - 14.März 2017
Heide - 14.März 2017

Harzaustritt und Käferbefall der damals noch stehenden Fichten

Heide - 14.März 2017
Heide - 14.März 2017

Harzaustritt und Käferbefall der damals noch stehenden Fichten

Heide - 14.März 2017
Heide - 14.März 2017

Harzaustritt und Käferbefall der damals noch stehenden Fichten

Heide - 14.März 2017
Heide - 14.März 2017

Harzaustritt und Käferbefall der damals noch stehenden Fichten

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Die mit einem roten Pfeil gekennzeichneten Bäume zeigten typische Merkmale von Käferbefall. Der austretende Harzfluss zeigt den Befall von Käfern an. Es war also schon ein mehr oder weniger starker Käferbefall zu sehen. Wenn man so will war 2017 hier schon der Bestand gefährdet oder befallen. Schauen wir noch mal auf die Aussage des Forstamtsleiters: "Aktuell haben wir dazu  noch etwas Luft, da derzeit keine Gefahr besteht, dass Schädlinge in das Holz eindringen".

Zu erwähnen ist noch, dass die heute immer wieder propagierte Meinung von Dürre, Käfer und Klimawandel unsere Wälder so dezimieren, zu der damaligen Zeit noch nicht so sehr gegriffen hat, da ja 2017 ab Herbst über den Winter hinweg übermäßig viel Regen gefallen war, dass der Forst sogar seine Holzernte einstellen musste, da es zu Nass war.
(STZ vom 28.12.2017 - Lokalteil) 
ZITAT Forstamtsleiter Bad Salzungen:

Die Dauerniederschläge der vergangenen Wochen und Monate machen dem Forst zunehmend zu schaffen. Das nasskalte Wetter der letzten vier bis sechs Wochen habe dazu geführt, dass der Waldboden wassergesättigt ist.
ZITAT ENDE
 

Heute erinnert dieses einstmals geschlossene Waldstück eher an eine Savannenlandschaft als an einen deutschen Wald. Und wissen Sie was das Schlimme ist, man gewöhnt sich schon fast an den Anblick der verschwundenen Wälder hier bei uns am westlichen Thüringer Wald.

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MÄRZ 2020
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MÄRZ 2020
 
23. September 2017
 
Da ich hin und wieder sowohl die Heide als auch den Heimatsgrund besuche und immer mal ein Foto mache, ist es sicher für jeden Waldfreund interessant, mal zu schauen wie sah der Wald damals und heute aus. Denn ich habe es schon erklärt, der Mensch gewöhnt sich sehr schnell an die jeweilige neue Situation.

23. September 2017

16. Januar 2021

Sicher werden sie es kaum glauben, dass diese beiden Fotos von fast der gleichen Stelle fotografiert sind. Was man erkennt sind die Lärchen, die sich in den Jahren sehr gut entwickelt haben. Einige Kiefern, ein paar Lärchen und an Fichte etwas Anflug, dass ist der Rest von Nadelbäumen in einem Teilgebiet des Heimatsgrundes.

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16. Januar 2021

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16. Januar 2021

Die Fichte liegt nun am Wegrand zum Abtransport bereit. Für uns als Waldbeobachter wird es jetzt sehr interessant sein zu sehen, was der Waldbesitzer (die Gemeinde) nun für Vorschläge vom Forst bekommt, damit sich hier wieder ein Wald entwickelt.

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Wir werden achtsam BEOBACHTEN, FOTOGRAFIEREN und DOKUMENTIEREN, wie die Gemeinde mit dem ThüringenForst sein propagiertes "WALDBAULICHES LEITBILD", den NATURNAHEN DAUERWALD hier am Heimatsgrund und auf der Heide in die Tat umsetzen wird.

 
02. März 2021 - VERSAMMLUNG ZUM THEMA:
"Wie geht es weiter mit den Gemeindewäldern"
Heute fand im Mehrzweckgebäude "Am Sportplatz" in unserer Gemeinde Barchfeld ein gemeinsames Gespräch mit dem Bürgermeister, Mitglieder vom Gemeinderat, dem Revierförster, einem Mitglied vom NABU und von uns der Interessengemeinschaft  "Zukunft Wald" statt.
 
