fotografiert am 29.03.2019

NATURPARK THÜRINGER WALD - Im GAUCHSTHAL bei Gumpelstadt

Bei frühlingshaften Temperaturen schauen wir uns heute mal auf dem Pummpälzweg um.

Der Pummpälzweg führt als SAGENHAFTER SKULPTURENWANDERWEG  vom Frankenstein bei Bad Salzungen bis zur Wartburg bei Eisenach über 28 Kilometer. Dabei kann man an 23 Sagenstandorten die Sagen lesen und die dazugehörenden Holzschnitzfiguren auch bewundern.Ein schöner Wanderweg! 

Wir beginnen unsere Tour an den Angelteichen hinter Gumpelstadt. Aber auch wenn diese Tal "JAUCHZENTAL" heißt, zum Jauchzen besteht zur Zeit kein Anlass. Jedenfalls nicht für die Freunde des Waldes. (für die Einheimischen:"Kräckers")

Aus der Luft kann man das ganze Drama der Fichten erkennen.

Man sieht, dass immer noch viele Käferbäume gefällt werden müssen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Forst bei diesem Wettlauf mit der Zeit überhaupt noch mitkommt. Viele der Fichten sind unten noch grün und nur an den Spitzen erkennt man, dass auch diese Bäume geschädigt sind.

Wenn man weiter läuft Richtung STREIFLING haben die Forstarbeiter schon die VERBISSSCHUTZZÄUNE gesetzt. Wie sie mir erzählt haben, soll die Weißtanne hier eingepflanzt werden und man will natürlich auch den Anflug im Gatter nutzen für den "Waldumbau".

 

Eigentlich heißen die Zäune in der "Fachsprache" WILDSCHUTZZAUN. Aber wir sind achtsam und erinnern uns an Naturpark und Windpark.

Solche Zäune zeigen uns, dass hier ein hoher Wilddruck besteht, dass hier ein UNGLEICHGEWICHT von Wald zu Wild herrscht. Dies ist ein Jahrhunderte altes Thema und zeigt die Vormachtstellung der Jagd.

 

"Im Staatswald lässt sich Trophäenzucht auf Waldbasis gut betreiben, denn der Steuerzahler zahlt die Mehrkosten für Zäunung und beständiges Nachpflanzen abgefressener Setzlinge". (Georg Meister)

Über dieses Thema findet man in Georg Meisters Buch "Tatort Wald" viele Hinweise:

 

ZITAT:
"Warum die Forstverwaltung den dringend notwendigen Umbau naturferner Forste nicht zu ihrer Jahrhunderaufgabe machte, ist für den Außenstehenden schwer nachvollziehbar. Und das vor allem deshalb, weil er nichts von den internen Querverbindungen zwischen FORST- und JAGDHIERARCHIE sowie JAGDLICHEN PRIVILEGIEN weiß. Im Klartext heißt das, dass hohe Forstbeamte bei Wildschäden wissentlich ein Auge zudrücken, weil sie andernfalls keinen kapitalen Hirsch vor die Flinte bekämen!!!!
Die WAIDGERECHTE HEGEJAGD bestimmt in den meisten Wäldern Deutschlands immer noch, was dort aufwachsen darf"

ZITAT ENDE

Auch dieses Gebiet eignet sich zum Fotografieren um in den nächsten Jahren die Situation der Waldentwicklung zu dokumentieren