Diskutiert wurde darüber, wie die nächsten Schritte für die Umgestaltung der Wälder aussehen. Der Revierförster präsentierte mehrere Varianten mit den prozentualen Anteilen von Laub- und Nadelhölzern für die Anpflanzungen und was das ganze kostet. Wir wissen alle, das sowohl die Bundesregierung als auch die Landesregierung Gelder bereitstellen für die Umgestaltung der Wälder. Da heißt es zügig die Anträge zu stellen um aus den Töpfen auch seinen Anteil zu bekommen.
Da der Laubholzanteil wohl höher sein muss als der Nadelholzanteil um überhaupt Geld zu bekommen, entschloss man sich auf 60% Laub- und 40% Nadelholz.
Unsere Vorschläge von der Errichtung eines "BÜRGERWALDES" bzw. der Gedanke eines "ESSBAREN WALDES" , d.h. solche Baumarten zu pflanzen, die einen etwas anderen Nutzen für die Gemeinde haben als nur der reine Holzgewinn (WALNUSS, ESSKASTANIE, ELSBEERE etc.) blieben erst einmal außen vor.
Da wir uns von der Interessengemeinschaft auch gegen das Mulchen mit dem RAPTOR ausgesprochen haben, gab es dazu doch eine angeregte Diskussion vom FÜR und WIDER eines solchen Einsatzes. Nun ist MULCHEN ja auch nichts schlechtes, Man kennt es vom "BIOLOGISCHEN GÄRTNERN".  Sowohl der Förster, als auch der Gemeinderat incl. Bürgermeister konnten sich sehr wohl vorstellen, dass MULCHEN eine gute Sache ist. Klein gehäckselte Baumstubben und die Astreste, die der Harvester hinterlassen hatte, würden ja auch das Wasser sehr gut halten und gleichzeitig wäre auch der Boden gut vorbereitet für die Pflanzaktion.  Der Gast vom NABU hatte keine Meinung zu diesem Thema.
Sicher haben die wenigsten schon einmal so einen "Forstmulcher" (schöner Name) in Aktion gesehen. Ich hab´s mir angeschaut. HIER das Video. 
Was das für die Millionen von Bodenlebewesen bedeutet kann man nur erahnen. 
mulcher.jpg
Man muss schon sehr achtsam sein und genau auf die WORTWAHL schauen, die man uns vorsetzt. Ich hab es schon oft beschrieben das  Worthülsen erfunden werden, die uns suggerieren sollen, dass alles in Ordnung ist:

WUCHSHÜLLE für gepflanzte Bäume: 
ist in Wirklichkeit eine VERBISSSCHUTZPLASTIKRÖHRE, damit das Wild nicht die jungen Bäume frisst
FORSTMULCHER:
ist in Wirklichkeit ein Großgerät das mit 640 PS und 26 Tonnen Gewicht auf den sensiblen Waldboden drückt und  alles, was vor die Walze kommt in Stücke zerreißt
 
aber auch andere Beispiele für Worthülsen:
NATURPARK "THÜRINGER WALD":
ist zum Großteil immer noch eine FICHTENMONOKULTURPLANTAGE und ein instabiler Forst 
WINDPARK
da weht kein laues Lüftchen in einer schönen Parkanlage, es ist eine GROSSINDUSTRIEANLAGE die nach etwa 20 Jahren als SONDERMÜLL abgebaut und entsorgt werden muss und jede Menge Greifvögel zerschreddert

Ich könnte diese Aufzählung noch beliebig fortsetzen.

Darum meine Bitte an Sie: BLEIBEN SIE ACHTSAM!!

Es gab vom Förster aber auch noch den Vorschlag, dass liegengebliebene Holz mittels Technik in Schlaufen zu legen. Das wäre in unseren Augen auf alle Fälle eine bessere Alternative als der RAPTOR! 
So fällt das Fazit erst einmal ziemlich nüchtern aus. 
Wenn die Anträge durch sind werden wir uns noch einmal treffen. Wir von der IG würden dann einen Treffpunkt direkt im Wald vorschlagen, da man dann auch noch das Thema Anflug und Naturverjüngung  besser diskutieren kann.